Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Unsägliche Debatte über Abschiebungen nach Syrien

Syrien im Ausnahmezustand: Ein Auto fährt am 19. Dezember an zerstörten Gebäuden im Stadtteil Jobar in Damaskus vorbei.
Syrien im Ausnahmezustand: Ein Auto fährt am 19. Dezember an zerstörten Gebäuden im Stadtteil Jobar in Damaskus vorbei.

Auf dem Rücken traumatisierter Geflüchteter wird eine unsägliche Debatte über Rückführungen ausgetragen.

Menschen, die hier seit fast zehn Jahren leben, die deutsche Sprache gelernt, sich beruflich weitergebildet, angepasst und integriert haben, eine Debatte darüber aufzubürden, dass Syrer nach dem Ende Assads abgeschoben werden könnten, ist nicht nur unsäglich und kurzsichtig, sondern auch unrealistisch. Es werden Wochen oder Monate ins Land ziehen, bis man abschätzen kann, wie sicher Syrien wirklich ist. Abgesehen von Straftätern werden Syrer, die sehr lange hier und integriert sind, wohl kaum abgeschoben, aber allein eine derartige Debatte loszutreten, verunsichert genau diejenigen, die das nicht verdient haben. Kurzsichtig ist die Debatte, weil jedem klar sein sollte, dass der Personalmangel in Deutschland auf absehbare Zeit nicht besser und jeder Mensch benötigt wird, der ernsthaft ein Teil unserer Gesellschaft werden möchte.

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