Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Asbest-Alarm an Realschule

Problematische Mineralfasern und Asbest sind in diesem Gebäude aus den 1960er-Jahren gefunden worden, das demnächst abgerissen w
Problematische Mineralfasern und Asbest sind in diesem Gebäude aus den 1960er-Jahren gefunden worden, das demnächst abgerissen werden soll.

Der Start für den Abriss des in die Jahre gekommenen Neubaus auf dem Gelände der Realschule plus war für Dezember geplant. Nun meldet der Träger der Schule, der Rhein-Pfalz-Kreis, dass Asbest gefunden wurde. Vom Ausmaß des Funds zeigt sich die Kreisverwaltung überrascht.

Während der Abrissvorbereitungen für den alten Neubau sind entsprechend belastete Baustoffe entdeckt worden, wie die Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis am Mittwochnachmittag mitgeteilt hat. Der Kreis hatte baubegleitend Schadstoffuntersuchungen beauftragt, bei denen „mehr Schadstoff-Verbauungen festgestellt worden“ sind als erwartet wurde. Unter anderem seien Künstliche Mineralfasern und Asbestverbindungen entdeckt worden. „Diese müssen nun mit erheblichem Aufwand entfernt werden, wofür umfassende Schutzmaßnahmen nötig sind“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung.

Landrat Clemens Körner (CDU) teilt mit, dass der Fund für Schüler und Schulpersonal bisher ungefährlich gewesen war: „Die Schadstoffe waren fest verbaut und stellten damit während des Schulbetriebs keine Gefahr dar.“ Erst beim Ausbau der Stoffe seien umfassende Schutzmaßnahmen nötig. „Dass bei einem geordneten Rückbau eines Gebäudes aus den 1960er-Jahren Schadstoffe festgestellt werden, war zu erwarten“, wird Körner in der Pressemitteilung zitiert. Dies sei „von Anfang an mit in die Planungen aufgenommen“ worden. „Wir sind also zum Glück darauf vorbereitet. Was uns überrascht hat, ist lediglich das Ausmaß der Schadstoffe an unterschiedlichen Stellen im Gebäude.“

Betroffene Bereiche müssen eingehaust werden

Die Künstlichen Mineralfasern seien an den Fenstern, Asbestbestandteile an Heizungsrohren, in einer bituminösen Abdichtungsebene auf dem Boden des zweiten Obergeschosses und in den Außenwänden des Kellers am Mittelbau festgestellt worden. Diese müssten „mit hohem Aufwand“ entfernt werden, bevor mit dem Abriss begonnen werden kann. Dafür müssten die Bereiche abgeschottet und eingehaust werden, dann müsse das Material entfernt, verpackt und fachgerecht entsorgt werden. Oberstes Ziel sei es, die Menschen in der angrenzenden Containerschule und in der benachbarten Grundschule zu schützen.

Was das für die weitere Planung des Projekts bedeutet, sowohl logistisch, finanziell, als auch zeitlich, werde die Verwaltung nun prüfen. Bisher war geplant, mit dem Abriss des Gebäudes aus den 1960ern im Dezember zu beginnen und im Februar damit fertig zu sein. Landrat Körner betont: „Sicherheit geht vor Schnelligkeit.“

Wirken sich Schadstoff-Arbeiten auf Schulalltag aus?

Die Kreisverwaltung fühle sich nun in ihrer Einschätzung bestätigt, dass die Entscheidung für einen Abriss des alten Gebäudes und einen Neubau gegenüber der Option einer Sanierung des Gebäudes die richtige gewesen sei.

Mit Beginn des neuen Schuljahres waren auf dem Gelände Container-Anlagen aufgestellt worden, in denen die rund 400 Schüler der Realschule in den kommenden drei Jahren während der Arbeiten unterrichtet werden sollen. Dafür war bereits ein improvisierter Schulhof angrenzend zur Straße errichtet worden. Ob sich die Schadstoff-Arbeiten zusätzlich auf den Schulalltag auswirken werden, ist unklar. Die Schule ließ eine RHEINPFALZ-Anfrage am Mittwoch unbeantwortet.

Abriss und Neubau inklusive Erdwärme-Station haben ein Gesamtvolumen von rund 24 Millionen Euro. Zusätzlich dazu sind dem Kreis Kosten für den Kauf des benachbarten Areals des früheren Schwesternheims entstanden, dessen Grundstück zum Teil künftig auch für die Realschule genutzt werden könnte.

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