Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Valentinstag: Dies Blumen werden im Rhein-Pfalz-Kreis gekauft

Yvonne Siel hat rund um den Valentinstag viel zu tun. Der 14. Februar ist immer einer der umsatzstärksten Tage für die Floristen
Yvonne Siel hat rund um den Valentinstag viel zu tun. Der 14. Februar ist immer einer der umsatzstärksten Tage für die Floristen.

Der Valentinstag ist für die Blumenverkäufer einer der wichtigsten Tage im Jahr. Doch sind rote Rosen noch der Kassenschlager? Das sagen Floristen aus dem Rhein-Pfalz-Kreis.

Yvonne Siel steht vor einem Blumenmeer. Rot, gelb, grün, blau, orange – fast jeder Farbton ist hier im Blumenladen Frosch in Waldsee zu finden. Besonders angetan haben es Siel aber die rosanen und gelben Tulpen, die sie genau begutachtet. „Die liegen auch schon im Februar total im Trend“, sagt sie und nimmt sich eine davon heraus. Für die Floristin des Blumenfachgeschäfts Frosch ist gerade Hochbetrieb. Selten sind Blumen so nachgefragt, wie in den Tagen vor dem und natürlich am Valentinstag selbst. „Tulpensträuße als Geschenk werden für den 14. Februar immer beliebter. Das sind auch meine Lieblingspflanzen im Moment“, betont Siel, die seit sieben Jahren als Floristin bei Blumen Frosch arbeitet.

Vier Filialen hat das Unternehmen mittlerweile, drei davon im Rhein-Pfalz-Kreis mit Geschäften in Neuhofen, Maxdorf und eben Waldsee. Am Valentinstag mache die Branche hier den meisten Umsatz nach Muttertag, meint Siel. Die Nachfrage nach Blumen steige rund um den 14. Februar seit Jahren weiter an. „Und vor allem Schnittblumen laufen an Valentinstag am besten“, sagt sie. Gerbera, Chrysanthemen – und natürlich Rosen. „Ein Strauß roter Rosen ist am Valentinstag immer noch der Klassiker und wird am meisten verkauft“, erklärt Siel.

Blumensträuße mit besonderen Wünschen

Auch auffällig: Die Wünsche würden seit vielen Jahren individueller. „Die Männer sind deutlich besser vorbereitet. Viele wissen mittlerweile ganz genau, welche Blumen den Partnerinnen gefallen und wie der Strauß auszusehen hat“, sagt Siel.

Das bestätigt auch Ulrike Romeo, Inhaberin des Blumenhauses Schärf mit zwei Filialen in Bobenheim-Roxheim. „Die Männer machen sich vorab mehr Gedanken. Sie wissen beispielsweise mittlerweile meist genau, welche Farbtöne ihr Partnerinnen mögen und welche nicht“, sagt Romeo.

Gerbera, Chrysanthemen, Tulpen: Schnittblumen sind am Valentinstag immer sehr beliebt. Am meisten nachgefragt werden aber immer
Gerbera, Chrysanthemen, Tulpen: Schnittblumen sind am Valentinstag immer sehr beliebt. Am meisten nachgefragt werden aber immer noch rote Rosen.

Blumengeschenke seien immer noch gefragt, vor allem rund um den Valentinstag. „Der Tag ist für uns daher schon sehr wichtig“, erklärt die Floristin. Momentan werden die meisten Pflanzen noch über die Großhändler aus der Niederlande vertrieben. „Aber Ende April haben die Geschäfte hier auch wieder heimische Blumen im Angebot“, erklärt Romeo.

Konkurrenz aus dem Einzelhandel

Der Strauß mit roten Rosen ist auch bei der Floristin in Bobenheim-Roxheim immer noch das gefragteste Geschenk. „Aber der Valentinstag ist kein reiner Blumenverkaufstag mehr“, sagt sie. Mittlerweile seien auch ganz andere Bereiche auf den Zug aufgesprungen und bieten für den Tag der Liebe ganz besondere Angebote an, etwa der Einzelhandel oder die Gastrobranche.

Das sieht auch Markus Frey so, der Inhaber der Blumengalerie Roth in Schifferstadt. „Vor allem die Supermarktketten sind voll beim Marketing dabei und bewerben den Valentinstag extrem“, sagt er. Trotz der Konkurrenz der großen Ketten, „ist die Nachfrage nach Blumen an diesem Tag riesig und schon extrem wichtig für unser Geschäft.“ Nach dem Muttertag sei der Valentinstag der zweitwichtigste Tag im Jahr für die Floristen, erklärt Frey.

Neben roten Rosen und gemischten Sträußen seien vor allem aber auch spezielle Deko-Artikel an diesem Tag wichtig. „Vor allem viel mit Herzen. Seien es kleine Holzherzen im Strauß, Stecker oder Servietten, die man mitnehmen kann“, betont Frey.

Handwerk der Floristin

Yvonne Siel hat im Blumenladen Frosch in Waldsee mehrere Sträuße schon vorab gebunden. „Wir wollen für den Valentinstag gut vorbereitet sein“, sagt sie. Und einen Blumenstrauß zu binden, das will gelernt sein – und ist ein echtes Handwerk. „Es ist eine Mischung aus Technik, Kreativität und der individuellen Wünsche der Kunden. Deswegen lernen wir das ja auch in der Ausbildung“, betont die Floristin.

Die Freude an Blumengeschenken reißt bislang nicht ab. Auch wenn ein Strauß mit roten Rosen nicht allzu lange hält. „Wenn die Blumen regelmäßig abgeschnitten werden, dann können sie schon rund zwei Wochen gut aussehen“, erzählt Siel. Dafür müssten sie aber alle zwei Tage neu angeschnitten und in eine gereinigte Vase mit frischem Wasser gesetzt werden, rät die Expertin.

Doch bei vielen Menschen ist es gerade eher Mode, sich langlebigere Pflanzen zuzulegen. „Stauden, Gräser, Zimmer- oder Gemüsepflanzen sind einfach deutlich länger haltbar, teils über mehrere Jahre. Das scheint die Menschen mehr anzusprechen als Schnittblumen, die nach wenigen Tagen verwelken“, betont Siel. Außer eben am Valentinstag, wenn rote Rosen gekauft werden. Laut den Floristen im Rhein-Pfalz-Kreis scheint es so, als ob an den Vorderpfälzern wohl der eine oder andere Romantiker verloren gegangen ist.

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