VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Harald Löffler Bürgermeister werden will

Bei seiner Vorstellung: Harald Löffler (im Vordergrund). Im Hintergrund sind Bürgermeister Manfred Scharfenberger (Mitte), dem L
Bei seiner Vorstellung: Harald Löffler (im Vordergrund). Im Hintergrund sind Bürgermeister Manfred Scharfenberger (Mitte), dem Löffler nachfolgen will, und der stellvertretende CDU-Chef Wilfried Röther zu sehen.

Der CDU-Gemeindeverband Römerberg-Dudenhofen hat am Mittwochabend bei einer Mitgliederversammlung in der Festhalle in Dudenhofen einstimmig Harald Löffler zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Der 50-Jährige soll das Hauptamt zum 1. Juli 2022 von seinem Parteikollegen Manfred Scharfenberger übernehmen. Die Wahl ist am 6. März.

Obwohl bereits im Vorfeld klar war, dass die CDU Harald Löffler ins Rennen um das Bürgermeisteramt schickt, war der 50-Jährige vor dem Wahlgang doch aufgeregt. Der CDU-Vorstand hatte sich zuvor in mehreren Sitzungen beraten und kam zu dem Schluss, den Harthausener Ortsbürgermeister aufgrund seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit den 59 anwesenden Mitgliedern zur Abstimmung vorzuschlagen. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Wilfried Röther aus Römerberg stellte Löffler kurz vor: „Harald hat die Verwaltung von der Pike auf kennengelernt“, sagte Röther und verwies auf Löfflers Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und seine Tätigkeit im Bauamt und im Einwohnermeldeamt bei der Gemeindeverwaltung Römerberg. „Er weiß, wie der Hase läuft und was zu machen ist“, bilanzierte Röther und sagte, dass der Bürgermeister als Manager der Verwaltung fungieren müsse. Dafür sei Löffler auch deswegen geeignet, weil er 1994 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und seitdem eine Kunststoffverarbeitungsfirma führt. „Es ist wichtig, wenn man von beiden Seiten Ahnung hat“, sagte Röther und meinte damit, dass Löffler sowohl mit dem Inneren einer Verwaltung vertraut sei, als auch die freie Wirtschaft kenne, in der effizient gearbeitet und auf die Kosten geschaut werden müsse.

Politisch sehr erfahren

Löffler, der seit 1994 Mitglied im Harthausener Ortsgemeinderat ist und seit 1999 im Verbandsgemeinderat sowie seit 2014 im Kreistag sitzt, verfügt über eine langjährige politische Erfahrung. „Er ist seit 17 Jahren Ortsbürgermeister von Harthausen. Das soll mal einer nachmachen“, hob Röther hervor. Ihm zufolge gelang das nur, weil Löffler „seine Augen und Ohren bei der Bevölkerung hat“. Der 50-Jährige sei nicht nur fachlich, sondern auch menschlich eine herausragende Persönlichkeit, die der CDU Mehrheiten bringen könne, sagte Röther. Die Christdemokraten konnten bei den Kommunalwahlen 2019 nur noch in Harthausen ihre absolute Mehrheit verteidigen.

Zum Abschluss seiner Rede konnte sich Röther eine Spitze gegen die Konkurrenz nicht verkneifen: „Es gibt eine Kompetenz, die Harald nicht hat: Du bist kein Landschaftsgärtner, aber das ist keine Kompetenz, um Bürgermeister zu werden“, sagte er und spielte damit offenbar auf Justus Rabe (FDP) an. Rabe soll für die FDP ins Rennen geschickt werden und arbeitet im BASF-Agrarzentrum. Dort war auch Matthias Hoffmann (Grüne) beschäftigt, der als möglicher Grünen-Kandidat gehandelt wird. Die Partei will ihren Kandidaten am 10. September nominieren.

Lange über Kandidatur nachgedacht

Harald Löffler erklärte, dass er lange darüber nachgedacht habe, ob er kandieren soll. Er sei seit mehr als 25 Jahren selbstständig und mit seiner Firma durch Höhen und Tiefen gegangen. Bei einem Wahlerfolg müsste er Regelungen treffen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht, weil er als Bürgermeister hauptberuflich tätig wäre. „Da muss die Familie mitmachen“, sagte der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Der 50-Jährige gab auch einen kurzen Einblick in sein Wahlprogramm: Er will die Verwaltung zukunftsfähig machen, indem Homeoffice-Möglichkeiten für die Mitarbeiter ausgebaut werden. Für die Bürger sollen Onlinezugänge ausgeweitet werden. Löffler nannte als Beispiel, dass ein Reisepass im Internet beantragt werden kann, um sich den Gang ins Rathaus zu sparen. Zudem soll die Terminvergabe für die Rathäuser intensiviert werden, um Einzelfälle schneller aufzuarbeiten. Außerdem pocht Löffler auf einen konsequenten digitalen Ausbau der Schulen und will sich für den Hochwasserschutz einsetzen. Des Weiteren legt er Wert darauf, dass die Zusammenarbeit mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) intensiviert wird und die bereits in die Wege geleitete Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Dudenhofen sowie die angedachten Neubauten in Mechtersheim und Harthausen umgesetzt werden. Erreichen will Löffler auch, dass Biotope vernetzt werden und die touristische Attraktivität der Verbandsgemeinde gesteigert wird.

Kommentar: Wahlerfolg geht nur gemeinsam

Die CDU hat mit Harald Löffler ihren geeignetsten Kandidaten aufgestellt. Ein Wahlsieg ist aber nicht selbstverständlich.

Harald Löffler hat alles, was einen perfekten Kandidaten für das Bürgermeisteramt auszeichnet: jahrzehntelange politische Erfahrung mit andauernden Wahlerfolgen als Harthausens Ortsbürgermeister sowie Kenntnisse aus der Verwaltung und der freien Wirtschaft. Dennoch ist ein Wahlsieg nicht sicher. Die CDU ist deutschlandweit angeschlagen. Der Ausgang der Bundestagswahl kann auch richtungsweisend für die Bürgermeisterwahl sein. Löfflers erste Ideen für ein Wahlprogramm sind solide. Nun muss er seine Fähigkeit, „nah’ bei de Leut’ zu sein“, ausspielen, sich auch in den anderen Orten in der Verbandsgemeinde bekannter machen und seine Ideen präzisieren. Dabei muss er auf die Unterstützung der CDU-Mitglieder bauen, denn ein Wahlerfolg wäre nur gemeinsam möglich.

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