Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Vorsitzender des Seniorenbeirats tritt zurück

Steht nicht mehr dem Dudenhofener Seniorenbeirat vor: Reimund Gebhard.
Steht nicht mehr dem Dudenhofener Seniorenbeirat vor: Reimund Gebhard.

Nach eineinhalb Jahren als Vorsitzender des Seniorenbeirats in Dudenhofen hat Reimund Gebhard sein Mandat niedergelegt. Grund sind unterschiedliche Sichtweisen zwischen ihm und der Verwaltung. Wie es nun mit dem Gremium weitergeht, ist noch unklar.

Der 69-Jährige erklärt seinen Schritt gegenüber der RHEINPFALZ damit, dass es ihm wichtig gewesen sei, frühzeitig die Möglichkeit zu bekommen, die Perspektive der Senioren in die politische Meinungsbildung und damit auch in den Entscheidungsprozess mit einfließen zu lassen. Und dass nicht nur bei Themen wie Friedhof, Pflege und Mobilität, sondern auch bei den Aspekten Wohnen, Verkehr, Ortsgestaltung und Digitalisierung. Er habe nicht nur im Gemeinderat, sondern bereits in Ausschusssitzungen und beim Entstehen der Themen mitreden wollen, sagt Gebhard. Als Beispiel führt er die Verkehrsschau der Ortsgemeinde in Dudenhofen an, zu der er nicht eingeladen gewesen sei. Außerdem findet er es bedauerlich, dass es vonseiten der Verwaltung während der Pandemie wenig Spielraum für Veröffentlichungen des Beirats im Amtsblatt gegeben habe. Dieses sei während des Lockdowns das einzige Sprachrohr zu den Senioren, sagt der 69-Jährige, der sich die Stärkung der digitalen Kompetenz älterer Menschen auf die Fahnen geschrieben hat. Er möchte sich weiterhin für die Senioren in Dudenhofen und der Region engagieren und plant, gemeinsam mit seinen Mitstreitern Peter Liebner und Peter Demsar eine Anlaufstelle für digital interessierte Senioren aufzubauen. Die Drei haben sich zu Digitalbotschaftern des Landes ausbilden lassen und zuletzt den „Digital-Treff 60 plus“ organisiert. Eine weitere Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dudenhofen schließe er dabei nicht aus, sagt Gebhard.

Geduld vermisst

Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) bedauert Gebhards Schritt. „Ich halte ihn aber nicht mehr auf“, sagt Hook und verweist auf zwei Rücktritte von Gebhard nach internen Streitigkeiten in der Vergangenheit, nach denen er ihn zum Weitermachen überredet habe. Er habe bei Gebhard Geduld und Nachsicht vermisst, „dass nicht alles gleich umgesetzt werden kann“, sagt der Ortschef. Punkte, die der Seniorenbeirat bei einer eigenen Verkehrsbegehung bemängelte, habe er an die Verwaltung weitergegeben. „Es geht aber nicht von heute auf morgen. So funktioniert Politik nicht“, sagt Hook. Zur Verkehrsschau der Ortsgemeinde erklärt er, dass aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Beschränkungen nur ein kleiner Personenkreis dabei sein durfte und selbst die Vorsitzenden der Ratsfraktionen nicht anwesend sein konnten. Der Ortsbürgermeister findet es auch problematisch, dass Sitzungen des Seniorenbeirats mit der Verwaltung aufgrund der Pandemie seit Monaten auf Eis gelegt sind. „Wir haben aber eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angeboten“, sagt Hook.

Nur amtliche Nachrichten

Zur Kritik bezüglich der Amtsblatt-Veröffentlichungen äußert sich Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Chef der Verwaltung, und verweist auf die Gemeindeordnung, nach der das Amtsblatt nur für amtliche Nachrichten vorgesehen ist. Die Pandemie spiele dabei keine Rolle, sagt Scharfenberger. Er macht deutlich, dass es kein Problem sei, Termine anzukündigen oder Hinweise abzudrucken, allerdings seien Gebhards Wünsche zu speziell gewesen. Er habe Handyfertigkeiten – etwa den Umgang mit dem Nachrichtendienst Whatsapp oder QR-Codes – vermitteln wollen. Das überschreite jedoch die Möglichkeiten eines Amtsblatts, das keine Fachzeitschrift sei, eine begrenzte Seitenanzahl habe und in dem zudem der Grundsatz der Neutralität gewahrt bleiben müsse. Außerdem gebe es nicht nur den Dudenhofener Seniorenbeirat, sondern in jeder Ortsgemeinde noch weitere Vereine und Gremien, weist Scharfenberger auch auf deren Interessen sowie die Vorgabe der Gleichbehandlung hin.

Mit Gebhards Rücktritt fehlt nun auch der Organisator für den Dudenhofener Fahrdienst zum Impfzentrum nach Schifferstadt. Scharfenberger sagt, dass die Nachfrage bisher sehr gering gewesen sei und der Fahrdienst aus anderen Orten einspringen könne.

Wie sich der Seniorenbeirat künftig aufstellt, ist noch unklar. Die stellvertretende Vorsitzende Rike Polaschek sagt, dass sie nach Ostern eine Versammlung einberufen möchte, bei der thematisiert werden soll, wie es weitergeht. Bisher habe sich noch niemand gemeldet, der Gebhards Nachfolge als Vorsitzender übernehmen möchte, sagt die 77-Jährige.

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