Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Pächter für Silberseekiosk: Sensibles Thema

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Worauf laufen die Bewerbungen für den Silberseekiosk hinaus? Das sollte die Verwaltung dem Gemeinderat näher erklären.

Es hatte etwas von einer Castingshow, als am Donnerstag fünf Gastro-Teams um den Zuschlag für den Kioskbetrieb am Silbersee-Badestrand wetteiferten. Alle präsentierten sich motiviert, erfahren, innovativ, sympathisch. 14 Interessenten dagegen hatte die Gemeindeverwaltung nicht in die Jahnhalle gebeten, weil sie wegen unzureichender Bewerbung oder aus Mangel an Erfahrung mit großen Gästemassen aussortiert worden waren.

Damit wollte Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Mandatsträgern entgegenkommen: Diese sollten bei der Pächterwahl mitentscheiden dürfen, auch wenn sie darauf kein Anrecht haben. Sie sollten sich aber nicht mit Konzepten beschäftigen müssen, die den Anforderungen eh nicht gewachsen wären. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Dem Vernehmen nach fragen sich alle vier Fraktionen, welche Kriterien und Informationen über das sensible Silberseegebiet den Bewerbern eigentlich genau an die Hand gegeben wurden und was am Badeufer künftig passieren wird. Ganzjähriger Gastronomiebetrieb und Musikveranstaltungen – ist das erlaubt? Neue Buden, Spielmöglichkeiten und Lounge-Möbel fürs Urlaubsfeeling – ist dafür überhaupt genug Platz? Neue WCs, Nachtwächter und Schließfächer – soll das etwa alles der Pächter bezahlen? Soll hier ein „Freizeitpark mit Schwimmgelegenheit“ etabliert werden, wie die Freie Wählergruppe befürchtet?

Ohne Aufklärung seitens des Bürgermeisters wird es im Gemeinderat wohl zu keiner Abstimmung kommen. Auch wenn die Zeit drängt – schließlich beginnt die Silberseesaison in zweieinhalb Monaten – sollte sich das Gremium am Donnerstag Zeit für den Informationsaustausch und eine unaufgeregte Diskussion nehmen.

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