Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel VR-Bank-Areal : Erster Schritt für 30 Wohnungen

Der Entwurf der Architekten zeigt die Ansicht auf das Areal der ehemaligen VR-Bank aus südlicher Richtung, hier die rechte Seite
Der Entwurf der Architekten zeigt die Ansicht auf das Areal der ehemaligen VR-Bank aus südlicher Richtung, hier die rechte Seite an der Speyerer Straße.

Grünes Licht vom Bauausschuss gab es für die Pläne der VR Bank-Rhein-Neckar, auf dem Areal der mittlerweile abgerissenen Bankfiliale in der Ortsmitte, vier Wohngebäude zu bauen.

Eigentlich hätten sich die Kommunalpolitiker dort lieber einen Lebensmittelmarkt gewünscht. Die Planänderung sorgte damals für Unmut. Vor allem die Grünen standen den neuen Plänen der Bank von Anfang an skeptisch gegenüber. Als im Januar der ursprüngliche, 2019 beschlossene, sogenannte vorhabenbezogene Bebauungsplan mit dem Titel „Ortsmitte zentrale Nahversorgung“ aufgehoben werden sollte, kam es zu heftigen Diskussionen unter den Kommunalpolitikern. Die Grünen fühlten sich gar hinters Licht geführt.

Denn: Im Einvernehmen mit der VR Bank hoffte man bis Anfang des Jahres, den Mutterstadtern auch in der Ortsmitte in baldiger Zukunft einen Lebensmittelmarkt bieten zu können, damit sich auch die auf kurzem Weg versorgen können, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Potenzieller Kandidat für einen Markt in der Mitte war Edeka Stiegler. Derzeit gibt es im Ort an den Ortsausgängen zwei Supermärkte, einen Richtung Ludwigshafen und einen Richtung Dannstadt.

In einer gemeinsamen Sitzung von Rat und Bauausschuss im Februar erläuterten Vertreter der VR Bank, darunter auch Vorstandsmitglied Michael Mechtel, wie es zur Planänderung gekommen sei. Kurz: Die Bedingungen des recht schmal geschnittenen, 4000 Quadratmeter großen Areals zwischen Speyerer Straße und Gartenstraße seien nicht optimal. Nach ersten Berechnungen seien die Verkaufs- und die Nebennutzfläche für einen Markt auf maximal 850 sowie 720 Quadratmetern beschränkt und somit unattraktiv für die meisten großen Supermarkt-Filialisten. Einzig Edeka blieb übrig. Das war 2018. Corona, Ukraine-Krieg und damit einhergehende gestiegene Baukosten hätten dazu geführt, dass auch der Mietpreis für den Lebensmittel-Riesen gestiegen worden wäre. Das habe Edeka aber letztlich nicht zahlen wollen. Um das Gelände wirtschaftlich nutzen zu können, plante die Bank schließlich um und entschied sich für die Wohngebäude-Variante. 30 Mietwohnungen – keine Eigentumswohnungen wie VR-Bank-Vertreter noch einmal versicherten – sollen in vier Mehrfamilien-Häuser entstehen.

Mehr Grün gefordert

Die Mehrheit der Kommunalpolitiker ließ sich im Februar überzeugen, den ursprünglichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzuheben, vor allem auch, weil in ihrer Kommune Wohnraum immer knapper wird. Und: Weil diese Entscheidung schließlich nicht das grundsätzliche Aus für einen Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte bedeute. Lediglich die Grünen stimmten dagegen.

Nun gab es vom Bauausschuss am Dienstag grünes Licht für den neuen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Ortsmitte – für den nördlichen Bereich zwischen Speyerer Straße und Gartenstraße“. Zuvor warb Bürgermeister Thorsten Leva (SPD) erneut für den Plan: „Wir brauchen in Mutterstadt mehr Wohnraum.“ Die Grünen, vertreten durch die Fraktionsvorsitzende Christa Scheid, stimmten erneut dagegen – obwohl sie darin „gute Ansätze“ sehe. Was der Partei für den Umweltschutz zum Beispiel gefallen haben dürfte, sind die etwa 30 Bäume, die das neue Wohngebiet begrünen und beschatten sollen. „Mehr als gesetzlich notwendig“, wie Architekt Constantin Görtz vom gleichnamigen Architekturbüro aus Weinheim betonte. Das sei eine Anregung der Grünen gewesen, und es soll dem Wunsch nach mehr Grün und Aufenthaltsqualität entsprechen, ebenso wie die begrünten Schallschutzwände oder die drei auf dem Areal verteilten Kinderspielplätze.

In der Sitzung am Dienstag stellte Nicolas Moorbach vom Büro Heger aus Kaiserslautern den Bebauungsplan vor, der nun schon etwas detaillierter war. Er betonte noch einmal, dass sich die zwei zweigeschossigen und zwei dreigeschossigen Gebäude mit jeweils einem Staffelgeschoss (zurückgesetzte Wohnung mit Dachterrasse) in die Umgebung einfügen würden. Ebenso die Tatsache, dass die zwei Wohngebäude an der Speyerer Straße direkt am Bürgersteig angrenzen, so wie die „historische gewachsene Bauweise“ in dieser Straße sei.

Kritik an Grenzbebauung

Diese Grenzbebauung war der wesentliche Grund für Christa Scheid, sich gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu entscheiden. „Wir holen alles wieder direkt an die Straße, während die Filiale der VR Bank schon nach hinten versetzt gewesen war“, kritisierte sie. Solch ein Bebauungsplan würde eine einengende Bebauung begünstigen, mit der zum Beispiel Rollstuhlfahrer benachteiligt werden könnten. Dagegen argumentierte Bürgermeister Leva: „Die Gehwege sind dort zwei Meter breit.“

Architekt Görtz verteidigte den Entwurf unter anderem damit, dass mit dem vorgeschlagenen Zurücksetzen des Gebäudes vor diesem dann Stellplätze entstehen müssten, die jetzt im Innenhof vorgesehen seien. Das wiederum würde bedeuten, dass die Autos auf die vielbefahrene Speyerer Straße ausparken müssten, was auch für die Fußgänger gefährlich wäre. Nach derzeitiger Planung und Nutzung müssen zwischen 57 und 60 Stellplätze zwischen und seitlich an den Häusern ausgewiesen werden. Laut Görtz hänge die endgültige Zahl davon ab, ob Praxen Interesse haben, sich in die Häuser einzumieten. Mit zwei Arztpraxen sei man im intensiven Gespräch.

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