Bobenheim-Roxheim
Neuer Anlauf für Gewerbepark „ehemals Kleiner“
Die erste Neuerung ist den Ausschussmitgliedern sofort ins Auge gestochen: Matthias Merkel vom Planungsbüro Hendel + Partner aus Wiesbaden hatte ihnen in der jüngsten Sitzung die Pläne von Eigentümer Peter Mertel vorgestellt. Im vergangenen Jahr war Letztgenannter noch mit einer anderen Planerin im Ausschuss vorstellig geworden. Die Aufgabe von Merkel war es nun, die Planungen seines Auftraggebers für einen neuen Gewerbepark zur Reaktivierung der Industriebrache „ehemals Kleiner“ zwischen Binnendamm und Kleinerweg vorzutragen. Dabei ging es zunächst um die reine Information. Ein Aufstellungsbeschluss könnte in einer der kommenden Sitzungen folgen.
Neu für die Mitglieder war auch, dass Mertel und Merkel eine Liste mit Namen von Betrieben vorgelegt haben, die Interesse an einer Ansiedlung auf dem Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks haben. Mertel hatte das Industriegelände 2009 gekauft und es als Lagerfläche, für das Sieben von Erde und Sand sowie für die Herstellung von Betonformsteinen verwendet. Nachdem 2018 das dortige Sandwaschhaus durch Brandstiftung zerstört worden war, wollte Mertel, dass die Gemeinde einen Bebauungsplan für einen Gewerbepark erstellt. Die Kritik aus dem Ausschuss bisher: Es sei schwierig, ein Bauleitverfahren in Gang zu setzen, wenn noch nicht einmal klar sei, welches Gewerbe sich dort ansiedeln solle.
Kritik an Vorgehen mit Liste
Die nun vorgelegte Liste mit 18 potenziellen Interessenten war für die Ausschussmitglieder jedoch so neu, dass auch das kritisiert wurde: Man hätte die Liste gerne bereits im Vorfeld der Sitzung zu sehen bekommen. Im Ausschuss ließ sich nur ein kurzer Blick darauf werfen. Darunter waren diverse Betriebe, oft aus dem Handwerkerbereich, die aus dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis, Frankenthal oder Ludwigshafen stammen. Das Interesse der Betriebe sei es demnach, sich zu vergrößern oder umziehen zu wollen. Die Betriebe sollen sich dem Konzept zufolge im Norden des Geländes ansiedeln, wo auch die Zufahrten liegen. Außerdem soll dort ein Parkplatz für rund 40 Autos entstehen. Sämtliche Gebäude, die jeweils 500 bis 1000 Quadratmeter Fläche bekommen sollen, will Peter Mertel selbst bauen lassen und sie auch in seinem Eigentum behalten.
„So weit waren wir noch nie“, zog Bürgermeister Michael Müller (SPD) ein Zwischenfazit und schob an späterer Stelle mit Verweis auf die bereits Jahre andauernde Situation nach: „Jetzt haben wir mal was Konkreteres.“ Weil 2018 eine Bauvoranfrage abgelehnt worden war, hatte es einen Rechtsstreit zwischen Mertel und der Baubehörde gegeben. Ein Gericht hatte damals darauf hingewiesen, dass die Gemeinde die Pflicht habe, auf dem Gelände Baurecht zu schaffen.
Trotz des Fortschritts im Konzept gab es auch dieses Mal kritische Anmerkungen. So wünschte sich der Ausschuss genaue Aussagen zum zu erwartenden Verkehr, der auf den öffentlichen Straßen rund um das Gelände entstehen würde. Matthias Merkel dazu: „Für ein Verkehrsgutachten ist es noch zu früh.“ Zudem wünschte sich Bürgermeister Müller konkretere Angaben dazu, wie der Rest des Geländes künftig genutzt werden soll. Rund 70 Prozent der Fläche soll für Mertels eigene Firma vorbehalten bleiben.