Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel B39-Projekt: „Annähernd im Zeitplan“

Bevor der ganz große Regen kam: Asphaltarbeiten auf der B39.
Bevor der ganz große Regen kam: Asphaltarbeiten auf der B39.

Seit Ende Juli wird die Speyerer Stadtumgehung der B39 saniert. Der Verkehr zwischen Salierbrücke und B9 muss andere Wege finden. Das Wetter könnte diesen Zustand verlängern.

In dieser Woche war es wieder besonders schlimm. Auf der B39 stauten sich Kraftfahrzeuge, die nach Speyer oder auf die B9 wollten, morgens schon bei Dudenhofen. Die Schilderung eines RHEINPFALZ-Lesers vom Mittwoch können wohl viele Betroffene nachvollziehen: „Ich selbst war heute Morgen als Rollstuhlfahrer über zwei Stunden auf dem Weg von Neustadt nach Speyer im Stau blockiert.“ Der Mann bezeichnet die Situation als „völlig unzumutbar“ und spricht von einem großen volkswirtschaftlichen Schaden für die Region.

Bis Dezember sollen die Arbeiten des Landesbetriebs Mobilität (LBM) auf der Bundesstraße noch dauern. Sie wurden wegen des schlechten Zustands der alten Oberfläche angepackt. Nicht an jedem Tag sind die Wartezeiten so lang, wie am Mittwoch, als ein Unfall auf der A61 zu einem Rückstau über die B9 auf die B39 beitrug. Die Geduldsprobe ist dennoch für Pendler wie für viele Speyerer Bürger, die an Ausweichstrecken wohnen, hart.

In dieser Woche herrschte auf der Baustelle viel Betrieb mit großen Baumaschinen, denn es liefen Asphaltarbeiten. Bis Dienstag wurde die Tragschicht eingebaut, berichtet der LBM auf Anfrage. Von 46 Zentimetern an neuer Schicht war im Vorfeld die Rede. Zuvor waren seit Juli 17.500 Tonnen altes Material entfernt und abtransportiert worden. Am Mittwoch mussten die Arbeiten jedoch wegen der anhaltenden Niederschläge unterbrochen werden, so der LBM. „Wir gehen derzeit von einer Verzögerung im Bauablauf von circa drei bis vier Tagen aus“, sagt Sprecher Marius Engel auf Anfrage.

Regen als einziges Problem

Insgesamt gelte: „Die Arbeiten befinden sich noch annähernd im Zeitplan.“ Bis auf den Regen sei alles wie erwünscht gelaufen. „Es gab keine größeren unerwarteten Probleme.“ Vorsichtig äußert sich der Sprecher zum Wechsel in den zweiten Bauabschnitt. Derzeit wird von Baden kommend bis zur Anschlussstelle Landauer Straße gearbeitet, danach soll das 1,7 Kilometer lange Stück von dort bis zum Übergang von der B39 auf die B9 an die Reihe kommen. „Nach heutigem Stand soll der Wechsel in den nächsten Bauabschnitt am 20. Oktober erfolgen. Wegen der Witterung könnte es einige Tage Verzögerung geben“, teilt Engel mit.

Der LBM kennt die Verkehrsprobleme, die sich wegen des Wegfalls der wichtigen Verbindung ergeben, sieht aber dabei nicht nur negative Aspekte: „Die Umleitung über die A61 wird nach unserer Beobachtung gut angenommen; der Verkehr auf der B9 und der A61 hat deutlich zugenommen.“ In Teilen des nachgeordneten städtischen Netzes sei die Sperrung der B39 deutlich zu spüren. „Dies war aber auch nicht anders zu erwarten gewesen, da die Verkehrsbelastung der B39 mit bis zu 22.000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden sehr hoch ist und nicht komplett auf die offizielle Umleitung verlegt werden kann.“

Schleichverkehr bleibt

Der „Schleichverkehr“ durch Speyer könne nicht komplett verhindert werden, so der LBM: Es gebe viele ortskundige Autofahrer, die sich ihre Wege suchten; das sei aber bei anderen Baumaßnahmen in dieser Dimension ähnlich. Der LBM erinnert an die mit der Stadt und der Polizei abgestimmten Nachbesserungen an der Beschilderung und die deutlichere Kennzeichnung der Sperrung und der Umleitung. Dazu gehörten LED-Wegweiser auf der B9 aus Richtung Süden sowie Lkw-Verbote und Halteverbote in der Paul-Egell-Straße. So habe sich die Situation gegenüber der Anfangszeit zumindest verbessert.

Für den Rollstuhlfahrer aus Neustadt, der in dieser Woche zwei Stunden im Stau stand, ist das aber nur ein schwacher Trost. Er gehe von täglich Tausenden Betroffenen aus und habe sich schon an offizieller Stelle beschwert.

Vorbereitungen für die letzte Asphaltschicht.
Vorbereitungen für die letzte Asphaltschicht.
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