Homburg
Gleich neben der Altstadt soll ein Park entstehen
Ermöglicht wird das Ganze durch eine Geldspritze im Umfang von 2,7 Millionen Euro aus Berlin. „Hätten wir die Fördergelder vom Bund nicht bekommen, hätten wir das nicht verwirklichen können“, sagte Bürgermeister Michael Forster am Samstag, 21. November, vor Ort. Sein CDU-Parteifreund, der Homburger Bundestagsabgeordnete Markus Uhl, war auf einen Förderwettbewerb aufmerksam geworden, den die Bundesregierung für Deutschlands Städte ausgeschrieben hatte. „Knapp 200 Millionen Euro standen bundesweit zur Verfügung“, sagt Uhl: „Und zwar für Projekte, mit denen Kommunen Grünanlagen und Parks anlegen, die das Kleinklima vor Ort verbessern können.“ Breche man nämlich Betonflächen auf und lasse mehr Natur in die Städte, könne dort der lokale Temperaturdurchschnitt im Jahr um bis zu drei oder vier Grad Celsius abgesenkt werden.
Keine Schule mehr
Längst ist die historische Hohenburgschule an der Fruchthallstraße keine Schule mehr. Genutzt werden in dem Gemäuer aus dem 19. Jahrhundert derzeit noch einige Räume von einem Seniorentreff und sozialen Begegnungsstätten. Mittelfristig möchte die Stadt Homburg das Haus generalsanieren lassen, um dort die Volkshochschule anzusiedeln und Vereinen ein Heim zu bieten. Doch weil der Umbau Millionen verschlingen wird, dürfte die Sanierung des weitläufigen Schulgebäudes noch einige Jahre auf sich warten lassen.
„Da ist die Frage natürlich berechtigt, wieso wir jetzt mit dem Vorplatz anfangen und erst später die Schule auf Vordermann bringen“, räumte der Bürgermeister am Samstag ein. „Allerdings wird uns das Geld für den Park eben jetzt sofort zur Verfügung gestellt. Für das Schulhaus ist so ein Geldtopf leider noch nicht in Sicht.“
Michael Forster verspricht aber, dass die künftigen Bauarbeiten am Schulgebäude so ausgeführt werden sollen, dass der jetzt frisch anzulegende Grüngürtel nicht gleich wieder von Baggern kaputtgefahren wird.
Wasserbecken mit Springbrunnen
Roland Ecker, Stadtplaner im Homburger Rathaus, hat das Konzept für das neue Erholungsgelände unweit der Altstadt ausgearbeitet. Das Vorhaben, das die Klimaschutz-Jury in Berlin überzeugt hat, sieht nach Eckers Worten die „Entsiegelung“ des derzeit noch steingrauen Bodens vor. Ein durchlässiges Pflaster werde das Regenwasser ungehindert in den Untergrund einsickern lassen, wo es in eine Zisterne fließt. Dieser Behälter wiederum soll das Wasser für ein oberirdisches Becken mit Springbrunnen liefern. Außerdem will man das Regenwasser künftig für die Toilettenspülungen in der Hohenburgschule nutzen. Geplant sind Blumenrabatten sowie Gemüsebeete.
„Damit können wir die Bevölkerung am Projekt beteiligen“, spricht Ecker von Schulen und Kindergärten, die hier Gemüse züchten und ernten können. Zum gleichen Zweck wolle man auch Obstbäume anpflanzen. Weitere Bestandteile des Vorhabens sind Fahrrad-Einstellboxen mit Solarzellen auf den Dächern. Diese Fotovoltaik soll Ladesäulen für Elektroräder speisen und abends die Energie für die Straßenlaternen liefern.
„Piazza Albano Laziale“
Geplant ist nicht zuletzt ein öffentlicher Platz mit kleiner Bühne und einer weinumrankten Holzpergola: Im Homburger Rathaus verfolgt man die Absicht, diesem Platz den Namen „Piazza Albano Laziale“ zu verleihen – zu Ehren von Homburgs italienischer Partnerstadt in der Nähe von Rom.
Die Autostellplätze, die beim Umbau des bisherigen Parkplatzes wegfallen, sollen durch den Neubau eines Parkhauses auf dem rückwärtigen Hof hinter der Hohenburgschule mehr als kompensiert werden, blickt Bürgermeister Forster voraus.
Höchstmöglicher Förderumfang
Am Mittwoch, 18. November, hatte der Bundestags-Haushaltsausschuss, dem Markus Uhl angehört, aus den Bewerbungen aus ganz Deutschland die Siegerprojekte ausgewählt. „Dabei ist unser Vorschlag für den Vorplatz der Hohenburgschule Deutschland ziemlich großzügig berücksichtigt worden“, sagte Michael Forster: „Und zwar mit dem für ein einzelnes Projekt höchstmöglichen Förderumfang von drei Millionen Euro.“ Ein Zehntel dieser Summe müsse die Stadt als Eigenanteil selbst aufbringen – im konkreten Fall also 300 000 Euro.