Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Heißt Bahnhofsvorplatz bald Otto-Linck-Platz? Ortsbeirat Süd ist gespalten

Mitgründer des Pfälzerwald-Vereins: der Ludwigshafener Otto Linck.
Mitgründer des Pfälzerwald-Vereins: der Ludwigshafener Otto Linck.

Der Pfälzerwald-Verein (PWV) wünscht sich, dass einer seiner Gründer durch eine Platzbenennung geehrt wird. Im Ortsbeirat Süd ist man da geteilter Meinung.

Seit annähernd 125 Jahren gibt es den PWV. Er unterhält viele Hütten und zählt heute mehr als 20.000 Mitglieder. Was viele nicht wissen: Seine Geschichte ist eng mit Ludwigshafen verbunden. Denn gegründet wurde er in Ludwigshafen. Maßgeblich daran beteiligt war der Ludwigshafener Bahnbeamte Otto Linck. Für die PWV-Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim allemal ein guter Grund, den Mitbegründer zu ehren.

Areal vorm Hauptbahnhof.
Areal vorm Hauptbahnhof.

Eine Idee, die seit März im Raum steht: Eine Straße in Ludwigshafen könnte nach Link benannt werden. Einen Mitstreiter dafür hat der PWV schon früh in Christoph Heller (CDU), Ortsvorsteher der Südlichen Innenstadt, gefunden. Er, so erzählte es Heller bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend, sei auf Stadtarchiv und Stadtverwaltung zugegangen, um das weitere Vorgehen zu erarbeiten. Das Stadtarchiv habe Linck als unbedenklich eingeordnet, die Stadtspitze habe den Bahnhofsvorplatz als möglichen Ort vorgeschlagen – denn dieser trägt heute ohnehin keinen Namen.

Kommunikation kritisiert

Dieser Vorschlag stand im Ortsbeirat zur Abstimmung. Doch diskussionslos ging das nicht vonstatten. Kein Mitglied hatte nach eigenen Angaben ein Problem mit dem Namen Otto Linck selbst – wohl aber mit dem Vorgehen des Ortsvorstehers. Vor allem Matthias Jurczak (Grüne) und Beatrice Wiesner (SPD) kritisierten mangelnde Transparenz. „Wir haben im Vorfeld nicht darüber diskutiert, wer der Namensgeber werden könnte, sondern bekommen jetzt diesen Namen vorgesetzt. Über Alternativen wurde nicht gesprochen. Nur weil das ein großer Verein ist, müssen wir dem nicht einfach folgen“, so Jurczak.

„Viel gehört auch den Naturfreunden, es gibt nicht nur den PWV“, sagte Wiesner. Denn Johann Ernst sei auch aus Ludwigshafen gewesen und gründete die Ortsgruppe 1910. Auch Wiesner bemängelte den fehlenden Austausch vorab. „Ich habe nichts gegen Otto Linck oder den PWV – aber jetzt gerate ich unter Druck, wenn ich dagegenstimme. Sollten wir uns nicht eher Zeit lassen und weitere Vorschläge suchen?“

Beiräte erfuhren von Vorhaben aus der Zeitung

Massimo Micheletti (BIG) monierte, dass nur Otto Linck vorgeschlagen wurde, während es nach eigenen Recherchen drei Gründungsmitglieder gegeben habe. Jens Brückner (parteilos) zeigte sich ebenso düpiert. „Schön und gut, dass das in der RHEINPFALZ stand – aber die ist kein offizielles Informationsorgan“, so Brückner. Er schlug vor, mehrere Namen für den Bahnhofsvorplatz zu verwenden oder ihn schlicht nach dem PWV selbst zu benennen.

Ortsvorsteher Heller sagte: „Ich wollte kein Fass aufmachen.“ Allerdings sehe er in seinem Vorgehen nicht wirklich ein Problem: „Ich habe mit dem Stadtarchiv gesprochen, Linck ist unproblematisch, und ich mochte den Vorschlag. Warum soll ich dann nach Alternativen suchen?“ Schützenhilfe bekam er von Andreas Massion (CDU): „Der Vorschlag passt doch. Den Verein oder 20 Namen auf ein Schild zu nehmen, ist nicht pragmatisch.“ Am Ende zeigte sich die Spaltung in der Abstimmung: Sechs Ortsbeiräte sprachen sich gegen die Umbenennung aus. Sie bildeten trotzdem die Minderheit, der Antrag wird als Nächstes dem Bau- und Grundstücksausschuss vorgelegt. Ob das schon am 8. Juni der Fall ist, ist noch offen.

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