VG Römerberg-Dudenhofen
Pläne für Erweiterung von Feuerwehrgerätehaus vorgestellt
Wenn die freiwilligen Feuerwehrleute in den Einsatz müssen, ziehen sie sich hinter beziehungsweise neben den Fahrzeugen in den Hallen der drei Gerätehäuser in Dudenhofen, Römerberg und Harthausen um. Das ist nur ein Aspekt, den der Gesetzgeber so nicht vorsieht. Um die Gesundheit der Wehrleute zu schützen und die Verschleppung von Schadstoffen zu vermeiden, ist das sogenannte Schwarz-Weiß-Prinzip vorgegeben. Das bedeutet, dass es Bereiche für schmutzige – „schwarze“ – getrennt von Bereichen mit sauberer – „weißer“ – Ausrüstung geben muss.
Für das Gerätehaus in Dudenhofen ist deshalb ein zweistöckiger Anbau mit Flachdach zur Festhalle hin geplant. Dieser soll im ersten Bauabschnitt in den Jahren 2022 und 2023 verwirklicht werden. Darin sollen die ebenfalls vorgeschriebenen getrennten Umkleideräume und Toiletten für Männer und Frauen, ein Aufenthaltsraum, Büros für Führungskräfte, die Einsatzzentrale sowie ein Raum für Schulungen und die Jugendfeuerwehr entstehen.
Ein Teil wird abgerissen
Bei einer Alarmierung nutzen die Wehrleute den Eingang an diesem neuen Anbau, gehen in die Umkleideräume, tauschen dort ihre private Kleidung gegen die Ausrüstung und betreten die Halle hinter den Fahrzeugen, damit keine Unfälle passieren. So sehen es die Pläne des Architekten Christopher Diehl aus Hochdorf-Assenheim vor, die er am Montagabend den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde vorstellte. Diehl ist nicht nur Architekt, sondern auch Wehrleiter der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim und kennt sich somit im Feuerwehrmetier aus.
Ihm zufolge soll der Fahrzeughallen-Komplex bestehen bleiben, durch Umbauten sollen aber Räume für die Wartung sowie Reinigung der Geräte und Kleidung geschaffen werden – ebenfalls nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip. Den Zustand des Gebäudeteils rechts neben der Fahrzeughalle Richtung Wertstoffhof bezeichnete Diehl als „äußerst miserabel“. Vor fünf Wochen gab es dort etwa einen Wasserrohrbruch unter dem Mannschaftsraum, sodass dieser seitdem nicht mehr genutzt werden kann. Deshalb soll dieser Gebäudeteil im zweiten Bauabschnitt abgerissen werden. In den Jahren 2023 und 2024 soll dort eine neue Waschhalle für die Fahrzeuge entstehen und eine erforderliche Abgas-Absauganlage installiert werden.
Frage nach Einsparpotenzial
Der Architekt kalkuliert mit Baukosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro. Nach Rücksprache mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und dem Innenministerium werden Zuschüsse zwischen 600.000 und 650.000 Euro erwartet. FDP-Politiker Hartmut Lardon nannte die „deutlich über drei Millionen Euro“, die die Verbandsgemeinde finanzieren muss, „ein Wort“. Er erinnerte, dass auch in Römerberg und Harthausen neue Feuerwehrgerätehäuser vorgesehen sind, und merkte an, dass durch die Corona-Pandemie mit weniger Einnahmen in der Gemeindekasse zu rechnen ist. Letztlich wollte Lardon wissen, wo bei den Planungen in Dudenhofen Geld eingespart werden kann.
Sowohl der Architekt als auch Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) machten deutlich, dass es kein Einsparpotenzial gebe. Zum einen sei der Bedarf da. Zum anderen achteten die ADD und die Kommunalaufsicht darauf, dass nicht übertrieben geplant werde. Finanzielle Zuschüsse gebe es nur, wenn die Vorgaben der ADD eingehalten werden, sagte Scharfenberger und erklärte, dass sich die Kriterien für Flächen und Ausstattung aus der Größe der Gemeinde und den dortigen Gefahren ergeben. „Wir planen keine goldenen Türgriffe“, versicherte Wehrleiter Stefan Zöller und betonte, dass es eine sinnvolle und notwendige Investition sei, auch um attraktiv für den „so wichtigen Nachwuchs“ zu bleiben.
Gespräche mit Eigentümern
Für das vorgesehene neue Feuerwehrgerätehaus in Römerberg auf der freien Fläche rechts neben dem Autohaus am Mechtersheimer Ortseingang will die Verbandsgemeinde bald mit den acht privaten Grundstückseigentümern sprechen. „Solange wir die Grundstücke nicht haben, können wir dort nicht weiter planen“, sagte Zöller. In Mechtersheim und Harthausen entsprechen die Gerätehäuser auch nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. An ihren jetzigen Standorten können sie nicht ertüchtigt werden, deshalb ist in beiden Orten ein Neubau vorgesehen. In Harthausen ist das neue Gerätehaus am nördlichen Ortseingang Richtung Hanhofen zwischen dem Gewerbegebiet „Kohlplatte“ und der Wohnbebauung angedacht. Bei diesem Vorhaben sei man aber noch weiter zurück, es gebe bisher nur Ideen, sagte Zöller.