Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Neujahrsempfänge: Gute Wünsche per Video

Schon mal den Sekt bereithalten: Der Neujahrsempfang beginnt.
Schon mal den Sekt bereithalten: Der Neujahrsempfang beginnt.

Wenn die Einwohner nicht zum Bürgermeister kommen können, kommen die Ortschefs eben per Bildschirm in die Stuben. Stefan Veth und Andreas Poignée haben ihre Neujahrsempfänge virtuell abgehalten. Mit kreativen Ideen und einigen Überraschungen.

Schon im vergangenen Jahr hat Limburgerhofs Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) als „Pionier“ seinen Neujahrsempfang virtuell abgehalten. Sein Wunsch, dass das erste derartige Unternehmen auch das letzte sei, ging leider nicht Erfüllung, sagt er zu Beginn der zweiten Auflage. Seit Donnerstagabend ist der etwas über eine Stunde dauernde Film über die Homepage der Gemeinde abzurufen. Und die Limburgerhofer haben sich wieder einiges einfallen lassen.

Was gehört zu einem zünftigen Neujahrsempfang? Eine Ansprache, ein Rück- und Ausblick, Segenswünsche vom Schornsteinfeger und von den Sternsingern zum Beispiel. Und ein Gläschen Sekt darf natürlich nicht fehlen. Alles das gibt es auch bei Poignées virtueller Einladung – nur halt ein bisschen anders. Die sieben kleinen Sternsinger grüßen nicht viele Gäste von der Bühne des Kultursaals, sondern überbringen ihre Segenswünsche im Film vom Altar der katholischen Kirche. Und Bezirksschornsteinfegermeister Georg Magin hat als Überraschung einen niedlichen Vertreter: Der elfjährige Laurens Braun übermittelt als Glücksbringer im Kaminkehrer-Kostüm die Neujahrswünsche. Und Grüße aus der französischen Partnergemeinde Chenôve gibt es auch per Film.

„Eine solide Gemeinschaft“

Auch wenn Andreas Poignée einen Teil seiner Ansprache unter den Titel „Abgesagt – Verschoben“ stellen muss – es ist viel passiert und erledigt worden in der Gemeinde mit ihren mehr als 11.000 Einwohnern. „Blickfänge“ heißt der Jahresrückblick in Bildern, der von Veranstaltungen im neuen Format berichtet, von Aktivitäten der Vereine, Kitas, Schulen, Feuerwehr oder Kulturschaffenden. Poignée berichtet über Investitionen und Projekte. Und er appelliert an alle zur gegenseitigen Rücksichtnahme, „wir müssen am Ausgleich der verschiedenen Interessen arbeiten“. Als Beispiel nennt er die Notwendigkeit für Jugendliche, sich zu treffen und aufhalten zu können, und dem Ruhebedürfnis der Anwohner, die sich dann beschweren. Aber: „Wir sind eine solide Gemeinschaft.“

Das Ortszentrum wird 2022 40 Jahre alt und braucht dringend eine Grundsanierung. Kein leichtes Unterfangen bei vielen verschiedenen Eigentümern und der Mischung von Handel, Verwaltung und Wohnbereichen. Außerdem stehen in diesem Jahr die Sanierung der Carl-Bosch-Schulturnhalle an und der Ausbau des Hermann-Löns-Wegs, nennt der Bürgermeister Beispiele im Ausblick.

Film im Trauzimmer schauen

Die „Regieanweisung“ lautet schließlich „bitte den Sekt bereitstellen“, denn ohne ein Prosit wäre es ja kein richtiger Neujahrsempfang. Und wer sich vorher das Neujahrspaket der Gemeinde besorgt hat, hat auch gleich die feste Nahrung dazu.

Wer keinen Computer hat, kann den Film auch im Trauzimmer des Rathauses im Fernsehen schauen: Anmeldung bei Andrea Weber, Telefon 06236 691126.

