Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Realschule plus: Altbau noch immer nicht fertig

Der Altbau soll den Realschülern in der dreijährigen Bauphase als Ausweichstandort dienen.
Der Altbau soll den Realschülern in der dreijährigen Bauphase als Ausweichstandort dienen.

Anfang November wurde bekannt, dass Schadstoffe wie etwa Asbest in dem Teil der Realschule plus in Bobenheim-Roxheim gefunden wurden, der abgerissen werden soll. Der Rhein-Pfalz-Kreis hat nun einen Zwischenstand gegeben: Der Altbau als Ausweichstandort kann noch immer nicht ganz genutzt werden.

Die gute Nachricht lautet: Die Asbestbeseitigung ist nach Angaben der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises fast abgeschlossen. Im Zuge der Abrissvorbereitungen für das Gebäude aus den 1960er-Jahren waren Schadstoffbelastungen entdeckt worden. Die Schadstoffanalyse wurde laut Kreisverwaltung bereits im April 2024 ausgeführt, die Beprobung sei „aber erst im Zuge der immer noch laufenden Rückbauarbeiten möglich“ gewesen. So haben sich dabei zwar einzelne Annahmen aus der Analyse nicht bestätigt, neue Schadstoffbelastungen seien aber erkannt worden.

Anfang November hatte der Rhein-Pfalz-Kreis mitgeteilt, dass Künstliche Mineralfasern (KMF) an den Fenstern, Asbestbestandteile an Heizungsrohren, in einer bituminösen Abdichtungsebene auf dem Boden des zweiten Obergeschosses und in den Außenwänden des Kellers am Mittelbau festgestellt wurden. Im Anschluss an die, Stand vergangener Freitag, fast abgeschlossene Asbestbeseitigung soll die Sanierung der KMF-Dämmung der Heizungsrohre im Heizungsraum erfolgen. Wann der ursprünglich für Dezember geplante Abriss starten kann, ist unklar.

Die Kreisverwaltung fühlte sich nach dem Fund bestätigt, dass die Entscheidung für den Abriss des Gebäudes aus den 1960ern und für einen Neubau mit einem Kostenvolumen von rund 24 Millionen Euro gegenüber der Option einer Sanierung richtig war.

Vor Beginn des laufenden Schuljahres waren auf dem Gelände Container aufgestellt worden, in denen die rund 400 Schüler der Realschule in den kommenden drei Jahren während der Bauarbeiten unterrichtet werden sollen. Der Plan sah vor, dass zum Ausweichen der Schüler auch der Altbau genutzt werden sollte. Der war bei einer Begehung des Kreisausschusses kurz nach Schuljahresbeginn Ende August aber noch nicht fertig renoviert. Damals hieß es gegenüber Vertretern des Kreisausschusses, die Räume im Altbau seien innerhalb von ein bis zwei Wochen einsatzbereit.

Ein Vierteljahr später sieht es jedoch immer noch nicht danach aus, als ob die Räume im historischen Altbau bald genutzt werden können, wie die Meldung über die Asbestbeseitigung zutage gefördert hat. Auf RHEINPFALZ-Anfrage zum Stand der Arbeiten im Altbau heißt es aus der Verwaltung, dass aktuell nur drei Räume im Untergeschoss, das Lehrerzimmer und die Schulverwaltung nutzbar seien. Die Fachräume, die unter anderem für naturwissenschaftliche Fächer genutzt werden sollen, seien noch immer nicht fertig. Weil diese Fächer im Container nicht unterrichtet werden können, hatte man den Altbau als Lösung gewählt.

Die Kreisverwaltung benennt auf Anfrage, welche Arbeiten noch offen sind. So müsse in zwei naturwissenschaftlichen Räumen die Beleuchtung erneuert werden. Zudem gelte es, Experimentierpulte, einige Türen und Beschläge fertig zu montieren. Noch immer fehlen der Kreisverwaltung zufolge Fensterverschattungen, und in der geplanten Schulküche seien die Elektrogeräte noch nicht angeschlossen. Für den theoretischen Unterricht fehle die Montage der Klapptische und -stühle. Zudem müssen im Vorbereitungsraum die Ablufttechnik und das Vorbereitungspult installiert werden.

Die Verwaltung sagt hierzu, es „ist bedauerlich, dass die Fachräume nicht wie vorgesehen zur Nutzung übergeben werden konnten.“ Die Änderungen im Bauablauf sollen sich dem Kreis zufolge nicht erheblich auf den Schulbetrieb ausgewirkt haben.

Warum es zu derartigen Verzögerungen gekommen ist, erklärt die Verwaltung wie folgt: „Die gebrauchten Raummodule für den Schulersatzbau wurden verspätet geliefert. Zusätzliche Verzögerungen ergaben sich, weil noch Anpassungen notwendig waren.“ Das gesamte Schulzentrum, also auch die Pestalozzi-Grundschule der Gemeinde, werde komplizierterweise über jenes Gebäude versorgt, das abgerissen werden soll.

Aus dieser Konstellation heraus habe es in den Herbstferien unaufschiebbare Arbeiten gegeben, weil der Anschluss für die Versorgungsleitungen geändert werden musste. Das habe den Ausbau der Fachräume zusätzlich verzögert.

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