Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel St. Ingbert: Neubau der Autobahnbrücke übers Grumbachtal dauert fünf Jahre

Über die alte Brücke (Foto) rollt der Verkehr noch in den nächsten fünf Jahren, während die neue allmählich in die Höhe wächst.
Über die alte Brücke (Foto) rollt der Verkehr noch in den nächsten fünf Jahren, während die neue allmählich in die Höhe wächst. Foto: Gerhard Müller

1961 in Dienst gestellt, hat die Grumbachtalbrücke der A 6 bald ausgedient. Dieser Tage ist der Spatenstich für den Bau der neuen Brücke erfolgt. Diese soll 2024 freigegeben werden. Bis dahin, so heißt es, soll die A 6 zwischen St. Ingbert-West und Saarbrücken-Fechingen durchgehend befahrbar bleiben.

Seit Monaten gilt auf der Grumbachtalbrücke ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern. „Das liegt daran“, sagt Werner Nauerz, Chef des saarländischen Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), „dass wir auf der Brücke die Fahrbahn an besonders schadhaften Stellen vorbei geführt haben“. Die Grumbachtalbrücke habe ihre Altersgrenze erreicht. Nauerz: „Wenn man unten steht und sich die Betonstützen anschaut, sieht die Brücke ja noch ganz gut aus. Aber es gibt Verformungen und starke Mängel bei der Statik. Auf Dauer können wir sie nicht mehr weiterbetreiben.“

Daher hat nun der Bau einer neuen Grumbachtalbrücke begonnen: Diese werde mit 360 Metern sogar noch etwas länger als die bisherige, die es auf 326 Meter bringt. „Im Eröffnungsjahr 1961 hatte nur jeder siebte Deutsche ein Auto“, sagte Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Da ist es doch klar, das man sich damals den Bedarf nicht vorstellen konnte, wie er 2019 herrscht.“ Heute seien es 41.600 Fahrzeuge – davon 5100 Lastwagen –, die Tag für Tag über die Brücke donnern. Jetzt habe die Stahlverbund-Brücke die Grenzen der Belastbarkeit erreicht, sie sei nicht sanierungsfähig. Das Material habe so starke Ermüdungserscheinungen, dass es mit Reparieren und Flicken nicht getan sei.

LfS sieht keine Gefahr für Fahrer

Müssen Autofahrer Gefahr fürchten, wenn sie das betagte, 24 Meter hohe Bauwerk befahren? LfS-Leiter Nauerz beruhigt auf Nachfrage. „Nein, keine Sorge. Wir haben die Fahrspuren auf der Brücke so verlagert, dass der Verkehr mit den schwierigen Stellen nicht in Berührung kommt.“

Für das Nachfolge-Bauwerk hatten die Planer noch vor wenigen Jahren 50 Millionen Euro angesetzt. „Inzwischen ist diese Zahl auf 78 Millionen angewachsen“, spricht Nauerz von „Preisindex-Steigerungen, wie wir sie aktuell auf dem Bausektor leider überall haben“. Den Auftrag für den Neubau hat eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) erhalten, die sich aus den großen Bauunternehmen Züblin, Donges Steeltec und Strabag zusammensetzt.

Dass die Grumbachtalbrücke sogar international von Bedeutung ist, erläuterte Birgitta Worringen vom Bundesverkehrsministerium, das die Kosten komplett trägt. „Die Brücke ist Teil der A 6, die als Europastraße E 50 von der Atlantikküste bei Brest bis nach Machatschkala in Russland führt.“

Keine Umleitung durch die Dörfer

Worringen versprach, dass der Verkehr während der fünfjährigen Bauzeit stets zwei Spuren pro Richtung werde nutzen können. Sperrungen, womöglich verbunden mit Umleitungen durch Dörfer, werde es nicht geben. Kurzzeitige Ausnahmen gebe es nur, wenn an der Baustelle mal die Verkehrsführung umgestellt werde.

Wie Nauerz erläuterte, wird parallel zur heutigen Brücke bis 2021 der erste Teil des Neubaus errichtet. Über diesen werde anschließend der Verkehr vierspurig geführt, während die alte Brücke abgerissen werde. An deren Stelle wachse die zweite Hälfte des neuen Bauwerks in die Höhe – die zukünftige Richtungsfahrbahn nach Mannheim. Zum Schluss, so Nauerz, werde der Straßenkörper des ersten Teilbauwerks in spektakulärer Manier auf die neue Pfeiler-Konstruktion geschoben – in seine endgültige Lage. „Die Verkehrsfreigabe ist für 2024 geplant“, sagte der LfS-Leiter.

Übrigens ist die Grumbachtalbrücke nicht das einzige ehrgeizige Autobahnbrücken-Projekt im Saarland. Birgitta Worringen: „Zurzeit wird ja gerade die Illtalbrücke der A 1 bei Eppelborn neu gebaut. Sie soll nächstes Jahr fertig werden. Und dann ist da noch die Fechinger Talbrücke der A 6: Deren Neubau ist zurzeit in Planung. Wir hoffen, in zwei Jahren mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“

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