Scheibenhardt
Grundschüler warten vergeblich auf den Bus
Um 7.36 Uhr hält der Bus der Linie 549 an der Haltestelle Rathaus in Scheibenhardt. Dort lädt er die Berger Sechs- bis Zehnjährigen ein und fährt sie anschließend zur Grundschule nach Berg. Nach Schulschluss nimmt der Bus die Kinder um 13.07 Uhr an der Grundschule wieder auf, um sie wieder zu ihren Eltern nach Scheibenhardt zu bringen. So sieht es zumindest der Fahrplan vor.
Seit Monaten komme es immer wieder vor, dass der Bus zu spät oder überhaupt nicht kommt, klagt Sven Hofstadt, Vater eines Drittklässlers. „Für uns Eltern sind das mittlerweile unzumutbare Zustände, da wir uns immer wieder organisieren müssen, um zu schauen, wie unsere Kinder nach Hause kommen“, sagt Hofstadt. Des Öfteren müssten die Eltern ihre Arbeitsstelle kurzfristig verlassen, um ihre Kinder abzuholen. Schulleitung und Eltern stehen deshalb in regelmäßigem Kontakt mit der Kreisverwaltung.
Unterschiedliche Gründe für Verspätungen
„Uns wurde das Problem Ende April mitgeteilt“, bestätigt die Kreisverwaltung auf Nachfrage. Der Sachverhalt sei umgehend an das zuständige Busunternehmen weitergeleitet worden. „Nach einer ersten Rückmeldung hätte der reguläre Fahrplanbetrieb wieder stattfinden müssen. Als dies nach Mitteilung der Eltern beziehungsweise der Schulleitung leider nicht der Fall war, erfolgte eine erneute Rücksprache mit dem Busunternehmen“, so der Kreis weiter. Aber auch in diesem Fall nur mit eingeschränktem Erfolg. Am Mittwoch, 13. Mai, warteten die Kinder wieder vergeblich in der Schule auf ihren Bus.
Aber was sind die Gründe für die Busausfälle beziehungsweise die Verzögerungen? „Bei der ersten Rückmeldung des Busunternehmens wurde als Grund die beiden Baustellen an den Bahnübergängen in Berg beziehungsweise Hagenbach genannt, welche hintereinander bis einschließlich 30. April andauerten“, so die Kreisverwaltung. In dem genannten Zeitraum sei es deshalb zu Verspätungen gekommen. Bei der erneuten Rücksprache teilte das Busunternehmen am 18. Mai mit, „dass es bedauerlicherweise nun am Fahrpersonal läge“. Vom Busunternehmer wurde der Kreisverwaltung versichert, dass das Fahrpersonal noch einmal gebrieft worden sei, die Haltestelle fahrplangemäß zu bedienen, andernfalls werde eine Abmahnung erfolgen.
Eng verflochtenes Verkehrsnetz
Probleme gibt es in diesem Streckenabschnitt nicht erst seit diesem Schuljahr. Bei der Linie 549 handelt es sich übrigens um einen regulären Linienbus, der zwischen Kandel und Wörth verkehrt, auch andere Schulen werden von ihm angefahren. „Da es sich um ein großes, miteinander verflochtenes Verkehrsnetz handelt, kann es leider zu Unregelmäßigkeiten kommen, die sich in seltenen Fällen auch wiederholen können“, erläutert die Kreisverwaltung. Sobald ein bestehendes Problem gemeldet werde, werde schnellstmöglich nach Lösungen gesucht. Die Kreisverwaltung übernimmt dabei eine Doppelfunktion. Sie ist einerseits Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), andererseits auch Schulträger. Jedes Anliegen werde umgehend an das jeweils zuständige Busunternehmen zur Prüfung weitergeleitet. „Je nach Sachverhalt wird nutzerorientiert gemeinsam nach Lösungen gesucht, die, wenn vorhanden, auch zeitnah umgesetzt werden“, so die Kreisverwaltung. Immerhin: In den vergangenen Tagen verkehrte der Bus zwischen der Grundschule in Berg und dem Rathaus in Scheibenhardt fahrplanmäßig.