Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Umbau der historischen Mühle kann beginnen

Die Lambsheimer Dorfmühle soll das Herzstück einer Anlage mit 28 Wohneinheiten werden.
Die Lambsheimer Dorfmühle soll das Herzstück einer Anlage mit 28 Wohneinheiten werden.

Die Aufregung um das Bau- und Sanierungsprojekt Lambsheimer Mühle scheint sich gelegt zu haben, nachdem Vertreter der Firma Wohnbau Kempf am Dienstagabend den Mitgliedern des Bauausschusses Rede und Antwort zur weiteren Planung gestanden haben.

Volker und Matthias Kempf hatten sich in die Videositzung eingewählt, weil den Kommunalpolitikern die bislang schriftlichen Erläuterungen zum Sachstand des Projekts nicht gereicht hatten. Auf dem Gelände an der Ecke Mühltor- und Fußgönheimer Straße will die Lambsheimer Firma die dorfhistorisch bedeutsame Mühle unter anderem entkernen, mit einem neuen Dach versehen und zu Wohnzwecken umgestalten.

Die ehemalige Scheune wird außerdem als Standort für das Blockheizkraftwerk dienen und als Durchfahrt zu den Wohnhäusern und Autostellplätzen, die hinter der Mühle am Feldrand entstanden sind. Dass zuerst die Neubauten errichtet wurden, während sich an der alten Bausubstanz wenig Fortschritt zeigte, missfällt nicht nur kritischen Bürgern und Politikern, sondern auch dem Bauherrn selbst.

Volker Kempf begründete das erneut damit, dass die Mühle unter Denkmalschutz stehe und jeder Schritt mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden müsse, was während der Pandemie lange nicht habe vor Ort geschehen können. Kempf lobte den im Rhein-Pfalz-Kreis für das Thema zuständigen Mitarbeiter Michael Pack für die Unterstützung des Vorhabens.

Dach wird bald neu gedeckt

Anfang April habe eine Ortsbesichtigung mit den Mainzer Denkmalpflegern stattgefunden. „Dabei wurde viel erledigt“, so Kempf. „Wir wissen jetzt zum Beispiel, welche Biberschwänze wir als Dachziegel verwenden dürfen.“ In Kürze werde damit begonnen, die Mühle „in einen guten Zustand zu versetzen“. Drei 150 Jahre alte Fenster würden auf Wunsch der Behörde erhalten.

Seine für die Ausschussmitglieder wohl wichtigste Nachricht lautete: „Der Turm wird nicht gebaut.“ Gemeint war das vierstöckige Wohngebäude auf der noch vorhandenen Bodenplatte eines früheren Silos. Dem Bauantrag dafür hatte der Ausschuss Ende Februar nicht zugestimmt. Ob die Firma stattdessen – wie von allen und von Kempf selbst gewünscht – direkt an die Mühle ein Wohnhaus anbauen darf, ist noch nicht geklärt.

Kritisch hinterfragten Ausschussmitglieder die Parksituation auf und an dem gesamten Anwesen. Kempf versicherte, dass mit 57 Plätzen mehr Autoabstellmöglichkeiten geschaffen würden als vorgeschrieben und dass es keine Zufahrt über den Feldweg, sondern nur über das Mühlengelände gebe. „Wenn der Hof fertig ist, sodass dort geparkt werden kann, beginnen wir mit dem Bau der Tiefgarage“, so Kempf. Darüber entstehe dann das Gebäude für die geplante Tagespflege.

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