Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Real-Halle: Alle warten auf Edeka

Vom einstigen Real-Markt ist fast nichts mehr übrig, seit einigen Wochen wird die Halle saniert.
Vom einstigen Real-Markt ist fast nichts mehr übrig, seit einigen Wochen wird die Halle saniert.

Endlich tut sich etwas in der einstigen Real-Markthalle im Gewerbegebiet Fohlenweide. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es nicht, aber Neuigkeiten.

Das Gebäude ist entkernt, zum Teil sind die Fliesen rausgerissen, Container mit Schutt stehen vor der Halle des ehemaligen Real-Marktes. Es wird dort offensichtlich schwer geschafft. Immerhin, denken sich wohl viele Händler, die seit Monaten im Ungewissen gelassen wurden, wann sie denn nun endlich wieder ihre Ladenflächen beziehen können. Viele erlitten durch die Schließung einen größeren wirtschaftlichen Schaden als ursprünglich gedacht. Denn: Eigentlich sollte das Gebäude zum 1. Juni fertigsaniert und ein neuer Lebensmittelhändler als Nachfolger von Real als Ankermieter eingezogen sein. Doch nach der Schließung des Realmarkts zum 31. Januar tat sich monatelang gar nichts. Über die Gründe schwieg der einstige Besitzer SCP der RHEINPFALZ gegenüber. Einige Händler erhielten nach im April ein Schreiben von einer von SCP beauftragten Agentur per Handzettel, indem der Ukraine-Krieg und die Auswirkungen auf die Bauwirtschaft Grund für die Verzögerungen am geplanten Umbau seien.

Im Jahr 2020 hat SCP 276 Real-Märkte von dem Metro-Konzern erworben, darunter sechs Märkte in der Pfalz. Damals war das Unternehmen mehrheitlich in der Hand der russischen Finanzinvestoren Wladimir und Felix Jewtuschenkow. Ab Februar war die Französin Marijorie Brabet-Friel Inhaberin von SCP. Grund für die Änderungen der Besitzverhältnisse sollen hier der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Sanktionen gegen russische Unternehmen gewesen sein.

Bald Teileröffnung?

Mittlerweile hat die Mutterstadter Immobilie nach RHEINPFALZ-Informationen wieder den Besitzer gewechselt. Das Immobilien-Unternehmen Van Mark mit Sitz in Westerstede tritt gegenüber einigen Händlern und Gewerkschaftsvertretern als neuer Eigentümer der Halle auf. Der zweite Besitzerwechsel hat ganz offensichtlich Schwung in die Sache gebracht: Seit ein paar Wochen wird saniert. Doch RHEINPFALZ-Anfragen zum Umbau und zur Wiedereröffnung blieben unbeantwortet.

Wie einige Konzessionäre berichten, sei ihnen in Aussicht gestellt worden, dass sie noch in diesem Jahr einziehen können. Demnach soll eine Staubschutzwand den Teil abtrennen, der für den neuen Lebensmittelhändler hergerichtet werde. Möglicherweise ist das Edeka Stiegler, der mehrere Filialen, darunter auch ein E-Center, in der Pfalz betreibt. Auf Anfrage wurde das weder bestätigt noch dementiert. Inhaber Sven Stiegler bittet um Verständnis: „Wir stecken mitten in den Verhandlungen“, sagt er.

Hoffen auf den Oktober

Mit anderen Händlern hat es bereits Gespräche über die Sanierung der Ladenflächen gegeben, etwa mit Christoph Gehrke, der eine Easy-Apotheke in der Halle hatte. Auch wenn der wirtschaftliche Schaden aufgrund der Verzögerung groß sei, ist er zuversichtlich: Einerseits sei er froh, dass es nun vorangehe, anderseits belaste ihn die Ungewissheit weiter, weil unklar bleibt, wann er wieder einziehen könne. „Je schneller umso besser.“

Das wünscht sich auch Rofu-Kinderland. Die Filiale hatte mit eine der größten Flächen außerhalb der Real-Flächen. Das Unternehmen hat die monatelange Verzögerung der Wiedereröffnung zähneknirschend hingenommen. „Wir hoffen nun sehr, dass wir Ende Oktober wieder einziehen und eröffnen können, damit wir das Weihnachtsgeschäft mitnehmen können“, sagt Frank Schröder, Geschäftsführer für Logistik und Vertrieb bei Rofu. Doch Van Mark habe bis jetzt nicht zusagen können, ob das möglich ist. Sollte es weitere Verzögerungen geben, etwa bis Dezember, überlege sich das Unternehmen, erst 2023 zu eröffnen. Und zwar dann, wenn auch der neue Lebensmittelhändler einziehen soll. Nach Schröders Informationen im ersten Quartal 2023.

Neue Kundenbringer

Ein Lebensmittelmarkt war bisher ein wichtiger Kundenmagnet, darum wird zum Beispiel Sabine Guhmann höchstwahrscheinlich ihr Geschäft auch erst dann eröffnen, wenn der Ankermieter eingezogen ist. Sie betreibt mit ihrem Mann Kawa Tofig das Feinkost-Geschäft Daud, ehemals Messina.

Möglicherweise könnten „die Neuen“ auch Kunden ins Gewerbegebiet locken: Woolworth hat auf Nachfrage bestätigt, dass eine Filiale dort eröffnen wird. Die Ladenfläche soll nach Auskunft eines Pressesprechers rund 1800 Quadratmeter betragen, eine Nebenfläche noch mal etwa 200 Quadratmeter. Bis zu 15 Mitarbeiter sollen die Dependance führen, der Eröffnungstermin stehe aber noch nicht fest. „Wir rechnen nicht vor dem Frühjahr 2023 mit der Übergabe der Fläche“, informiert der Pressesprecher. Des Weiteren soll nach RHEINPFALZ-Informationen ein Laden von Action-Markt einziehen, das wollte das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bestätigen. Die Läden könnten Konkurrenz für Rofu sein, denn die Sortimente überschneiden sich. „Das lässt sich in Gewerbegebieten und Hallen mit mehreren Händlern nicht vermeiden“, sagt Frank Schröder, „wir sehen diese Läden eher als Frequenzbringer.“

Ob auch der Friseurladen Haarschnitt davon profitieren könnte, ist unklar. Inhaber Volker Andres, hatte nach der Schließung des Reals eine Übergangslösung für die ersten Monate gefunden. In einem Truck auf dem Messplatz im Ort von Mutterstadt bediente sein Team die Kunden weiter, doch das war kein Ersatz für die Ladenfläche, die am Real zur Verfügung stand. Nun hat er in Mutterstadt in der Neustadter Straße gegenüber von Rewe einen Laden gefunden, ausgebaut und eröffnet. „Dort bleiben wir jetzt“, sagt er. Ob er zudem im Gewerbegebiet seinen alten Laden wiedereröffnet, ist unklar. „Der neue Eigentümer hat sich noch nicht bei mir gemeldet“, sagt er. Vieles bleibe im Vagen.

Die ehemalige Real-Markthalle ist mittlerweile fast entkernt. Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein werden, bleibt weit
Die ehemalige Real-Markthalle ist mittlerweile fast entkernt. Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein werden, bleibt weiter unklar. Einige Händler hoffen auf Oktober.
Wird Stiegi, das Maskottchen von Edeka Stiegler, bald Mutterstadt besuchen?
Wird Stiegi, das Maskottchen von Edeka Stiegler, bald Mutterstadt besuchen?
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