Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Brunnen und Außengastronomie für den Postplatz

Mehr Aufenthaltsqualität erwünscht: Postplatz vor dem Altpörtel.
Mehr Aufenthaltsqualität erwünscht: Postplatz vor dem Altpörtel.

2028 soll der neu gestaltete Postplatz fertig sein. Das Brezelhäuschen soll bleiben, Brunnen und Außengastronomie sollen hinzukommen. Das alles erfuhren die Teilnehmer einer Führung am Montagabend. Und sie gaben der Verwaltung noch weitere Ideen mit auf den Weg.

Die Summe von Bus-, Fahrrad-, Taxi- und Individualverkehr sei einem Platz mit Aufenthaltsqualität nicht angemessen, räumte Robin Nolasco ein. Der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauwesen erläuterte beim Rundgang der städtischen Wirtschaftsförderung mit Anwohnern, Gewerbetreibenden, Einzelhändlern und Politikern die Pläne für das Areal. Seine Idealvorstellung für die Zukunft: „Nur noch Busse, Anlieger und Anlieferer befahren den Postplatz.“ Denn erst weniger Verkehr ermögliche mehr Belebung. Laut Nolasco sollen zudem an der Seite der Bahnhofstraße Bäume gepflanzt werden. Auch Brunnenanlagen sind nach Auskunft Nolascos bereits in den Planungen enthalten. Die Öffnung des Speyerbachs sei hingegen keine Option. Ein Teilnehmer des Rundgangs schlug vor, einen symbolischen Bachlauf einzurichten, und stieß damit bei den Zuhörern und Wirtschaftsförderern auf Zustimmung. „Ein Budget für das Projekt Postplatz-Umgestaltung steht noch nicht fest“, sagte Nolasco.

Tempo 20 geplant

Die künftige Haltestelle der Shuttlebus-Linie sei zunächst zweispurig geplant, kündigte der Fachbereichsleiter der Stadt an. Damit entstehe eine größere Fläche vor der Postgalerie, die anders als bisher nutzbar sei. Die Anregung eines Teilnehmers, die Bushaltestelle zur endgültigen Entzerrung vom Postplatz aus gesehen hinter das Altpörtel zu verlegen, nahmen die Stadt-Vertreter mit an den Schreibtisch. Tempo 20 im Bereich rund um den Postplatz sei „vorbereitet und genehmigt“, sagte Nolasco. Das Tempolimit bis in die Gilgenstraße trage ebenfalls zur Verkehrsberuhigung bei, erläuterte er. Das Vorhaben stieß nicht bei allen, aber der Mehrheit der Begehungsteilnehmer, auf Zustimmung.

An konsequente 24-Stunden-Geschwindigkeitskontrollen konnten die Zuhörer indes nicht so recht glauben. „Wir diskutieren schon seit 20 Jahren über eine Verkehrsberuhigung in der Gilgenstraße“, berichtete eine Gewerbetreibende. Geschehen sei bisher nichts. Resignation in diesem Bereich ließ Nolasco jedoch nicht gelten. „Kontrollen werden Tag und Nacht stattfinden, Missachtung bestraft“, betonte er. Tempo 20 gelte für alle, auch für Busse und Taxis. Die Stadt möchte die Kontrollen von der Polizei übernehmen.

Ansiedlung von Außengastronomie

Die geplante Ansiedlung von Außengastronomie in der Postgalerie, ausgeweitet bis zur Platzmitte und gekoppelt an die Öffnungszeiten des Einkaufszentrums, nahmen die Teilnehmer begeistert auf. Ein Betreiber für die terrassenförmige Restauration im Außenbereich ist nach Angaben Nolascos bereits gefunden.

Den Erhalt des auf dem Postplatz installierten, aber nicht mehr genutzten Brezelhäuschens befürworteten viele Begehungsteilnehmer. „Schließlich hat es 350.000 D-Mark gekostet“, wies Axel Elfert, Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds, auf die hohe Investition hin.

Laut Stadtverwaltung soll ein Wettbewerb über die Neugestaltung des Postplatzes entscheiden. Der Sieger soll im nächsten Jahr ermittelt werden, 2026 sollen die Ausschreibungen erfolgen. Die Bauzeit schätzte der Stadtentwickler auf ein bis eineinhalb Jahre ein. „2028, also noch in diesem Jahrzehnt, soll der neu gestaltete Postplatz fertig sein“, sagte er.

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