Prost Neujahr auf YouTube

Auch das Dannstadt-Schauernheimer Veranstaltungshaus Zentrum Alte Schule blieb leer, zum zweiten Mal wurde der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde abgesagt. Die virtuelle Version, die die Verwaltung als Film auf ihrem YouTube-Kanal nun hochgeladen hat, soll ein kleiner Trost sein. Und der ist wirklich gut gelungen: Alles, was man von einem Neujahrsempfang gewohnt ist, wurde in gut einer halben Stunde Film verpackt.

Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) grüßt aus seinem Amtszimmer, die Voices vom MGV Rödersheim singen zu Beginn („Wach auf meins Herzens Schöne“) und als krönenden Abschluss („Hear my prayer“), und die Pfälzische Weinkönigin Sophia Hanke hebt ihr Glas in einem Weinkeller. In Rödersheim-Gronau war für Bürgermeister Thomas Angel (FWG) eben ihre Krönung der Höhepunkt, denn sie lebt in seinem Ort. „Von Glanzlichtern“ in Hochdorf-Assenheim berichtet Ortschef Walter Schmitt (FWG) und meint damit die neue, energiesparende Straßenbeleuchtung. Dannstadt-Schauernheims Bürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) grüßt von der Bank „Gute Aussicht“, Teil des erfolgreichen Bänke-Projekts „Himmelwärts“, und wünscht sich künftig wieder mehr Geselligkeit.

Bilder leiten durchs Jahr

Und natürlich fehlt in der Film-Version des Neujahrsempfangs der Jahresrückblick mit Ausblick nicht: Im vergangenen Jahr ging Veth dafür an die verschiedenen Schauplätze. Diesmal ist es die freundliche Stimme von Pressesprecherin Ute Günther, die die Zuschauer mit Bildern durch das Jahr leitet. Die Themen wie Pandemie, Flutkatastrophe und die Wahlen hallten nach bis in die Gemeinde, der Einsatz der Ehrenamtlichen, wie der der Helfer im Testzentrum oder der Feuerwehr, wird gewürdigt.

Der Ausbau des Außengeländes der Dannstadter Kita St. Michael, die Renovierung der Grundschule in Rödersheim und das Generationenprojekt Drei-Punkt-Hof in Assenheim werden als besondere Projekte im sozialen Bereich hervorgehoben. Es wurden etliche Straßen saniert und die Glasfassade des Treppenturms am Rathaus renoviert, berichtet Günther weiter. Und ein zweistelliger Millionenbetrag soll in die energetische Sanierung der Kläranlage investiert werden.

„Geburtstag“ der Verbandsgemeinde steht an

Kultureller Höhepunkt war unter anderem das Open-Air-Theater von Chawwerusch in Assenheim. Stolz ist die Verbandsgemeinde auch, dass noch mehr Bürger beim Stadtradeln mitgemacht haben, etwa acht Tonnen CO2 können eingespart werden. Verkehr ist überhaupt ein bestimmendes Thema: etwa Tempo 30 in den Hauptstraßen der Ortschaften. Die Gemeinden wachsen weiter, Wohn- und Gewerbeflächen entstehen, wie in Dannstadt-Schauernheim. Und es wird grüner: Ein Beispiel sind die „Inseln der Artenvielfalt“, die in Rödersheim-Gronau entstehen sollen.

Und dann ist da noch der anstehende 50. „Geburtstag“ der Verbandsgemeinde. Für Comedian Tim Poschmann war das noch ein Grund mehr, eine Schorle auf Ex zu trinken und ein wenig aus seinem Leben als Winzerbub zu plaudern. Besonders freue er sich auf den 35. Mundart-Wettbewerb in diesem Jahr.

Am 1. Oktober wurde Sophia Hanke (Mitte) aus Rödersheim-Gronau zur Pfälzischen Weinkönigin gekürt.
Am 1. Oktober wurde Sophia Hanke (Mitte) aus Rödersheim-Gronau zur Pfälzischen Weinkönigin gekürt.
Andreas Poignée agiert vor verschiedenen Hintergründen.
Andreas Poignée agiert vor verschiedenen Hintergründen.
Stefan Veth grüßt aus seinem Amtszimmer.
Stefan Veth grüßt aus seinem Amtszimmer.
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