Dudenhofen
Per Los an die Gemeindespitze
Die Ausgangssituation versprach Spannung: Die Wähler in Dudenhofen haben im Juni dafür gesorgt, dass im Ortsgemeinderat die Ampel-Parteien SPD, FDP und Grüne, die bislang die Mehrheit stellten, nur noch auf die Hälfte der Sitze kommt. Genauso viele Mandate haben die Vertreter von CDU und Freien Wählern. Wen würde das Gremium also an die Seite des von den Bürgern direkt wiedergewählten Ortsbürgermeisters Jürgen Hook (SPD) berufen? Spätestens als die CDU-Fraktion ihr Ratsmitglied Marcus Mönig und die SPD den bisherige Amtsinhaber (seit 2019) Reinhard Burck von den Grünen als Kandidaten für den Posten des Ersten Beigeordneten vorschlugen, war für die Zuhörer klar: Eine gütliche Einigung auf eine ausgewogene Verteilung der beiden Beigeordneten-Posten ist offenbar im Vorfeld gescheitert.
Es kam, wie es kommen musste: Bei 22 Ratsmitgliedern entfielen jeweils elf Stimmen auf Mönig und auf Burck. Trotz geheimer Wahl stand die alte Ampel-Koalition offensichtlich zusammen, und auch bei CDU und FWG fanden sich keine Abweichler von der Fraktionsdisziplin. Das blieb auch im zweiten Wahlgang so. In diesem Fall sieht die Gemeindeordnung das Losverfahren vor: Christian Schreiner, Büroleiter der Verbandsgemeinde, steckte zwei Umschläge mit den Namen der Kandidaten in die Wahlurne, schüttelte ein paarmal kräftig durch und ließ schließlich wie im Gesetz vorgesehen Bürgermeister Hook die Glücksfee spielen. „Das Los hat entschieden: Reinhard Burck“, verkündete Schreiner knapp, nachdem er den von Hook gezogenen Umschlag geöffnet hatte. Burck ist 72 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder sowie zwei Enkel. Er war 46 Jahre lang in der Druckindustrie in verschiedenen Firmen tätig. Immerhin: Applaus gab es vom gesamten Rat. Und der unterlegene Kandidat gratulierte dem Sieger, der sich für das Vertrauen bedankte, mit einer Umarmung.
Wieder ein Patt
Dass es auch für das zweite Beigeordnetenamt zwei Kandidaten gab, war anschließend nicht mehr überraschend: Fabienne Körner schickte für die FWG Lars Hoffmann (37 Jahre, Inhaber des Hotels Goldenes Lamm) ins Rennen. Bei der Ampel übernahmen es die Grünen, SPD-Ratsmitglied Frank Heider (42, Bereichsleiter LZG-Akademie für Gesundheitsförderung) vorzuschlagen. Die beiden folgenden Wahlgänge brachten die gleiche Pattsituation wie zuvor, so dass erneut das Los entscheiden musste. Auch beim zweiten Griff in die Urne erwischte der Bürgermeister den Umschlag mit dem Namen des Ampel-Kandidaten: Frank Heider heißt also damit der neue zweite Beigeordnete der Ortsgemeinde. Er sei schon lange an politischen Prozessen beteiligt, sagte er gegenüber der RHEINPFALZ. Obwohl nicht aus Dudenhofen stammend, sei er mittlerweile sehr gut im Ort in den Vereinen vernetzt.
Jürgen Creutzmann, das einzige verbliebene FDP-Ratsmitglied, wunderte sich vor der Wahl, warum die Freien Wähler nun doch einen Kandidaten fürs Beigeordnetenamt ins Rennen schicken, nachdem sie vor einigen Wochen gegenüber der RHEINPFALZ noch bekundet hätten, dies nicht vorzuhaben. Gar „Fake News“ witterte Creutzmann. Doch die Aussage war keine Erfindung der Zeitung: Die Entscheidung, doch einen Kandidaten aufzustellen, sei nach dem Scheitern der Gespräche mit den anderen Ratsfraktionen gefallen, berichtete Lars Hoffmann nach der Sitzung im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Außerdem hätten Bürger gefragt, warum die Freien Wähler keine Verantwortung als Beigeordnete übernehmen wollen.
Geschäftsbereiche noch offen
Noch alles offen ist beim Thema Geschäftsbereiche – zumindest wollen sich die Beteiligten nicht in die Karten schauen lassen. Es sollen Gespräche mit dem Bürgermeister folgen. Bisher hatte sich der Erste Beigeordnete um Friedhof und Gemeindewerke gekümmert. Der zweite Beigeordnete hatte keinen Geschäftsbereich. Allerdings hat der Rat die Hauptsatzung dahingehend geändert, dass auch der zweite Beigeordnete Fachgebiete betreuen kann.
