Rhein-Pfalz Kreis „Schlüssiges Konzept“

Nach der Empfehlung von Schulträgerausschuss und Ausschuss für Schule, Kultur und Sport vor zwei Wochen war gestern der Kreisausschuss an der Reihe. Auch hier: keine Gegenstimme. Nur Elias Weinacht und Heinz-Peter Schneider von den Grünen hatten Bedenken wegen der Abschreibung in Höhe von 700.000 Euro und angesichts der Eile und enthielten sich. Landrat Clemens Körner (CDU) wiederum fand genau dieses hohe Tempo bei den Entscheidungen eine „tolle Sache“. Der Kreis müsse auf eine Entwicklung vor Ort reagieren und sich daher von früheren Beschlüssen verabschieden. Nach der Kritik von den Grünen erläuterte Körner, dass sich die Situation Ende 2016 eben geändert habe. Da habe sich abgezeichnet, dass die Gemeinde Lambsheim bis 2018 zwei neue Kindergartengruppen brauche und auch die Grundschule erweitern müsse. Der Kreis habe sich deshalb zum Rückzug aus Lambsheim entschlossen: „Auch wenn wir die investierten 700.000 Euro abschreiben müssen.“ Dafür erspare sich der Kreis neue Investitionen am Realschulstandort Lambsheim, komme dem Wunsch von Lehrern und Eltern entgegen und helfe der Ortsgemeinde. „Die kann nun auf dem Gelände durch Umbauten ihre Grundschule erweitern und eine neue Kita schaffen“, sagte Körner. Auch ein Blick auf die Herkunft der Schüler sei ein Argument für die jetzt gefundene Lösung: „80 Prozent sind aus Maxdorf. Es ist doch nicht sinnvoll, dass die in den Stufen 9 und 10 nach Lambsheim fahren.“ Stattdessen investiere der Kreis nun 3,4 Millionen Euro am Standort Maxdorf und schaffe dort neue Räume. Körner will so ein zweites Schulzentrum wie das in Schifferstadt errichten – samt einer Fachoberschule. „Es ging um die Zahl der Kinder in Lambsheim. Deshalb handeln wir so“, meinte Körner. Kreisbeigeordneter Manfred Gräf (CDU) warb dafür, beim Thema Schulen nicht nur auf die weiterführende Schule zu achten. „Wir schaffen jetzt in Lambsheim bessere Bildungsmöglichkeiten an der Grundschule und in der neuen Kita.“ Und während der Bauphase in Maxdorf habe er mit dem benachbarten Lise-Meitner-Gymnasium eine Lösung gefunden, sodass vorübergehende räumliche Probleme durch Zusammenrücken gemeistert werden könnten. In Lambsheim könne man durch die jetzt gefundene Lösung Zeit sparen und die dortige Kita wie gewünscht 2018 eröffnen. Heinz-Peter Schneider wollte dennoch wissen: „Sind die 3,4 Millionen Euro eine belastbare Zahl? Ich habe den Eindruck, dass das schöngerechnet ist.“ Er könne die Kehrtwende nicht verstehen, „denn wir haben erst 2010/2011 die zwei Realschulstandorte beschlossen“. Elias Weinacht fühlte sich mit Blick auf den engen Zeitplan unbehaglich: „Ich habe den Eindruck, dass uns die Pistole auf die Brust gesetzt wird und wir keine andere Wahl haben.“ Diese Kritik konterte Otto Reiland (CDU): „Gute Ergebnisse sind eben alternativlos.“ Sein Fraktionskollege Andreas Stellmann sagte: „Wer die Örtlichkeiten kennt, weiß: Dies ist die beste Lösung. Den Umbau einer Schule in eine Kita haben wir schon öfter gemacht, etwa in Dannstadt-Schauernheim.“ Hubert Boßle (SPD) unterstrich: „Das ist ein schlüssiges Konzept, von dem alle Seiten profitieren werden. Wir verbessern damit auch die pädagogischen Möglichkeiten.“ Um den Ausbau der Realschule in Maxdorf stemmen zu können, werden 800.000 Euro umgebucht, die eigentlich für die Sanierung des Kreisbads Römerberg vorgesehen waren, dort 2017 aber nicht benötigt werden.