Bobenheim-Roxheim
SGD-Chef Kopf lobt Kieswerk Bonnau
Das Werk, das aktuell rund 2500 Tonnen Sand und Kies täglich fördert, wäscht, siebt und in unterschiedlicher Körnung auf Halden leitet, ist seit dem Frühjahr in Betrieb. Für den großen Festakt auf dem Gelände mit Ehrengästen und allen, die am Projekt mitgewirkt haben, wartete die saarländische Alois Omlor GmbH aber bis jetzt. Ihre Tochterfirma Willersinn Minerals GmbH betreibt das zehn Millionen Euro teure Werk. Willersinn, das sei ein bekannter Name in der Region, der für Qualität stehe, deshalb habe man ihn übernommen, sagte Omlor-Geschäftsführer Christoph Kopper.
Dazu muss man wissen, dass es das hiesige Unternehmen Gebrüder Willersinn war, das die Idee einer Sand- und Kiesgewinnungsanlage auf über 80 Hektar zwischen Rhein und B9 konkret verfolgte. 2003 wurde mit einem raumordnerischen Entscheid die Grundlage für die Planungen gelegt. 20 Jahre sollte es dauern, bis die Idee umgesetzt war. Mitte 2020, so Kopper, habe Omlor das Projekt übernommen, im Oktober 2021 war erster Spatenstich.
SGD-Präsident spricht
Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Hannes Kopf verteidigte die Behörden gegen den beim Festakt gar nicht erhobenen Vorwurf, das habe alles zu lange gedauert. Angesichts der Größe des Geländes und der Vielzahl der Aspekte, die im Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen waren, sei der Zeitraum vertretbar. „Unsere Aufgabe ist ja schließlich, die Rechtssicherheit für so ein Projekt zu gewährleisten“, sagte Kopf. Er hob den Zweck der Anlage hervor: die Region mit Baustoffen aus der Region zu versorgen. Den nachhaltigen Umgang mit nicht nachwachsenden Sand- und Kiesvorkommen bescheinigte der Chef der für den Süden von Rheinland-Pfalz zuständigen Umweltbehörde dem Betreiber mit dem Hinweis, dass genau darüber ein Artikel im Jahresbericht der SGD für 2022 steht.
Philipp Rosenberg, Geschäftsführer des Industrieverbands Steine und Erden in Neustadt, hob ebenfalls das Prinzip „von der Region für die Region“ hervor. Das neue Werk sei für die Versorgungssicherheit sehr wichtig. Die meisten Menschen wüssten gar nicht, für wie viele Produkte Sand benötigt werde. „Und es gibt fast keine Sportart, die nicht in irgendeiner Weise auf Sand angewiesen ist“. so Rosenberg. Der Industriezweig, den er vertritt, leiste außerdem einen „aktiven Beitrag zur Biodiversität“. Das machte er am Beispiel der Uferschwalbe fest, die ohne künstliche Sandwände und Abbruchkanten keine Chance mehr hätte.
Den riesigen Baggersee, der bis etwa 2050 in der Bonnau entstanden sein wird, deutet aktuell die mit Wasser gefüllte Abbaugrube an. Darin liegt das Baggerschiff, das am Mittwoch feierlich auf den Namen Elena getauft wurde.