Ludwigshafen Von „Ochsen“ und „Eseln“
Seit jeher werden die Dannstadter von ihren Nachbarn als „Ochsen“ bezeichnet, wie Ruprecht Vollmar in seinen „Sagen und Geschichten aus Dannstadt-Schauernheim“ beschreibt. Die Schauernheimer gelten hingegen als „Esel“. Beide Symbole finden sich heute in der Gemeinde am „Ochs- und Eselbrunnen“ wieder; sie stehen auch Pate für das Logo des Ortsjubiläums.
Für die Bezeichnung der Dannstadter als „Ochsen“ dürfte es zwei Gründe geben: Einerseits den Rindvieh-Reichtum der Dannstadter, der den Neid der Nachbarn herausforderte und zu dem Spottvers „Drei Ochse – zwää ziehgen unn ääner hockt druff!“ führte. Andererseits verbaten sich die Dannstadter, dass die Trasse der Ludwigsbahn von Ludwigshafen nach Neustadt durch ihre Felder führte. Der Lärm der Eisenbahn würde den Kühen Angst machen. Daher wurde diese in den 1840er-Jahren um Dannstadt herum gebaut; Schifferstadt wurde zum Eisenbahnknotenpunkt. Die Nachbarn schüttelten den Kopf und meinten: „Die Ochsen sind den Dannstadter wichtiger als die Eisenbahn. Diese Ochsen!“ Auch für die Bezeichnung der Schauernheimer als „Esel“ gibt es zwei Erklärungen, wie Vollmar anführt. Eine davon geht auf die Mühle zurück, da Müller in der Regel Esel als günstige Lasttiere einsetzten. Mussten Dannstadter nach Schauernheim zur Mühle, so bürgerte sich der Spruch ein: „Märr missen widder zu de Essel“ und „Heit fahren märr zu de Essel, därfscht mit!“. Bald wurden alle Schauernheimer als „Esel“ bezeichnet. Die zweite Erläuterung ist weniger harmlos, spielt sie doch mit der angeblichen Naivität der Schauernheimer. So soll einmal ein Schauernheimer im Feld einen Kürbis gefunden und das ganze Dorf inklusive Bürgermeister zusammengerufen haben. Alle sollen gerätselt haben, um was es sich dabei wohl handelt – mit dem Ergebnis, dass es nur ein Ei sein könne. Um herauszufinden, welches Tier sich darin verbirgt, begannen die Schauernheimer laut Sage, das „Ei“ auszubrüten – als erster soll sich der Bürgermeister auf den Kürbis gesetzt haben. Die anderen gingen, von Langeweile getrieben, nach Hause. Als die „Ablösung“ kam, sei der reife Kürbis unter dem schwergewichtigen Dorfschulzen zusammengebrochen. Hinter dem Bürgermeister habe ein junger Esel gestanden, woraufhin die Dorfbewohner staunten: „Er hat einen Esel ausgebrütet!“ Die Illusion hielt jedoch nicht lange an. Als der Müller auf der Suche nach dem Eselskind mit der Eselin vorbeikam, eilte der kleine Esel sofort zur Mutter.