Meinung Tigermücke: Bekämpfung ergibt nur mit Bürgern Sinn
Im vergangenen Jahr sah die Bekämpfung der Tigermücke in Otterstadt teilweise so aus: Studentische Hilfskräfte klingelten im Auftrag der Kabs – der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage – an Türen und baten um Zutritt auf das Grundstück, das im befallenen Gebiet liegt. Sie brachten den Wirkstoff BTI aus und gingen kurze Zeit später wieder. Das Spiel wiederholte sich nach ein paar Wochen, fand auch sonntags statt. Es kam vor, dass Grundstücksbesitzer nicht zu Hause waren oder den Kabs-Helfern den Zutritt verwehrten. So lässt sich die Population der Tigermücke nicht eindämmen. Es ist daher folgerichtig, dass das Konzept geändert wird und Bürger aktiv eingebunden werden sollen. Das im Gegensatz zur Schnake flugfaule Tier lässt sich effektiver bekämpfen, wenn Bürger selbst dafür sorgen, dass es auf ihrem Grundstück keine Brutstätten wie Wasseransammlungen gibt, und bei einem Befall den zur Verfügung gestellten Wirkstoff BTI gezielt ausbringen.
Es ist in zweierlei Hinsicht im Sinne jedes Einzelnen: Wenn das Tier einen erkrankten Menschen sticht, kann es Krankheiten wie Zika, Chikungunya oder das Dengue-Fieber übertragen. Wenn die Kabs weiterhin allein die Bekämpfung übernehmen soll, kommt das die Gemeinde mit einem mittleren fünfstelligen Betrag teuer zu stehen. Steuergeld, das gespart werden kann – zumal die Bekämpfung der Tigermücke, wie sie bisher erfolgt ist, nicht effizient genug und personalintensiv war. Das Motto lautet nun: Wer nicht gestochen werden will, muss selbst etwas tun.
