Dannstadt-Schauernheim
Umspannwerk: Dannstadt-Schauernheimer sagen Nein zu Bauanträgen
Die Amprion GmbH ist einer der größten Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland. Um das Stromnetz für die Energiewende fit zu machen, baut das Unternehmen derzeit eine Höchststromleitung aus, wobei es auch Umspannwerke entsprechend anpasst. Da die vorhandene Anlage auf dem Gelände der Pfalzwerke AG in Mutterstadt den künftigen Anforderungen nicht genügt, möchte Amprion auf Dannstadt-Schauernheimer Gemarkung ein neues Umspannwerk errichten. Es soll südöstlich des Ortsteils Dannstadt beim Segelflugplatz entstehen. Das etwa sieben Hektar große Gelände hat die Kommune 2019 bereitgestellt. Nachdem Amprion sich mit den Eigentümern geeinigt hatte, stellten Firmenvertreter das Vorhaben Anfang April 2023 dem Rat vor.
Nun hat das Unternehmen bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt sechs Bauanträge gestellt. Die Behörde wiederum hört dazu wie bei solchen Genehmigungsverfahren üblich auch die Ortsgemeinde an. Deren Politiker sind fraktionsübergreifend von den eingereichten Unterlagen und dem bisherigen Verhalten Amprions seit der Präsentation enttäuscht.
Ein Kritikpunkt sind ungenügende Angaben zur angedachten Feuerwehrzufahrt. Laut Bauabteilungsleiterin Annette Roos-Seidenspinner von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim ist dem Brandschutzkonzept nur zu entnehmen, dass das Areal über die Zufahrtsstraße „In der Hartkirch“ erschlossen wird. Weiter werde die Route der Feuerwehr nicht beschrieben. Amprion habe zwar zugesagt, eine alternative Route sowie den Ausbau der nötigen Wege zu prüfen, sich dazu aber nicht mehr geäußert.
Von Anfang hat die Kommune zudem darauf bestanden, dass der Flugbetrieb der beiden Segelflugvereine nicht beeinträchtigt werden darf. Ein Vor-Ort-Termin sei erst auf wiederholtes Drängen im Juni 2023 zustande gekommen. „Dabei zeigte sich, dass die Winde bei starkem Wind Richtung Umspannwerk fallen könnte. Dafür sollte eine Lösung gefunden werden“, sagte Roos-Seidenspinner. Auch hierzu stehe nichts in den Unterlagen. Diese enthalte zudem einen falschen Gewannenamen und im artenschutzrechtlichen Fachbeitrag fehlten mitunter Quellenangaben beziehungsweise es werde auf eine Anlage verwiesen, die es gar nicht gebe.
Marc Hauck (FDP) erinnerte an die Vereinbarung, dass Amprion der Ortsgemeinde einen Ausgleich für die Wegenutzung zahlt. Die würden nicht zuletzt während der Bauphase in Mitleidenschaft gezogen. Davon habe sie seitens des Unternehmens ebenfalls nichts mehr gehört, sagte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU). Hier seien, wie bei der Feuerwehrzufahrt, weitere Gespräche nötig. Elmar Burkhardt (CDU) forderte, zuerst müssten verbindliche Absprachen getroffen werden, ehe die Baugenehmigung erteilt wird. „Wir geben nichts auf leere Versprechungen“, erklärte er. Das sah auch Uwe Schölles (SPD) so: „Ich finde es ein Unding, dass alles so 08/15, so schablonenhaft von einer solchen Firma vorgelegt wird. Wir sollten mit Nachdruck auf unseren Forderungen bestehen, sonst bringt das nichts.“
Folglich versagte der Rat einstimmig allen sechs Bauanträgen das Einvernehmen. Das letzte Wort hat allerdings die SGD Süd.