Dudenhofen / Speyer
Schleichwege nach Speyer: Verkehrsberuhigung und Kontrollen gefordert
„Die Verkehrssituation in der Schillerstraße stellt zunehmend eine Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner dar“, findet die FWG-Fraktion im Dudenhofener Ortsgemeinderat. Wegen ihrer Lage am Ortsausgang werde die Straße zunehmend genutzt, um nach Speyer zu gelangen. Viele Autofahrer beschleunigten bereits innerhalb des Wohngebiets auf mehr als das erlaubte Tempo 30, hat die FWG beobachtet. Das sei in der Schillerstraße besonders gefährlich, da dort Kinder spielten, ältere Menschen unterwegs seien und viele Fußgänger oder Fahrradfahrer die Fahrbahn querten. „Die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer ist nicht mehr ausreichend gewährleistet“, finden die Freien Wähler. Daneben seien die Anwohner Lärmbelästigungen ausgesetzt.
Die Schilderung der FWG bestätigt sich, als die RHEINPFALZ die Straße an einem Wochentag um 7.30 Uhr morgens in Augenschein nimmt: Im Takt weniger Minuten fahren Autos am Ortsschild vorbei – mutmaßlich nicht zu den Vereinen, die dort ihre Grundstücke haben, sondern weiter bis in die Stadt. Das Schild, das darauf hinweist, dass hier nur Anlieger fahren dürfen, ist von Unbekannten mit schwarzer Farbe übermalt worden. Auch der Erste Beigeordnete Reinhard Burck (Grüne), der aktuell Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) vertritt, berichtet gegenüber der RHEINPFALZ aus Gesprächen mit Anwohnern, dass die Strecke häufig in der „Rush hour“ zwischen 7.30 und 8 Uhr, wenn sich der Verkehr in Richtung Speyer auf der B39 staut, genutzt werde. Dass in der Schillerstraße zu schnell gefahren wird, hat für Burck und CDU-Ratsmitglied Sebastian Körner auch damit zu tun, dass nach dem Ortsschild kein Tempolimit mehr ausgeschildert ist und die Fahrer schon innerhalb des Orts beschleunigen.
Dass die Verlängerung der Schillerstraße als Schleichweg nach Speyer genutzt wird, bestätigt auch die Polizei auf RHEINPFALZ-Anfrage. Ob dies allerdings derzeit aufgrund der Baustellen vermehrt der Fall sei, konnte sie nicht sagen. „Wir haben dort auch schon kontrolliert und verwarnt“, berichtet ein Polizei-Sprecher. Die Schillerstraße sei im Übrigen nicht die einzige Verbindung zwischen Dudenhofen und Speyer, die ohne Erlaubnis genutzt werde, berichtet die Polizei. Einige Verkehrsteilnehmer kürzten auch über andere Straßen und Wege ab, wie über den Boligweg, der zur Speyerer Heinrich-Heine-Straße führt, oder die Carl-Zimmermann-Straße, über welche die Holzstraße in Speyer angefahren wird.
Die FWG hat aufgrund der Situation die Prüfung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Schillerstraße beantragt. Als bauliche Eingriffe schlägt sie unter anderem Aufpflasterungen oder sogenannte Berliner Kissen vor, die sich in vielen Kommunen bewährt hätten. Ergänzend könnten Fahrbahnverengungen, Poller oder versetzte Mittelinseln dazu beitragen, die Geschwindigkeit, mit der durch die Straße gefahren wird, zu reduzieren. Auch sollten Schilder erneuert und ergänzt sowie Fahrbahnmarkierungen verbessert werden. Mobile Geschwindigkeitsanzeigen könnten laut dem Antrag dazu beitragen, die Fahrer weiter zu sensibilisieren.
Mehr Kontrollen angemahnt
Aus der Schilderung der Situation in der Schillerstraße schloss Jürgen Creutzmann (FDP): „Die Anwohner sind offensichtlich Opfer der Verkehrsverhältnisse in Speyer.“ Weil bauliche Maßnahmen nur längerfristig umzusetzen seien, forderte er ergänzend unangemeldete Kontrollen. Das Ordnungsamt, wie von Creutzmann angeregt, könne diese aber nicht übernehmen, entgegnete Burck. Dieses sei nur für den ruhenden Verkehr zuständig. Eine weitere Forderung des FDP-Ratsmitglieds: Der Kreis solle in der Straße „blitzen“.
Beigeordneter Burck kündigt auf RHEINPFALZ-Nachfrage an, sich mit der Verbandsgemeinde- und der Kreisverwaltung in Verbindung setzen zu wollen. „Wir sind natürlich aufgefordert, hier Abhilfe zu schaffen als Gemeinde“, sagt er. Die Verbandsgemeinde will er bitten, einen „Traffic Counter“ aufzuhängen, der die Fahrzeuge zählt und die gefahrene Geschwindigkeit erfasst. Den Austausch des übermalten „Anlieger-frei“-Schilds will er ebenfalls veranlassen. „Die bereits vorhandenen Metallkörbe werden wir in Absprache mit dem Ordnungs- und Bauamt auf der Straße neu ausrichten, um Fahrzeuge, die mit erhöhter Geschwindigkeit durchfahren, etwas zu drosseln“, verspricht Burck.