Limburgerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Was war, was kommt: Von guten Plänen und Krisenfällen

Es war endlich wieder was los in Limburgerhof. Besonders beeindruckt hat Andreas Poignée ein Western-Konzert der Kreismusikschul
Es war endlich wieder was los in Limburgerhof. Besonders beeindruckt hat Andreas Poignée ein Western-Konzert der Kreismusikschule auf dem Burgunderplatz.

Corona ist zum ersten Mal seit zwei Jahren kein beherrschendes Thema, wenn Andreas Poignée (CDU) über das vergangene Jahr in Limburgerhof Bilanz zieht und aufzählt, was sich die Gemeinde für 2023 alles vorgenommen hat. Der Bürgermeister verrät auch, wann er ein mulmiges Gefühl bekommt.

„Ich habe das Gefühl, dass wir kulturell wieder im Vor-Corona-Niveau angekommen sind. Ich bin richtig fasziniert, was es im letzten Jahr alles wieder an Veranstaltungen gab. Bis auf Sommertags- und Martinsumzug hat alles wieder stattgefunden“, sagt der Bürgermeister. Egal ob Filmfrühling, Straßenfest oder Weihnachtsmarkt bei strömenden Regen – die Leute seien gekommen. „Ich glaube, die Menschen sind richtig ausgehungert gewesen nach Veranstaltungen“, sagt Poignée. Besonders beeindruckt hat ihn ein Western-Konzert der Kreismusikschule auf dem Burgunderplatz.

Wenn er die Liste dessen, was sich die Gemeinde vor einem Jahr für 2022 vorgenommen hat, durchsieht, stellt Poignée erfreut fest, dass „eigentlich alles abgearbeitet worden ist“.

Großprojekte werden fertig

Viel sei für den Bereich Kinder- und Jugend gemacht worden, und zwar sowohl was Schule als auch was Freizeit betreffe. Der Bolzplatz, den sich der Jugendgemeinderat seit Jahren wünscht, ist endlich fertig. Sobald der angelegte Rasen dort gut angewachsen ist, wird er den Jugendlichen übergeben. Ja, gibt Poignée zu, das habe schon lange gedauert, bis es endlich soweit war. Viele Bürger würden sich wundern, warum so viel Zeit vergeht, bis Projekte umgesetzt sind. Wenn sie hinter die Kulissen schauen könnten, würden sie feststellen, wie mühsam das manchmal sein kann. Da müssten etliche Fragen geklärt und Bedenken ausgeräumt werden. „Irgendeiner findet immer ein Haar in der Suppe und dann muss man eben an einem Kompromiss arbeiten“, erklärt Poignée.

Außerdem hat der Jugendgemeinderat von der Gemeinde eine Fläche zwischen den Sportplätzen bekommen, auf der Fitnessgeräte installiert werden können. Ein zusätzlicher Jugendraum im Jugendzentrum ist ebenfalls 2022 fertiggestellt worden. In den Schulen wurden Lüftungsanlagen installiert, in den Kitas soll es Anfang dieses Jahres auch endlich soweit sein. An der Domholzschule wurde ein Container als zusätzlicher dringend benötigter Schulraum aufgestellt. Ein Mammut-Projekt ist die Sanierung der Carl-Bosch-Turnhalle, die die Verwaltung 2022 gut beschäftigt hat. Im Frühjahr soll sie abgeschlossen sein. Das zweite Großprojekt, das die Gemeinde Limburgerhof 2022 begonnen hat, wird hoffentlich auch noch in diesem Jahr fertig: der Ausbau des Hermann-Löns-Weges. Der erste von drei Bauabschnitten ist schon fast fertig. Es gibt Pläne, das Oberflächenwasser nach dem Straßenausbau künftig zu filtern und zu sammeln. Damit könnte dann der Rasenplatz, in den der bisherige Hartplatz umgewandelt werden soll, bewässert werden.

Carsharing kommt an

Nutzer von Carsharing können sich seit August über ein zweites Auto freuen, das im Mühlweg stationiert ist. Das Angebot werde nach Informationen von Poignée im Ort gut angenommen. Ebenso das neu eingeführte Next-Bike-Angebot. 15 Fahrräder stehen am Bahnhof und am Agrarzentrum bereit. „Wir sind der erste Ort im Kreis, der so etwas hat und es wird genauso gut angenommen, wie gedacht“, freut sich der Bürgermeister.

Im Bereich Wohnungsbau hat sich auch einiges getan: Die beiden Gebäude des Kreiswohnungsverbandes in der Fichte- /Goethestraße mit 24 neuen Wohnungen sind fertig. Allerdings ist die Gemeinde noch auf der Suche nach weiterem Wohnraum für Flüchtlinge. „Wir sind da am Limit, aber es werden neue Zuweisungen kommen“, ist sich Poignée sicher.

Am Ende seines Rück- und Ausblicks kommt Poignée dann doch noch auf Corona und andere Krisen zu sprechen. „Wenn ich eines in den vier Jahren meiner Amtszeit gelernt habe: Krisen treten permanent ein“, sagt Poignée. Erst sei es Corona gewesen, dann eine drohende Gasmangellage und ein Blackout. Und da sei es wichtig, dass eine Verwaltung gut darauf vorbereitet ist. Eigentlich sei für den Katastrophenschutz die Kreisverwaltung zuständig, bei den Gemeinden liege die Verantwortung für Brandschutz und allgemeine Hilfe. Dennoch seien die Gemeindeverwaltungen nun aufgefordert, für Krisenfälle – das klinge besser als „Katastrophen“ – gut gerüstet zu sein. Das beinhaltet nicht nur die beiden neuen Sirenen, die im Laufe des Jahres die alten ersetzen sollen, sondern vor allem die Bildung eines Verwaltungsstabes. Den habe es im kleineren Maß schon für Corona gegeben, jetzt werde er ausgebaut.

Bevölkerung sensibilisieren

„Man hat schon ein mulmiges Gefühl, wenn man sich damit beschäftigt“, gibt Poignée zu, doch wenn die Mitarbeiter geschult sind, erleichtere das die Arbeit im Krisenfall. Er möchte auch die Bevölkerung sensibilisieren, aber keinesfalls schockieren. „Aber mir wäre es schon lieb, wenn Leute ihre Dokumente und benötigten Medikamente beisammen hätten und einen Notvorrat in der Wohnung.“ In der Hoffnung, dass Poignée nächstes Jahr beim Jahresrückblick sagen kann: Wir waren gut vorbereitet, haben es aber zum Glück nicht gebraucht.

Die Serie und der Empfang

Was wurde 2022 alles erledigt, was steht 2023 an? Wir haben mit den Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus. Der Neujahrsempfang der Gemeinde Limburgerhof findet am Mittwoch, 11. Januar, 19 Uhr, im Kultursaal statt.

Andreas Poignée
Andreas Poignée
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