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WorstBeatz: Die Beats von Apache 207 kommen aus Schifferstadt
Die beiden Goldenen Schallplatten hängen links und rechts an der Wand über dem Mischpult. Es sind die ersten beiden Trophäen, die Furkan Duran, auch bekannt unter dem Künstlernamen WorstBeatz, als Produzent für den Ludwigshafener Rapper Apache 207 erhalten hat. Dessen Songs „Kein Problem“ und „2 Minuten“ sind die Ersten, an denen der 27-jährige Schifferstadter mitgewirkt hat, die die notwendigen Anzahlen an verkauften CDs und Streaming-Aufrufen für eine Goldene Schallplatte erreicht haben.
„Mittlerweile müssten es über zehn sein, manche Songs haben auch schon Platin erreicht“, sagt Duran. Bis die Bilderrahmen mit dem Edelmetall da sind, dauert es aber. Doch eigentlich ginge es ihm nicht mehr primär um Auszeichnungen. „Am Anfang wollte ich mit meiner Musik Goldene Schallplatten kriegen. Das ist, glaube ich, das Ziel jedes Künstlers in der Musikbranche. Wenn man dann eine hat, merkt man erst richtig, dass immer Luft nach oben ist“, sagt er. „Ich will Songs machen, die langlebig sind.“
Erste Beats nicht im Takt
Angefangen hat alles mit einem Computerprogramm, das sein bester Freund, ein begeisterter Tänzer, nutzte, um Musikstücke zusammenzuschneiden. Duran, damals zwölf Jahre alt und seit seiner Kindheit Hip-Hop-Fan, fing an, mit dem Programm seine eigene Musik zu machen. „Meine allerersten Beats waren nicht mal im Takt“, erinnert er sich. Der Name WorstBeatz soll aber nichts damit zu tun haben, dass seine Beats die Schlechtesten sind. „Worst ist umgangssprachlich und bedeutet so was wie ,die krassesten Beats’“, erklärt er.
Während seiner Schulzeit habe er die Musik als Hobby gesehen, „ich dachte, das kann kein Hauptberuf werden, zumindest nicht in Deutschland“. Bis er sah, dass es auch international erfolgreiche Produzenten von hier gibt. Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Ludwigshafen fing Duran ein Studium der Wirtschaftsinformatik an, „als Plan B“. Neben dem Studium und einem 450-Euro-Job in einem Schuhladen arbeitete er nachts weiter an seiner Musik. 2018 lernte er über einen gemeinsamen Freund Apache 207 (bürgerlich Volkan Yaman) kennen, der zu dem Zeitpunkt erst zwei Songs veröffentlicht hatte.
Studium abgebrochen
„Zu dem Zeitpunkt waren wir in der gleichen Situation“, sagt Duran. Auch er hatte damals kaum mit anderen Künstlern zusammengearbeitet. Beide unterbrachen bald darauf unabhängig voneinander ihr Studium, um sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. „Mein größter Antrieb ist, nie wieder einen Plan B zu brauchen“, sagt Duran. „Hierfür muss ich Musik machen können, wann ich will. Um 100 Prozent geben zu können, brauche ich einen freien Kopf.“
Auch wenn Aufnahmen mit Apache 207 mittlerweile in externen Studios stattfinden, hat Duran noch ein eigenes kleines Studio in seiner Wohnung. „Das ist meine private Zone, wo ich einfach Sachen ausprobiere“, sagt er. Wenn er mal ohne Laptops unterwegs sei, nehme er Ideen für Beats oft als Sprachmemos auf dem Handy auf oder notiere sich Stellen aus bekannten älteren Songs, um sie später als Sample zu verwenden.
Das erste Mal, als er eines der Lieder, an denen er mitgearbeitet hatte, in der Öffentlichkeit gehört hat, ist ihm noch lebhaft in Erinnerung. „Da war ich gerade auf dem Heimweg von meinem Nebenjob und stand an der Ampel“, erzählt er. In einem entgegenkommenden Auto schallte „Kein Problem“ aus den Boxen. „Da war ich erstmal in Schockstarre, die Ampel ist grün und fast wieder rot geworden, bis ich losgefahren bin.“ Mit dem zunehmenden Erfolg habe er sich mittlerweile an solche Momente gewöhnt. „Aber es ist trotzdem ein unglaubliches Gefühl, unterwegs zu sein und von irgendwoher ertönt einer meiner Songs, sei es im Club oder auch einfach nur in einem Café, und du merkst: Die Menschen um dich herum feiern das gerade. Das macht was mit einem.“
Vielseitige Einflüsse
Duran ist einer von wenigen Produzenten, mit denen Apache 207 zusammenarbeitet. Was die beiden außer ihrer Herkunftsregion verbindet, ist ihr künstlerischer Anspruch. „Apache versucht, in jedem Song eine neue Seite von sich zu zeigen“, sagt Duran. „Mein Anspruch ist, dass es nicht so klingt wie die letzten fünf Songs aus den Charts.“ Seine Inspiration holt er sich aus verschiedenen Musikstilen. „Ich höre mir verschiedene Genres an, um zu hören, wie sich das Soundbild entwickelt.“ Genauso vielseitig ist seine Musik, in der sich elektronische Einflüsse mit Klavier und Gitarre abwechseln, die Eurodance der 90er Jahre mit verschiedenen Hip-Hop-Stilrichtungen vereint. Momentan ist Duran bei Feder Musik, der Managementfirma von Apache 207, unter Vertrag. „Da kommen auch in Zukunft noch Projekte“, sagt er. Welche das sind, kann er noch nicht verraten.