Neunkirchen / Homburg
Autobahnbaustellen im Saarland – eine dauert bis 2030
Dieses Jahr will sie 70 Millionen Euro in ihre Autobahnen investieren. „Voriges Jahr waren es vier Millionen Euro weniger“, sagt Carsten Chassard, der Leiter der Außenstelle Neunkirchen.
Über mehrere Jahre verteilt, werden bis Sommer 2022 allein 20 Millionen Euro in den Ausbau der Anschlussstelle Homburg/Bexbach der A6 geflossen sein. „Dort haben wir ein drittes Ohr gebaut“, benennt Chassard den offiziellen Ausdruck für die zusätzliche Auf- und Ausfahrtsschleife, die den Verkehr am Autobahnanschluss flüssiger machen soll. Seit 2020 befindet sich hier an der A6 eine einen Kilometer lange Großbaustelle, in der es schon zu mehreren schweren Auffahrunfällen gekommen ist – auch tödlichen. „Kurz vor Weihnachten haben wir dort die Ausfahrt Homburg auch aus Richtung Waldmohr wieder für den Verkehr freigegeben“, erklärt der Außenstellenleiter. Gegen Ende März werde man die dort unter der A6 verlaufende B423 zwischen Homburg und Bexbach eine Zeit lang sperren: „Dann werden wir oberhalb der B423 die Längsträger am Brückenbauwerk auflegen, über das wir anschließend die A6-Richtungsfahrbahn Saarbrücken führen.“
Anfang April wird noch mal gesperrt
Wenn das Wetter den Bauarbeitern nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, sehe der Zeitplan dann für die erste Aprilwoche die Sperrung beider Richtungsfahrbahnen der A6 vor. „Dann wird eine große Schilderbrücke quer über alle vier Autobahnspuren gebaut“, sagt Chassard. Den letzten Akt im Homburger Baustellen-Schauspiel werde anschließend der Endausbau des unter der A6 verlaufenden Teilstücks der Bundesstraße 423 bilden.
Mammutprojekt der A8 bei Kohlhof
Gut sechs Kilometer lang ist ein Teilstück der A8 zwischen dem Autobahnkreuz Neunkirchen und der Ausfahrt Neunkirchen-Oberstadt, das in den kommenden acht Jahren (!) von Grund auf neu aufgebaut und sogar ein Stück weit neben seinem heutigen Verlauf ganz neu angelegt werden soll. Klaus Kosok, Sprecher der Autobahn GmbH, erwartet eine Bauzeit von Ende 2022 bis in das Jahr 2030. Zunächst soll die erste neue Richtungsfahrbahn errichtet werden und erst dann die zweite: So könne der Autobahnverkehr stets auf je zwei Fahrstreifen in beide Richtungen fließen. Während der Bauzeit werden jeweils alle vier Fahrstreifen auf eine einzige Richtungsfahrbahn gelegt. Die Ortsdurchfahrt im Preußischen Kohlhof (L114), die von einer Brücke der A8 gequert wird, müsse in den kommenden Jahren wegen der Bauarbeiten mitunter zeitweise voll gesperrt werden. „Das ist ein Großprojekt auf der A8“, rechnet Kosok mit Gesamtkosten in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro. Gearbeitet werden soll in vier Bauabschnitten: Die ersten beiden würden zusammen auf einen Schlag ausgeführt. Was dann folge, sei zunächst die Etappe von der Ausfahrt Wellesweiler bis Kohlhof und abschließend der Abschnitt zwischen Kohlhof und dem Autobahnkreuz Neunkirchen. Unterm Strich sollen bis zum Fertigstellungstermin anno 2030 auch noch fünf Lärmschutzwände und ein Regenrückhaltebecken errichtet sowie neun Brückenbauwerke abgerissen und neu gebaut werden – darunter die Kasbruch- und die Landertalbrücke bei Neunkirchen.
Von Anfang Mai bis Mitte Juni 2022 wird die A6 zwischen dem Neunkircher Kreuz und der Ausfahrt St. Ingbert-Rohrbach neu asphaltiert. Auch hier werden während der Bauzeit alle vier Fahrstreifen auf eine der beiden Richtungsfahrbahnen gelegt.
Grumbachtalbrücke: Baustelle bis 2026
Der Bau einer ganz neuen Grumbachtalbrücke auf der A6 zwischen St. Ingbert-West und Saarbrücken – verbunden mit dem künftigen Abriss des Vorgängerbauwerks – hat bereits 2019 begonnen. Mit dem Abschluss aller Arbeiten wird inzwischen für das Jahr 2026 gerechnet. Ende 2022, so schätzt Klaus Kosok, soll der Verkehr vierspurig auf eine Behelfsbrücke gelegt werden, die parallel zum derzeit noch genutzten Altbau errichtet wurde. Dieser wird anschließend abgerissen und durch den eigentlichen Grumbachtalbrücken-Neubau ersetzt. Das Gesamtprojekt kostet 78 Millionen Euro.
Auf der A1 zwischen Hasborn und Tholey soll im Juni die Erneuerung der Fahrbahn in Richtung Saarbrücken abgeschlossen werden. Die Dauerbaustelle dort ist dann Geschichte.
Illtalbrücke und Goldene Bremm
Ebenfalls im Sommer 2022 soll auf der A1-Richtungsfahrbahn Saarbrücken die Reparatur der Illtalbrücke bei Eppelborn abgeschlossen werden: Dann findet dort eine neunjährige Zeit der Baustellen und Sperrungen ihr Ende.
Von April bis September 2022 wird die Fahrbahn der A6 vom Autobahndreieck Saarbrücken bis zur Grenze nach Frankreich in beiden Richtungen erneuert. Dann will die GmbH an der Staatsgrenze auch die Anschlussstelle Goldene Bremm sanieren lassen.
Ausfahrt Messegelände und A8 bei Merchweiler
Eine zweieinhalbwöchige Vollsperrung zu Beginn der Sommerferien erfordert auf der Saarbrücker Stadtautobahn A620 der Aufbau einer neue Fahrbahndecke zwischen Gersweiler und Messegelände.
Neu asphaltiert wird von Juli bis Oktober die A8 zwischen Merchweiler und dem Saarbrücker Kreuz: ein 12,5 Millionen Euro teures Projekt.