Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Schulweg: „Ohne Lotsen wäre Chaos nicht überschaubar“

Auf dem Schulweg: Kinder müssen dabei oft vielbefahrene Straßen überqueren.
Auf dem Schulweg: Kinder müssen dabei oft vielbefahrene Straßen überqueren.

Der allmorgendliche Weg zur Schule kann in den großen Gemeinden im Speyerer Umland nicht nur lang, sondern auch gefährlich sein. In Dudenhofen hat die Gemeinde deshalb von Experten einen Schulwegeplan erstellen lassen. Aber hilft dieser wirklich, die Situation zu verbessern? Auch andernorts gibt es Bemühungen, den Schulweg sicherer zu machen.

Dudenhofen hat ruhige Wohngebiete, in denen es sich als Familie gut Leben lässt. Wenn die Kinder allerdings in die Schule kommen, dann müssen sie unter Umständen gleich mehrere Durchgangsstraßen überqueren, auf denen schnell gefahren wird. Vielen Eltern ist es zu gefährlich, ihre Kinder alleine zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren zu lassen. Der Schulelternbeirat der Clemens-Beck-Grundschule ist deshalb schon vor Monaten an die Verwaltung herangetreten mit der Bitte, ein Schulwegekonzept erstellen zu lassen. Dieses liegt nun vor.

„Wege aufzuzeigen, auf denen Schüler möglichst gut zur Schule kommen“ ist laut Saskia Blumör vom Büro Modus Consult das zentrale Anliegen eines Schulwegeplans. Gleichwohl sei es nicht immer möglich, einen Weg zu finden, der komplett sicher sei, schränkt sie ein. In Dudenhofen liegt die Grundschule – ebenso wie die Realschule plus – am nordwestlichen Ortsrand an der viel befahrenen Iggelheimer Straße. Das Schulgelände könne von Schülerinnen und Schülern „auf gesichertem Weg über einen gemeinsamen Fuß- und Radweg aus Süden oder über eine Querungshilfe aus Osten erreicht werden, die mit Schülerlotsen gesichert ist“, stellen die Autoren des Konzepts fest.

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Querungshilfen gebe es auch an anderen Stellen, in Höhe des Friedhofs auch eine Fußgängerampel. Es gebe aber auch mehrere unübersichtliche Stellen, zum Beispiel an den Einmündungen Goethestraße/Iggelheimer Straße oder Sankt-Klara-Straße/Neustadter Straße. Im Schulwegeplan hat Modus Consult deshalb unter anderem Vorschläge verzeichnet, auf welcher Seite der Straße die Kinder gehen sollen, um möglichst wenige Querungen auf ihrem Weg zu haben. Auch mögliche Treffpunkte für Lauftreffs sind angegeben. Und um Gefahren durch Elterntaxis vor der Schule zu minimieren, wird den Erziehungsberechtigten geraten, ihre Kinder an den Parkplätzen an Fest- und Ganerbhalle aus dem Auto zu lassen. Schüler aus dem Süden Dudenhofens können auch mit dem Bus zur Schule fahren, was ebenfalls im Plan berücksichtigt ist. Für ältere Kinder enthält dieser auch Empfehlungen, wie die Schule am besten mit dem Rad zu erreichen ist. „Sicherheit und Selbstständigkeit ist das, worum es geht“, sagt Blumör.

Der Schulwegeplan sorgte in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats nicht gerade für Stürme der Begeisterung. „Ich hatte mir etwas mehr erhofft“, sagte Marcus Mönig (CDU). Inhaltlich sei vieles aus dem Schulwegeplan bereits im Verkehrskonzept für Dudenhofen vorgekommen. Die Annahme, dass Kinder ihre Fahrräder auf dem letzten Stück zur Schule schieben, sei außerdem unrealistisch.

Wunsch nach Ampel

Mönigs Fraktionskollege Simon Lang merkte an, dass geschätzt 70 Prozent der Autofahrer nicht an Querungshilfen anhielten. Sein Eindruck: „Ohne Schülerlotsen wäre das Chaos morgens unüberschaubar.“ Laut Beigeordnetem Reinhard Burck (Grüne) werden die Ehrenamtlichen, die sich als Lotsen zur Verfügung stellen, leider weniger. Allerdings könne die Gemeinde aus personellen Gründen die Kinder auch nicht durch das Ordnungsamt begleiten lassen. Jürgen Creutzmann (FDP) hätte erwartet, dass der Plan Vorschläge enthält, was die Gemeinde tun kann, um die Schulwege sicherer zu machen. Um eine Fußgängerampel an der Schule durchzusetzen gelte es, politisch Druck zu machen.

Norbert Baumung, Vorsitzender des Schulelternbeirats, hofft, dass die Politik aktiver wird, um für sicherere Schulwege zu sorgen. Denn: „Die Verkehrssituation ist sehr schlecht“, findet Baumung, der selbst auf der FWG-Liste für den Ortsgemeinderat kandidiert. Als Beispiel nennt er den Radweg in der Iggelheimer Straße, der schmal sei und trotzdem in beide Richtungen befahren werden dürfe – was zu gefährlichen Situationen führe. Die Grundschule selbst ließ eine Anfrage der RHEINPFALZ zur Schulwegesicherheit unbeantwortet.

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