Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Sicherheitskonzept: Die Suche nach der richtigen Strategie

Diese von Gräbern gestohlenen Blumenschalen sind im Januar 2024 entdeckt worden. Mit dem Sicherheitskonzept will die Stadt solch
Diese von Gräbern gestohlenen Blumenschalen sind im Januar 2024 entdeckt worden. Mit dem Sicherheitskonzept will die Stadt solchen Vorfällen entgegenwirken.

Nachdem der Waldfriedhof von Metalldieben heimgesucht wurde, beantragte der Stadtrat die Entwicklung eines Sicherheitskonzepts. Bis zur Lösung dauert es noch.

Der Antrag der Koalition aus CDU, FWG und BfS stammt aus dem August vergangenen Jahres. Diebe hatten Figuren und Grabschmuck aus Bronze, Kupfer und Messing im großen Stil abgeräumt. Zwar wurde ein Teil des Diebesguts im Wald nahe des Friedhofs wiedergefunden – aber der Schock saß tief. Angehörige waren entsetzt. Auch in Nachbargemeinden fanden solche Raubzüge auf Friedhöfen statt. Deshalb sollte die Verwaltung sich dort nach Sicherungsmaßnahmen und Erfahrungen erkundigen, heißt es im Antrag.

Der zuständige Beigeordnete Dieter Weißenmayer (FWG) berichtete von Gesprächen mit den Verwaltungen in Mutterstadt, Dannstadt-Schauernheim und Bobenheim-Roxheim. All diese Kommunen waren innerhalb der vergangenen drei Jahre betroffen. Als einzige Gemeinde habe Dannstadt-Schauernheim Vorkehrungen getroffen und Rolltore mit Zeitschlössern an den Friedhofszugängen installiert, berichtete Weißenmayer.

Mögliche Schifferstadter Lösungen habe er erörtert mit Sabine Wegner, Referatsleiterin Bürgerdienste, und Beamten des Präsidiums Rheinpfalz, die als Berater für Prävention Ansprechpartner sind. Mehrere Strategien wurden dabei verworfen. Zum Beispiel jene, die vorhandene Umfriedung durch einen Metallzaun zu erhöhen. Das sei sehr teuer und der Nutzen gering. „Jeder mit einem Bolzenschneider kommt durch einen Zaun“, sagte Weißenmayer.

Vieles ist nicht praktikabel

Überwachungskameras scheinen ebenfalls nicht praktikabel. Im kritischen Bereich zum Wald und Wohlfahrtsweg hin liege kein Strom. Es wären viele Kameras nötig, und die müssten dann auch von jemandem überwacht werden. Auch eine Beleuchtung, die durch Bewegungsmelder ausgelöst wird, scheitere am fehlenden Strom. Die entsprechende Leitung zu verlegen würde nach Auskunft der Stadtwerke alleine etwa 35.000 Euro kosten, berichtete der Beigeordnete.

Am praktikabelsten scheinen Zeitschlösser zu sein, die die Zugänge zum Friedhof zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verschließen. Nachgerüstet werden könnten die Zugänge im Wald am Wohlfahrtsweg und am Schwanenweiher. Der Hauptzugang Herzog-Otto-Straße sei unkritisch, weil dieser beleuchtet und gut einsehbar sei.

Kosten sollen ermittelt werden

Bei der Diskussion im Rat gab es weitere Vorschläge: Wildkameras mit Akkus und Bewegungsauslöser, Beleuchtung mit Bewegungssensoren, auch eine Begehung oder ein Schließdienst durch Freiwillige wurde angeregt. Letzteres würde eine Änderung der Hauptsatzung oder die Einstellung von geringfügig Beschäftigten erfordern, informierte Büroleiter Markus Lehmann.

Kameras sind im öffentlichen Raum rechtlich problematisch, der Präventionseffekt fraglich, ergab die Diskussion. Nach einem einstimmig angenommenen Antrag auf Ende der Debatte erklärte Weißenmayer das weitere Vorgehen: Die Stadtwerke werden mögliche Kosten für Leitungen konkreter aufschlüsseln, die Lösung mit Zeitschlössern soll konkretisiert und die Kosten beziffert werden. Die Ergebnisse wird Weißenmayer im Friedhofsausschuss vorstellen, der dem Stadtrat eine Entscheidung empfehlen soll.

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