Bobenheim-Roxheim
Baustelle Realschule plus: Altbau zum Schulstart nicht fertig
Die mintgrünen Containerblöcke ragen haushoch in den Himmel. In drei Blöcken mit 21 Klassenräumen sollen hier die rund 400 Schüler voraussichtlich in den kommenden drei Jahren unterrichtet werden, während sie dabei zusehen können, wie ein altes Gebäude abgerissen und ein neues gebaut wird. Was bei einer Begehung des Bauausschusses des Rhein-Pfalz-Kreis Ende August von außen unwirtlich aussieht, wirkt im Inneren doch einigermaßen komfortabel. Ein großes Plus: Die Container sind im Gegensatz zum auch in Zukunft genutzten historischen Altbau der Schule mit Klimaanlagen ausgestattet. Was aus Brandschutzgründen allerdings nicht in den Containern stattfinden darf,
sind Unterrichtsfächer wie Chemie. Die sollen im Altbau stattfinden, was zumindest in den ersten zwei Schulwochen noch nicht möglich gewesen ist. Hier sah bei der Begehung alles noch nach Baustelle aus. Frank Juchem, Bauamtsleiter des Rhein-Pfalz-Kreises, versprach, dass die Unterrichtsräume in der zweiten Schulwoche so fertig gemacht werden, dass danach auch hier Unterricht stattfinden kann. In dem Altbau befinden sich auch die Räume für die Lehrer und die Lehrertoiletten. Die mussten zum Schulstart noch das Gebäude benutzen, das eigentlich abgerissen werden soll.
Flexibilität ist bei den Lehrkräften auch im Bereich Pausenaufsicht gefragt. „Wir sind den Kollegen und Kolleginnen sehr dankbar dafür, dass sie so flexibel sind“, sagte Rektorin Nicola Heinemann am Rande der Sitzung. An W-Lan und Tafeln habe es zudem auch noch gemangelt. Heinemann und Konrektorin Silke Günther verdeutlichten den Ausschussmitgliedern bei der Begehung auch, dass in den Pausen derzeit und künftig mehr Personal eingesetzt werden muss. Denn der Pausenhof teilt sich in zwei Bereiche: vor der Schule – der Bereich ist inzwischen mit Sichtschutz ausgestattet – sowie hinter der Schule. Und es wird sich noch mehr ändern: Der Kreis hat ein hinter dem Schulgelände angrenzendes Grundstück, auf dem sich das ehemalige Schwesternheim befindet, aufgekauft.
Während der Abrissarbeiten des sogenannten Neubaus aus den 1960er Jahren soll ein Teil des Schwesternheim-Geländes als improvisierter Schulhof dienen. Nach dem Abriss des alten Gebäudes und dem Errichten des Neubaus soll das hinzugekaufte Gelände als Standort für die Erdwärme-Station dienen. Landrat Clemens Körner (CDU) berichtete dem Ausschuss, dass das Energiekonzept nach „neuestem Standard“ entwickelt worden sei – Kühlung im Sommer sowie Wärme im Winter sollen darüber möglich gemacht werden. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 24 Millionen Euro. Die Zukunft des Gebäudes auf dem Schwesternheim-Areal ist noch offen. Im Ausschuss wurde die Idee ausgesprochen, das Haus irgendwann mal als Wohnraum nutzen zu können. Außerdem wird über eine mögliche Zufahrt von der Franz-Voll-Straße auf das Schulgelände nachgedacht, die der Zukauf des Geländes ermöglicht hat.
Eine Bitte hatte die Schulleitung noch an den Ausschuss: Weil im eingezäunten Bereich vor der Schule nun ein Sichtschutz hängt, ist auch der Straßenverkehr schwieriger einsehbar. Der Gehweg zwischen Bauzaun und Straße ist eng, meist trennen nur ein paar Pfosten den Auto- vom Fußgängerbereich. Die Schulleiterin erhofft sich, dass an den dortigen Pfosten noch überall Ketten angebracht werden können, wie sie hier und da bereits hängen, um den Fußweg gerade für die Grundschüler sicherer zu gestalten. Die Kreisverwaltung kündigte an, das prüfen zu wollen.