VG Römerberg-Dudenhofen
Tapinoma magnum fühlt sich in allen Ortsteilen wohl
Am Donnerstagnachmittag hat sich Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) mit dem Speyerer Schädlingsbekämpfer Hansjörg Hess besprochen. Denn mittlerweile gibt es Fundstellen der Tapinoma magnum in ganz Römerberg. In Berghausen gab es Meldungen aus der Gutenbergstraße, in Mechtersheim aus der Berwartsteinstraße, und in Heiligenstein sind dem Bürgermeister sogar zwei Stellen bekannt, an denen die Ameisen Kolonien gebildet haben: in der Harthäuser Straße in der Nähe des Kriegerdenkmals und in der Dr.-Rieth-Straße am Bauhof. Hoffmann geht davon aus, dass sich die Tiere schon seit zwei, drei Jahren in Römerberg ausbreiten. Anderswo im Speyerer Umland ist die Ameisenart auch schon vertreten, zum Beispiel in Otterstadt oder Westheim.
Darauf, dass es sich um Tapinoma magnum handelt, deutet der ranzig buttrige, auch acetonische Geruch hin, den zerdrückte Ameisen verströmen. Absolute Gewissheit bringt aber nur ein Test im Labor. Schädlingsbekämpfer Hess arbeitet mit einem solchen zusammen und schickt bei Bedarf Proben ein. In Heiligenstein ist er in der Vergangenheit schon im Auftrag der Gemeinde auf öffentlichem Grund tätig geworden. Mittlerweile gab es laut Hoffmann und Hess aber auch Meldungen aus Harthausen und Dudenhofen. „Das ist alles noch überschaubar“, sagt Hess. Er glaubt aber auch: „Die Meldungen werden sich häufen.“
Schäden an Straßen und Gebäuden
Problematisch ist das Auftreten der Tapinoma magnum unter anderem deshalb, weil sie Superkolonien bildet. Dabei legt sie viele miteinander verbundene Nester unter der Erde an. „Das kann dazu führen, dass unter Häusern, Straßen oder Gehwegen Aushöhlungen entstehen und es zu Sachschäden kommt“, erklärt Hoffmann in einer auch über die Römerberger Ortsapp verbreiteten Mitteilung. Die große Drüsenameise sei schwarz und zwei bis vier Millimeter groß. Variiert die Länge, könne das auf Tapinoma magnum hindeuten. „Sind die Ameisen gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.“
Ein weiterer Unterschied: Die einheimische Wegameise bilde meist einspurige „Ameisenstraßen“, Tapinoma magnum hingegen regelrechte mehrspurige „Ameisen-Autobahnen“. Die invasive Art bevorzuge warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Im Grünen und im Rasen fühle sie sich weniger wohl. Auch in Häusern haben sich die Insekten vereinzelt schon breit gemacht. „Das will niemand“, sagt Schädlingsbekämpfer Hess. Deshalb sei es sinnvoll, gegen die Ameisen vorzugehen.
Art wird nicht mehr verschwinden
Der Römerberger Bürgermeister hält es für sinnvoll, dass die Ortsgemeinden und Verbandsgemeinden nun gemeinsam aktiv werden. Am kommenden Mittwoch soll das Thema in der Bürgermeister-Dienstbesprechung auf die Tagesordnung kommen, wie auch die Verbandsgemeindeverwaltung bestätigt. Auf der Internetseite der Verbandsgemeinde soll es in Kürze weitere Infos geben, wie gegen die Ausbreitung der Ameisenkolonien vorgegangen werden soll. „Das muss durchgeplant werden. Auch der Bürger muss einbezogen werden“, sagt Schädlingsbekämpfer Hess.
Er macht dabei auch deutlich: Nicht jeder Ameisenhügel stammt von der invasiven Art. Die einheimischen Arten sollen weiter ihren Platz haben. „Es gibt auch Arten, die unter Schutz stehen“, sagt er. Außerdem räumt er mit dem Wunschdenken auf, die invasive Art könnte wieder ganz verschwinden. „Wir kriegen sie nicht mehr komplett los“, ist er sicher. Dass sich immer mehr invasive Insektenarten in unserer Region ausbreiten, ist für ihn kein Zufall: „Das hat auf jeden Fall auch etwas mit dem Klimawandel zu tun“, erklärt er. „Viele Insektenarten waren bei uns früher nicht lebensfähig.“ Das sei mittlerweile anders, zumal es im Winter auch nicht mehr richtig kalt werde.