Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Kita kommt vermutlich auf die Rathauswiese

Wie fast überall müssen auch in Bobenheim-Roxheim mehr Kita-Plätze her. Mit der Vergrößerung bestehender Einrichtungen kommt die
Wie fast überall müssen auch in Bobenheim-Roxheim mehr Kita-Plätze her. Mit der Vergrößerung bestehender Einrichtungen kommt die Gemeinde nicht mehr weit.

Alles spricht dafür, dass auf der Bobenheim-Roxheimer Rathauswiese eine große kommunale Kindertagesstätte für bis zu 150 Kinder gebaut wird. Damit verbunden wäre der Abschied vom integrativen Konzept, wie es bis dato in der Breslauer Straße umgesetzt wird.

Für seinen „Masterplan“ für eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Kindergartenlandschaft in Bobenheim-Roxheim hat das Architektenbüro Hort & Hensel etliche Optionen geprüft und kombiniert, um in bestehenden, zu mietenden oder neu zu bauenden Kita-Gebäuden den kommenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.

Am Ende erscheint der Verwaltung und den Bürgervertretern ein Neubau für sechs Gruppen, wie sie im alten Kita-Gesetz definiert sind, in Verbindung mit der eingruppigen Erweiterung des protestantischen Kindergartens Regenbogen am sinnvollsten und wirtschaftlichsten. Jedenfalls folgten in der vergangenen Woche die Mitglieder zweier Ausschüsse einstimmig diesem Vorschlag. Der Umbau und die Anmietung von Teilen des früheren Altenheims und späteren Asylbewerberheims im Pfalzring ist vom Tisch.

Kerwe und Bürgerfest müssten weichen

Die neue Kita soll auf jeden Fall die in der Breslauer Straße ersetzen, die abgerissen werden muss, weil eine Sanierung zu teuer käme. Die Gemeinde könnte dieses Grundstück für einen Neubau nutzen und müsste übergangsweise anderswo eine Container-Kita einrichten. Als Standorte für den Neubau waren aber auch die Kaufweide hinter der Rheinschule, der Spiel- und Bolzplatz in der Richard-Wagner-Straße und die Grünfläche am Platz der Deutschen Einheit in der Überlegung. Jedoch bietet keiner so viele Vorteile wie die zentral und ruhig gelegene Wiese am Rathaus, die groß genug ist, um später, falls nötig, das Gebäude zu erweitern. Allerdings müsste ein neuer Standort für Kerwe und Bürgerfest gefunden werden.

Der Flächenbedarf für die geplanten sechs Gruppen (bis 150 Plätze auf zwei Stockwerken) beträgt laut Verwaltung 2800 Quadratmeter, und das Projekt wird derzeit mit Kosten von sechs Millionen Euro veranschlagt. Die Vergrößerung der Kita Regenbogen ist mit 750.000 Euro angesetzt. Bürgermeister Michael Müller (SPD) fände es gut, das Grundstück Breslauer Straße nach dem Abriss zu verkaufen, doch diese Idee wurde auf Wunsch der Grünen-Fraktion im Grundsatzbeschluss der beiden Fachausschüsse erst einmal ausgeklammert. Wer weiß, wofür man das Gelände noch gebrauchen könnte ...

Entscheidung gegen integrativen Kindergarten

Es ist zu erwarten, dass der Gemeinderat am Donnerstag dem Votum der Ausschüsse folgen wird, und dazu gehört dann auch die Entscheidung, dass die Kommune in Bobenheim-Roxheim keinen integrativen Kindergarten mehr betreibt. In solchen Einrichtungen für behinderte und nicht behinderte Kinder sind die Gruppen kleiner und Therapieräume vorgeschrieben. Es würden im Masterplan also nicht so viele Betreuungsplätze „herausspringen“ wie im vorliegenden Konzept.

Außerdem: Die Rahmenbedingungen für die Kostenerstattung bei der Betreuung behinderter Kinder, die bisher auch aus anderen Kommunen kommen, haben sich aus Sicht der Gemeinde verschlechtert. Und das Land setzt ohnehin verstärkt auf die Inklusion: Kinder mit Behinderung oder einer Beeinträchtigung sollen möglichst die Regelkindergärten in ihrem sozialen Umfeld besuchen.

Termin

Sitzung des Gemeinderats Bobenheim-Roxheim am Donnerstag, 30. März, ab 18 Uhr im Ratssaal. Weitere Themen sind unter anderem der Beitritt der Gemeinde zum Kommunalen Klimapakt des Landes und die Verabschiedung einer Vorkaufsrecht-Satzung für Grundstücke im künftigen Plangebiet „Nördlich des Littersheimer Wegs“, wo ein Wohngebiet erschlossen werden soll.

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