Limburgerhof
Das Limburgerhofer Bolzplatz-Projekt und die Maulwurfshügel
Der Wunsch war klar formuliert: Der Jugendgemeinderat Limburgerhof möchte einen Bolzplatz. Eigentlich hätte der Gemeinderat diesen Wunsch auch letztes Jahr schon erfüllen wollen, und zwar auf der Wiese neben der Rudolf-Wihr-Realschule plus, wo sich früher schon die Dorfjugend zum Kicken getroffen hat. Der Gemeinderat fand das gut, ebenso wie die Jugend, die Schule und der Rhein-Pfalz-Kreis, dem das Gelände gehört. Anfangs zumindest schien es sogar noch so, als ob der Platz auf Kosten des Kreises hergerichtet werden könnte. Denn so voller Maulwurfshügel wie das Gelände ist, muss erst noch etwas getan werden, bevor man Tore aufstellen kann. Das war im September 2020.
Im Frühjahr 2021 machte der Kreis zunächst einen Rückzieher. Der Bolzplatz sollte nicht angelegt werden, denn man wolle das Gelände für eine mögliche Erweiterung der Schule freihalten. Weitere Gespräche folgten. Dann machte der Kreis einen Rückzieher vom Rückzieher und gestattete der Gemeinde Limburgerhof doch, einen Bolzplatz auf der Wiese anzulegen. „Wir haben gute Gespräche mit dem Kreis gehabt“, betont Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) im RHEINPFALZ-Gespräch. Im Dezember 2021 wurde dann ein entsprechender Vertrag zwischen dem Kreis und der Gemeinde unterzeichnet. Demnach darf die Gemeinde den Platz umsonst nutzen, solange er nicht für eine Schulerweiterung benötigt wird, muss ihn aber auf eigene Kosten herrichten.
Wie das gemacht wird, darum ging es nun in einer Sitzung des Bauausschusses. Eigentlich, sagt Bürgermeister Poignée, hätte der Bolzplatz auf dem nördlichen Teil der Wiese direkt beim Eingang vom Parkplatz aus und mit Abstand zu den Klassenzimmern hergerichtet werden sollen. Dazu hätte man jedoch die Maulwurfshügel beseitigen müssen, in diesem Bereich waren die Tiere ganz besonders eifrig.
Maulwürfe sind geschützt
Das ist aber gar nicht so einfach, denn Maulwürfe gehören zu den besonders geschützten Arten. Vergrämen darf man sie zwar, doch man muss behutsam dabei vorgehen. Zwischen Ende März und Ende Mai darf man gar nichts machen, dann wächst der Nachwuchs in den Nestern unter der Erde heran. Danach dürfte man das Erdreich nur in den Morgenstunden, in denen die Maulwürfe besonders aktiv sind, vorsichtig und schichtenweise abtragen, damit die Tiere eine Möglichkeit haben zu flüchten.
Daher hat sich die Gemeinde nun entschieden, den Bolzplatz auf dem südlichen Teil der Wiese, wo noch keine Maulwürfe wohnen, anzulegen und diesen dann mit einer Maulwurfsperre zu umgeben. Da es sich nur um einen Bolzplatz handelt, für den es keine vorgeschriebenen Abmessungen gibt, sollte die Hälfte der ursprünglichen Spielfeldgröße für ein flüssiges Spiel ausreichen, befanden die Ortspolitiker. Eine Fachfirma wird nun den Untergrund etwa sechs Zentimeter tief abtragen und eine neue Rasentragschicht mit einer Entwässerungsmöglichkeit anbringen. Die Verwaltung im Rathaus Limburgerhof geht davon aus, dass die 70.000 Euro, die für den Bolzplatz im Haushaltsplan stehen, ausreichen werden.
Sowohl die Allgemeinheit als auch die Schule können den Bolzplatz dann nutzen. Der nördliche Teil der Wiese mit den Maulwurfshügeln könnte in einem Schulprojekt von Schülern maulwurfschonend umgestaltet werden.