Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel TC Schifferstadt setzt auf eigene Tennishalle

Noch sieht es im Inneren der Tennishalle etwas trostlos aus. Spätestens in einem Jahr sollen hier die Bälle wieder über die Plät
Noch sieht es im Inneren der Tennishalle etwas trostlos aus. Spätestens in einem Jahr sollen hier die Bälle wieder über die Plätze fliegen.

Zur Wintersaison 2023 will der TC Schifferstadt seine Tennishalle in Betrieb nehmen. Der Rückhalt im Verein sei groß, sagt Vorsitzende Nicole Klutinius. Was jetzt noch fehlt, ist ein entscheidendes Angebot.

Die Tennishalle in Schifferstadt gibt derzeit ein trauriges Bild ab. Noch. Denn der TC Schifferstadt, der sein Vereinsgelände mit zwölf Aschenplätzen in unmittelbarer Nachbarschaft hat, hat die Halle gekauft und will nun dafür sorgen, dass wieder Leben in die Bude kommt. „Wir haben richtig Bock auf die Zukunft“, sagt Robert Klutinius, Ehemann der Vorsitzenden und beim Verein zuständig für die Liegenschaften.

Insofern fällt die Halle in seine direkte Zuständigkeit. Das Ehepaar ist optimistisch, was die Halle und deren Zukunft und auch die des TC Schifferstadt anbelangt. Die Bausubstanz der Halle sei gut. „Besser als erwartet“, sagt Robert Klutinius. Seit 2017 wurden dort keine Bälle mehr über die Netze der drei Plätze geschlagen. Gebaut wurde sie 1974.

Dach ist dicht

Das Wichtigste: „Das Dach ist dicht“, sagt Nicole Klutinius. Die Sanitäranlagen und die Umkleiden müssten neu gemacht werden. Auch die Elektronik müsse auf den neuesten Stand gebracht werden. „Die ist teilweise noch im Urzustand“, sagt Nicole Klutinius. Hinzu kommt eine neue LED-Beleuchtung für die Courts.

Und auch die Plätze werden runderneuert. Der alte Aschebelag, der jetzt noch drin ist, kommt raus. „Egal wie“, sagt Nicole Klutinius und lacht. Drei Alternativen hat der Verein, wobei es schon einen klaren Favoriten gibt. Entweder gibt es einen Teppichbelag, Granulat oder Rebound Ace. Letzterer ist einer der bekanntesten Beläge in den Tennishallen und wird auch bei internationalen Turnieren im Profibereich gerne verlegt. Und deshalb machen die beiden auch kein Geheimnis daraus: Rebound Ace wäre der bevorzugte Untergrund für die Halle aus ihrer Sicht. „Die Bälle nutzten sich wohl etwas schneller ab“, sagt Nicole Klutinius. Dafür wäre es für den Verein wohl die beste Variante, was den Unterhalt in der Zukunft anbelangt.

Sanierung für über 300.000 Euro

Das Problem: „Wir haben schon Angebote für Teppich und Granulat, warten aber noch auf das für den Rebound Ace“, sagt Nicole Klutinius. Für Teppich müsste der TC Schifferstadt etwa 124.000 Euro bezahlen, eine ähnliche Summe falle für Granulatbelag an.

110.000 Euro hat der Verein beim Kauf der Halle an die Stadt Schifferstadt überwiesen. Hinzu kommen in den nächsten Monaten noch die Kosten für die Sanierung der Halle. Nicole Klutinius geht hier von circa 350.000 Euro aus. Zuschüsse bei Stadt, Kreis und Sportbund Pfalz seien beantragt. Die Stadt hat ihre Zusage schon gegeben, vorbehaltlich der Genehmigung des Haushalts durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier.

Rückhalt der Mitglieder

Die Vorsitzende schätzt, dass der Verein am Ende rund 260.000 Euro für die Sanierung aufbringen muss. „Das kann der Verein auch stemmen“, betont sie. Den Hallenkauf habe man über Spenden und Darlehen der Mitglieder finanziert, berichtet sie. Es sei toll, wie die Mitglieder in dieser Sache hinter dem Verein stünden. Die Rücklagen sollen nicht angegriffen werden, betont die Vorsitzende. Es sei aber auch kein Problem gewesen, bei der Bank eine Finanzierung zu bekommen.

Dass der TC Schifferstadt überhaupt in Sachen Tennishalle aktiv geworden ist, hängt mit der Schließung einer anderen Tennishalle zusammen. Als das Freizeitcenter Sportiv im benachbarten Limburgerhof seine Tennisplätze dichtmachte zugunsten einer Trampolinlandschaft, sah man in Schifferstadt eine günstige Gelegenheit.

Attraktiv für Spieler aus dem Umkreis

Man wolle im Winter weiterhin dem Nachwuchs Trainingsmöglichkeiten anbieten. „Und es kann eben nicht jeder sein Kind um 14 Uhr nach Rödersheim, Speyer, Haßloch oder Dannstadt fahren“, sagt Robert Klutinius und nennt damit auch gleich die Standorte anderer Tennishallen im Umkreis. Umgekehrt rechnet man beim TC Schifferstadt damit, dass die Halle für Tennisspieler aus den anderen Gemeinden im Umkreis attraktiv wird. In Sachen Auslastung habe man konservativ gerechnet, sagt Nicole Klutinius.

Bleibt noch die Frage, wer den ersten Ballwechsel schlägt zur Eröffnung. Der Schweizer Ex-Profi Roger Federer hätte ja Zeit als Tennisrentner. Aber Nicole Klutinius denkt etwas kleiner. „Wir haben tolle Spieler im Verein. Vielleicht nimmt ja die Bürgermeisterin den Schläger in die Hand.“

In der Halle des BASF-TC in Ludwigshafen liegt schon ein Kunststoffbelag. Der TC Schifferstadt will nachziehen.
In der Halle des BASF-TC in Ludwigshafen liegt schon ein Kunststoffbelag. Der TC Schifferstadt will nachziehen.
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