VG Römerberg-Dudenhofen
Silke Schmitt-Makdice als Bürgermeisterin vereidigt
Viele Unterstützer aus ihrer Heimatgemeinde Hanhofen waren nach Dudenhofen gekommen, um die Amtseinführung von Silke Schmitt-Makdice mitzuerleben. Und auch wenn es sich eigentlich nur um einen nüchtern-formalen Akt auf der Tagesordnung des Verbandsgemeinderats handelte: Der Tag hatte durchaus etwas historisches, schließlich hat es im Dudenhofener Rathaus bislang noch keine Frau und Sozialdemokratin als hauptamtliche Bürgermeisterin gegeben.
Zunächst galt es aber vor den geschätzt rund 100 Zuschauern, Manfred Scharfenberger (CDU) aus dem Bürgermeisteramt, das er noch bis Ende Juni innehat, zu verabschieden. Der Mechtersheimer war acht Jahre lang Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen und zuvor 15 Jahre lang Bürgermeister der Einheitsgemeinde Römerberg. Nachdem der Erste Beigeordnete Reinhard Burck (Grüne) dem 69-Jährigen für die „gute, konstruktive und stets an der Sache orientierte Zusammenarbeit“ gedankt und ihm alles Gute für den weiteren Lebensweg gewünscht hatte, erhoben sich die Ratsmitglieder von ihren Sitzen, um Scharfenberger ihren Respekt zu zollen. Günter Gleixner, der Franz Zirker als CDU-Fraktionsvorsitzenden abgelöst hat, freute sich mit dem scheidenden Bürgermeister, dass er nun mehr Zeit für die Familie und private Interessen habe. Und Jürgen Schall (Grüne) meinte augenzwinkernd: „Wer es 23 Jahre mit uns ausgehalten hat, der muss einiges richtig gemacht haben.“
„Herzensangelegenheit“
Dann folgte der große Moment für Scharfenbergers Nachfolgerin: Silke Schmitt-Makdice durfte ihrem Vorgänger die Worte nachsprechen, in denen sie dem bundesdeutschen Grundgesetz sowie der Landesverfassung Treue schwor und gelobte, ihre Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen. Die religiöse Formel „so wahr mir Gott helfe“ sprach die Hanhofenerin, die für die Dauer von acht Jahren gewählt ist, ebenfalls aus. „Überwältigt von der Anteilnahme“ zeigte sich die künftige Bürgermeisterin in einer kurzen Ansprache an die Ratsmitglieder und an das Publikum. Neben ihrem Ja bei ihrer Eheschließung im Standesamt seien die Worte des Amtseids, die sie gerade gesprochen habe, wahrscheinlich die weitreichendsten in ihrem Leben gewesen, sagte Schmitt-Makdice. Für das Wohl der Verbandsgemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten, sei ihr „Herzensangelegenheit und Verpflichtung zugleich“. Sie wisse um die Tragweite, die mit der Aufgabe verbunden sei.
Erneut war es Jürgen Schall, der das Wort ergriff: Johann Heinrich Pestalozzis Zitat vom „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ münzte er auf die neue Bürgermeisterin, deren Herz links schlage und weiblich sei. „Ich bin gespannt, was sich dadurch verändern wird“, sagte der Grünen-Fraktionssprecher. Nicht nur den Kopf, sondern auch viele helfende Hände kann Schmitt-Makdice nach seiner Ansicht gut gebrauchen, denn: „Die nächsten zehn Jahre werden anstrengend und mühsam sein“, ist er überzeugt.
