Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemaliges Kleiner-Werk soll Gewerbepark werden

Das Sandwaschhaus am Binnendamm 2018 kurz nach dem Brand. Es ist noch nicht wieder aufgebaut.
Das Sandwaschhaus am Binnendamm 2018 kurz nach dem Brand. Es ist noch nicht wieder aufgebaut.

Die Abbruchfirma Mertel will, dass die Gemeinde Bobenheim-Roxheim für das ehemalige Kalksandsteinwerk am Kleinerweiher einen Bebauungsplan erstellt. Eigentümer Peter Mertel möchte dort Betriebe ansiedeln, doch die Kommunalpolitiker sind skeptisch.

Er möge doch bitte zuerst einmal sagen, an welches Gewerbe er denkt, hieß es kürzlich im Bauausschuss. Danach könne man über einen Bebauungsplan für das 2,7 Hektar große Gelände zwischen Binnendamm und Kleinerweg reden. Peter Mertel und Stadtplanerin Angela Butsch vom Flonheimer Büro Butsch + Faber hätten es gern andersherum: Zuerst soll der Gemeinderat zusichern, dass er Baurecht schaffen wird, und danach werde die Mertel GmbH Geld in die Hand nehmen für ein Nutzungskonzept und die notwendigen Gutachten.

Der Bobenheim-Roxheimer Unternehmer hat das Industriegelände der ehemaligen Theodor Kleiner GmbH & Co. KG 2009 gekauft, er nutzt es als Lagerfläche, fürs Sieben von Erde und Sand sowie für die Herstellung von Betonformsteinen. 2018 wurde das Sandwaschhaus durch Brandstiftung zerstört, doch der Wiederaufbau scheiterte laut Gemeindeverwaltung an der Ablehnung der Bauvoranfrage. Im Zuge des Rechtsstreits zwischen Mertel und der Baubehörde nahm das Gericht offenbar Bezug auf die Gemeinde Bobenheim-Roxheim: Sie habe die Pflicht, auf dem Gelände Baurecht zu schaffen, damit es in geordneter Weise wieder nutzbar gemacht werden könne. Die gewählten Bürgervertreter tun sich aber schwer damit, ein Bauleitverfahren in Gang zu setzen, ohne wenigstens „die grobe Richtung“ für einen Gewerbepark zu kennen.

Welches Gewerbe kommt, ist noch unklar

Eine ganze Weile drehte sich deshalb die Diskussion im Bauausschuss im Kreis. Angela Butsch versuchte, mögliche Bedenken auszuräumen. Die Naturnischen, die sich seit der Stilllegung des Kleiner’schen Betriebs gebildet hätten, würden selbstverständlich „gewürdigt“, sagte sie. Die bestehenden Zufahrten, die Hauptwege auf dem Grundstück und die Gebäude blieben erhalten, ebenso die Trafostation. Eine Erweiterung des Geländes sei nicht geplant, und die Firma Mertel wolle ihre Tätigkeiten dort beibehalten.

Welches Gewerbe letztlich ein Interesse habe, sich dort zusätzlich anzusiedeln, könne man jetzt noch nicht sagen. „Es muss zunächst einmal alles vermessen und erfasst werden“, so Butsch. Biologie, Boden, Entwässerung – all das werde Gegenstand von Gutachten sein. „Wir gehen diesen Kostenweg, wenn die Gemeinde einem Bebauungsplanverfahren grundsätzlich zustimmt“, sagte die Planerin und überzeugte am Ende sieben Ausschussmitglieder. Wobei der Beschlussvorschlag lediglich lautete: „Der Ausschuss erkennt die Notwendigkeit eines Bebauungsplans für die gewerbliche Nutzung des Geländes an.“ Zwei Gremiumsmitglieder stimmten mit Nein, zwei enthielten sich. Am Donnerstag, 21. Juli, muss der Gemeinderat entscheiden.

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