Dannstadt-Schauernheim
Ochs- und Esel-Brunnen braucht Frischzellenkur
Zunächst habe der Hausmeister nur einen Fehler in der Brunnen-Elektrik gemeldet. „Nach mehreren Terminen mit Fachfirmen wurde uns aber schnell klar, dass es sich nicht um das einzige Problem handelt“, berichtete Sachbearbeiterin Christine Fabian von der Bauabteilung in der jüngsten Ratssitzung. Die Ursachensuche habe ziemlich viel zutage gefördert, was es an dem Brunnen zu tun gebe.
Offensichtlich seien die starken Verkalkungen an den namensgebenden Tierfiguren sowie an den Kürbis-Plastiken. Die Trinkwassertechnik sei in den vergangenen Jahren zurückgebaut worden und existiere nicht mehr. Die Leuchten im Brunnen seien ebenfalls defekt. „Eine von zwei Saugpumpen ist gar nicht mehr vorhanden“, nannte Fabian ein weiteres Beispiel. Auf ihrer Liste stehen außerdem abgebrochene Halterungen der Abdeckplatten, die ausgefallene Nachspeisung mit Frischwasser, die rückgebaute Wasserspritz-Vorrichtung im großen Kürbis, Risse in der Graniteinfassung, lose im Elektroverteiler herumliegende Kabel.
Große Variante wird teuer
Genaue Kosten konnte sie noch nicht nennen. Die einst von dem Künstlerehepaar Gernot und Barbara Rumpf entworfene Brunnenanlage zu sanieren, werde aber sehr aufwendig und entsprechend teuer. „Der zugehörige Schacht etwa wäre so nach den heutigen DIN-Vorschriften gar nicht mehr zulässig“, sagte Fabian. Für das Erneuern des Brunnens gebe es unterschiedliche Möglichkeiten. Die nach dem aktuellen Stand der Technik richtige wäre die große Variante, die allerdings auch sehr kostspielig sei.
„Wir sind dabei, eine Lösung zu finden, die wir demnächst dem Rat vorlegen“, erklärte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU). Für sie symbolisiere der Ochs- und Esel-Brunnen die beiden Ortsteile Dannstadt und Schauernheim. „Wir sollten ihn unbedingt erhalten“, warb sie für die Frischenzellenkur. Sozialdemokrat Uwe Schölles wolle mit dem Hausmeister versuchen, die Bronzefiguren mit einem speziellen Mittel zu reinigen.
Ralf Klein (Grüne) empfand den Brunnen als sehr schön. Dieser gestalte und präge seit vielen Jahren das Ortsbild. Umso trauriger sei, dass der Brunnen auf Verschleiß gefahren wurde. „Man fragt sich dann schon manchmal, wer in den letzten 25 Jahren verantwortlich für den Brunnen war. Warum wurde da nichts gemacht? Das ist ein einziger Investitionsstau“, sagte er.
In die Jahre gekommen
Verbandsgemeinde-Bürgermeister Stefan Veth (CDU) betonte, es seien immer wieder Firmen vor Ort gewesen, um kaputte Komponenten zu reparieren oder auszutauschen. Zudem habe sich der Hausmeister innerhalb seiner Möglichkeiten rührend um die Anlage gekümmert. Der Brunnen sei aber auch dem Wetter ausgesetzt und jetzt einfach in die Jahre gekommen.
Elmar Burkhardt (CDU) ergänzte, der langjährige Hausmeister sei der Fachmann für den Brunnen gewesen und nachdem er in Rente gegangen war, habe niemand diese Aufgabe übernommen. „Wenn es Ihnen nicht immer nur um Polemik ginge, hätten Sie das wissen oder im Rathaus erfragen können“, warf er Klein vor. Daneben wies er daraufhin, dass die ehrenamtliche Pflege solcher Brunnen wegen der vielen Technik schwierig sei.
Marc Hauck (FDP) betonte: „Jetzt lassen wir alles fachmännisch prüfen und sollten die Anlage dann in altem Glanz erstrahlen lassen.“ Frank Börner (CDU) schlug vor, künftig mit einem Wartungsplan zu arbeiten. Das hielt auch die Ortschefin für wichtig.