Speyer Eingekreist:

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Namen sind wie Schall und Rauch? So ein Quatsch! Was für ein blöder Spruch. Abgesehen davon, dass wir ja selbst oft nicht nur mit einem Namen ausgestattet sind, sondern gar Zweit- und Drittnamen mit uns herumtragen, taufen wir Hunde, Autos, Tief- und Hochdruckgebiete. Siri und Jeannie heißen die Spracherkennungsprogramme unserer Smartphones, und im Auto erklären uns Lisa, Antonio und manchmal auch Bugs Bunny den Weg. Und da die Deutschen im Allgemeinen – und wir Menschen aus dem Gemüsekreis im Besonderen – außerdem eine besondere Affinität zu Kartoffeln haben, hocken mittags am Tellerrand wahlweise Annabelle, Sieglinde oder Belana. Lauter geschmackvolle Mädels halt, die da vernascht werden wollen. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, plötzlich sitzt da ein Klaus. Oder ein Herbert. Oder sie müssen drei Pfund mehligen Marvin weichkochen oder ein Kilo festkochenden Frieder pellen. Bäh! Das ist ekelig und klingt bescheuert. Aber es gibt Leute, die sind namentlich willenlos und outen sich auf der Seite mit den Petitionen für den Deutschen Bundestag mit folgendem Wunsch: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass es ab sofort ein ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen als auch weiblichen Kartoffelnamen bei der Sortenbestimmung gibt.“ Labern etwas von einer gerechten Geschlechterbeziehung und so. Was sie aber außer dem Klaus-Herbert-Ekel-Faktor vergessen haben ist: Was passiert eigentlich im Kartoffelkeller, wenn die Annabelle mit dem Marvin in die Kiste geht, äh kommt? Von wegen kontrolliertem Anbau und so ... Donnerstag, Pressetermin zum Kultursommer in Dudenhofen in der Festhalle. Alle Informationen sind ausgetauscht, es wird Zeit für das Foto. Der RHEINPFALZ-Fotograf überlegt gerade, wie man die Kunstwerke, die an der Wand hängen, und die vier Organisatoren am besten in Szene setzen kann. Da hat der Künstler Martin Eckrich aus Schifferstadt ein Idee. Er organisiert den Kultursommer zum ersten Mal, muss sich also vor seinen erfahrenen Kollegen noch profilieren. Sein Vorschlag: „Wir könnten uns doch an den Tisch setzen, so wie Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl, und im Hintergrund sieht man dann die Kunstwerke an der Wand.“ Zum Vorbild für ein Foto zum Kultursommer soll also das weltberühmte Kunstwerk von Leonardo da Vinci dienen. Man merkt: Der Mann hat einiges vor mit dem Kultursommer, er will nach den Sternen greifen. Hoffentlich ist er nicht enttäuscht, wenn das Kunstwerk, das die eingeladenen Künstler zusammen malen und das am Ende an die Wand gehängt wird, nicht an Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle erinnern wird – und auch die gemalten Portraits einem Vergleich mit der Mona Lisa von da Vinci nicht standhalten. Seine Kollegen mit Kultursommer-Erfahrung winkten dann auch ab: „Das lassen wir mal lieber“, sagte Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) zu der Idee des Künstlers. Auch der RHEINPFALZ-Fotograf war nicht zu überzeugen. „Das mit dem Abendmahl“, sagte er zum Abschied immerhin, „machen wir dann das nächste Mal, wenn Ihr zwölf Leute zusammen bekommt.“ Dann fehlt nur noch Jesus. Ein schönes Wochenende mit guten Kartoffeln und schönen Ideen für Bildmotive wünschen Britta Willeke und Sebastian Eder |btw

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