BOBENHEIM-ROXHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Ulrike Romeo ist erste Frau an der Spitze des Gewerbevereins

Ulrike Romeo liegt auch die Aufwertung des Ortsbilds am Herzen.
Ulrike Romeo liegt auch die Aufwertung des Ortsbilds am Herzen.

Der Bobenheim-Roxheimer Gewerbeverein wird erstmals von einer Frau geführt. Ulrike Romeo hat die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden Thomas Lätzsch angetreten. Die 45-jährige Floristmeisterin ist Inhaberin des Blumenhauses Schärf und hat sich einiges vorgenommen. Sie setzt auf Teamwork und will die 75 Mitgliedsbetriebe des Vereins für neue Ziele motivieren.

Ulrike Romeo ist eine selbstbewusste Frau. Von klein auf wuchs sie in die Rolle der Geschäftsfrau hinein. Ihre Großeltern hatten 1957 in der Grünstadter Straße ein Blumengeschäft mit Gärtnerei eröffnet. Das lief gut, deshalb folgte der Umzug in die Wormser Landstraße. Die günstige Lage in der Ortsdurchfahrt, aber auch der Einsatz ihrer Eltern Anita und Reinhart Ochs sorgten für die Aufwärtsentwicklung des Betriebs.

Romeo weiß, was Selbstständigkeit ausmacht. Seit vielen Jahren steht sie im Austausch mit anderen Geschäftsleuten und hat die Solidarität von Handwerk und Gewerbe sowie ihre Heimatgemeinde im Blick. Die Vereinsmitglieder hatten mit dem Verzicht Lätzschs auf eine erneute Kandidatur nicht gerechnet, doch trauen sie offenbar auch Romeo einiges zu.

Blumenschmuck fehlt

Besonders liegt ihr die Aufwertung des Ortsbilds am Herzen. „Man muss sich doch nur die Verkehrsinseln an unseren Ortseingängen anschauen“, sagt sie. „Die sehen wirklich nicht schön und einladend aus.“ In den benachbarten Städten und Gemeinden sei das meist anders, verweist sie etwa auf Frankenthals attraktiven Blumenschmuck. Da spricht die Floristin aus ihr. „Wir brauchen Blickpunkte und wollen den Charme unserer Gemeinde erhöhen, das wirkt sich positiv auf das Einkaufserlebnis aus“, ist sie überzeugt. Hier will der Verein mit der Gemeindeverwaltung an einem Strang ziehen. „Mit den Verschönerungsmaßnahmen auf dem Kurpfalzplatz haben wir einen sehr gut angenommenen Auftakt gesetzt.“ Dort gibt es neue Sitzgruppen und Blumenkübel. Vom Flair profitierten auch die Gastronomen.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde arbeitet der Verein auch an einer Aktualisierung der braunen Schilder, die auf Geschäfte und Betriebe hinweisen. „Die Schilder sind in die Jahre gekommen,“ sagt Romeo. „Einige Geschäfte gibt es nicht mehr, andere sind neu hinzugekommen.“ Die Liste werde nun aktualisiert.

Hilfe für Gastronomen

Ein anderer Aspekt der Vereinsaktivitäten ist die Unterstützung von Betrieben, die vom Lockdown betroffen sind, vor allem in der Gastronomie. Eine Möglichkeit sieht die Vorsitzende in Anzeigen, die auf Abhol- oder Lieferdienste hinweisen. Hart habe es auch die Eventbranche getroffen. Die Absage nahezu aller Veranstaltungen in diesem Jahr sei kaum abzufedern. Auch da stehe man im Dialog. Keine Alternative gibt es zum abgesagten Weihnachtsmarkt, dessen Sponsor der Gewerbeverein bislang war. Romeo findet, in diesen Zeiten sollten Betriebe und Behörden partnerschaftlich miteinander umgehen. Die Vermittlung der Corona-Bestimmungen im Lockdown im Frühjahr sei mitunter nicht gut gelaufen. Dass Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Globus-Geschäftsführer Carsten Karger im Vereinsvorstand sitzen, hält Romeo für sehr wichtig.

Zu den weiteren Ideen und Arbeitsschwerpunkten zählt die Vorsitzende das Vereinsmarketing, Präsentationen „artverwandter Betriebe“ statt größerer Gewerbeausstellungen, die Weiterentwicklung der „Serata Italiana“ auf dem Kurpfalzplatz sowie die Wiederbelebung des Gewerbevereinsstammtischs und die Mitgliederwerbung.

Vorstand

Ulrike Romeo, Stellvertreterin Andrea Heil-Rieger, Geschäftsführerin Andrea Sciabbarrasi, Kassenwart Michael Müller, Beisitzer Andreas Pacyna, Dominik Freer, Carsten Karger und Rüdiger Kiefer.
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