Rhein-Pfalz Kreis „Wir machen das ... “
«Schifferstadt». Sie kommen aus verschiedenen Vereinen und Organisationen, die meisten kennen sich untereinander noch nicht. Doch die vielen Männer und Frauen aller Altersgruppen, die am Freitagabend im Festzelt am Bahnweiher zum ersten Ehrenamtsfest der Stadt Schifferstadt zusammengekommen sind, haben einiges gemeinsam: Sie engagieren sich ehrenamtlich im Heimatort, oft seit vielen Jahren.
Ohne die Ehrenamtlichen wären viele Aktionen, Angebote oder Veranstaltungen nicht denkbar. Jeder von ihnen kann eine Geschichte erzählen. Ralph Schäffner (49) und Harald Driedger (55) engagieren sich im Team 31 in der Flüchtlingshilfe. „Als Angela Merkel gesagt hat ,wir schaffen das’, haben wir gesagt, ,wir machen das’“, erklärt Driedger. Ralph Schäffner betreut das Möbelteam im Team 31. Fast jeden Samstag ist er unterwegs, holt Möbelspenden ab oder bringt sie zu denen, die sie brauchen. Außerdem betreut er das Dolmetscherteam und den E-Learning Raum und kümmert sich um vier Männer aus Eritrea. Er freut sich über das Dankeschön-Fest, zu dem er nun eingeladen ist, betont aber, dass er von der Stadt auch bisher schon viel Dankbarkeit und vor allem Hilfe erfahren hat. Harald Driedger und seine Frau betreuen eine sechsköpfige Familie aus Syrien. „Am Anfang war es Ehrenamt, daraus ist Freundschaft geworden, heute betrachten wir uns zusammen als eine Familie“, erzählt er. Seine Frau lerne gerade mit der Syrerin zusammen nähen. „Sie machen das nicht als Flüchtlingshilfe, sondern als Freundinnen“, erzählt er. Rudolf Bernatz (67) und sein Sohn Stephan (42) engagieren sich seit vielen Jahren für die Malteser und in der Fasnacht für die KGS. Sie sind die Männer, die im Hintergrund dafür sorgen, dass Veranstaltungen stattfinden können, beim Auf- und Abbau helfen, Essen ausgeben, Transporte übernehmen. Manchmal stehe er aber auch im Vordergrund, er sei der Till in der Fasnacht, erklärt Stephan Bernatz und zeigt ein Bild, auf dem er mit Malu Dreyer und Chako Habekost bei der Verleihung des Saumagenordens zu sehen ist. Stephanie Bengert (57) muss erst ein bisschen überlegen, welches Ehrenamt ihr am wichtigsten ist. Sie engagiert sich im Pfarreirat der Pfarrei Heilige Edith Stein. „Mir ist es wichtig, dass die drei Gemeinden zusammenwachsen“, sagt sie. Außerdem engagiert sie sich im Weltladen, bei Schmagges und im Soroptimist-Club Speyer, einem Club beruflich und sozial engagierter berufstätiger Frauen. Ihr Ehemann Volker (57) ist Club-Sekretär im Lions Club Schifferstadt Goldener Hut. „Wir engagieren uns sehr stark in Schifferstadt, haben zum Beispiel dem ambulanten Hospiz- und Palliativdienst ein Fahrzeug finanziert“, erklärt er. Gaby Riefling-Repp (60) trifft man zweimal pro Woche im Weltladen, wo sie sich in der Steuerungsgruppe engagiert. Sie plant Veranstaltungen, macht den Einkauf von Kunsthandwerk, und entwirft als selbstständige Grafikerin Plakate oder die Etiketten für Weltladenprodukte. Das Logo der Pfarrei Heilige Edith Stein hat sie auch gestaltet. Diese Männer und Frauen sind nur ein kleiner Anteil der rund 300 Ehrenamtlichen, die am Freitagabend zusammenkamen. Sie haben sich ehrlich über die Einladung zum Ehrenamtsfest gefreut zu dessen Gelingen maßgeblich die Musik der mitreißenden Puzzle Band der Lebenshilfe in Neustadt beigetragen hat. Die Idee zu diesem Ehrenamtsfest hatte Ilona Volk bei der Vorbereitung für die Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Schifferstadt, die etwa alle fünf Jahre im feierlichen Rahmen stattfindet. Oft seien da Personen in Leitungsfunktion im Fokus. Nun wolle sie den vielen Ehrenamtlichen, die sonst eher im Hintergrund stehen mit einem Fest danke sagen.