Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Kita in Birkenheide: „Das sieht ziemlich cool aus“

Bis Kinder ihre Turnbeutel in der neuen Kita in Birkenheide aufhängen können, dauert es noch eine Weile. Bis Ende 2020 soll der
Bis Kinder ihre Turnbeutel in der neuen Kita in Birkenheide aufhängen können, dauert es noch eine Weile. Bis Ende 2020 soll der Neubau fertig sein, hofft Ortsbeigeordnete Juliane Popp. Foto: svw

Es wird langsam konkret, wie die neue Kindertagesstätte in Birkenheide aussehen soll. Zumindest in den Köpfen der Dorfspitze. Dort spukt ein „Türmchen“ herum. Doch was bislang vorliegt, ist nur ein grober Entwurf des Architekten. Bis gebaut wird, dauert es noch. Und ein pädagogisches Konzept fehlt ebenso. Aber ein Experte bietet seinen Rat an.

Folgendes Szenario: Man fährt durch ein Wohngebiet und sieht einen Neubau, und an einer Ecke hat der Bauherr einen Turm errichten lassen. Da werden die Augen des Betrachters erst einmal ziemlich groß. Ein „Oha“ könnte dem Betrachter auch entfahren, wenn er die neue kommunale Kita in Birkenheide sieht, die auf dem Kerweplatz neben dem Dorfgemeinschaftshaus gebaut werden soll. Denn auch sie soll ein Türmchen erhalten. Zumindest hat die Ortsbeigeordnete Juliane Popp (CDU) diese Idee im Kopf. Und als sie den Gedanken nun im Kitaträgerausschuss präsentierte, wurden die Augen der anderen Gremiumsmitglieder auch erst einmal ziemlich groß.

Dort, wo die beiden Schenkel des Neubaus in L-Form aufeinandertreffen, soll ein zweiter Stock entstehen. „Dort haben Kinder keinen Zutritt“, sagt Popp, die in der Sitzung gemeinsam mit Andreas Tossmann (CDU) den erkrankten Ortsbürgermeister Rainer Reiß (CDU) vertritt. Geht es nach der Dorfspitze, soll es ein Erwachsenenbereich werden, beispielsweise mit einem Elternsprechzimmer, einem Personal- oder einem Pausenraum. Die Ideen sind vielfältig – und nicht nur praktischer Natur. „Außerdem sieht es ziemlich cool aus“, sagt Popp.

Der Architekt hat Spaß, „es läuft gut“.

Überhaupt werden die Vorstellungen der neuen Kita in Birkenheide allmählich konkret – zumindest in den Köpfen der Dorfspitze. Inzwischen habe es viele Gespräche mit dem Architekten Gunter Stemmann aus Römerberg gegeben. „Er hat Spaß daran, es läuft gut“, sagt Popp. Sie räumt aber auch ein: „Er hatte Schwierigkeiten, uns sein Bauchgefühl zu vermitteln.“ Damit meint sie die Ausrichtung des Gebäudes. Bisher war vorgesehen, das „L“ zur Straße hin zu öffnen. Der Architekt habe nun allerdings empfohlen, die Richtung zu ändern und die Freifläche zum Wald zeigen zu lassen. „Für die Kinder ist das sicher schöner“, sagt Popp und Tossmann ergänzt: „Außerdem stehen so nicht so viele Eltern am Zaun.“

Zwar gibt es viele Gedanken zur neuen Kita. Doch tatsächlich existiert laut Popp bislang nur ein relativ grober Entwurf. Aber bislang sah das Kita-Projekt auch noch einen rechteckigen Bau für zwei Gruppen auf dem Bolzplatz auf der anderen Seite des Dorfgemeinschaftshauses vor. Doch dann kam die Kommunalwahl. Reiß löste Siegmund Hein (SPD) als Bürgermeister ab und die CDU sicherte sich die absolute Mehrheit im Ortsgemeinderat. Außerdem stellte sich heraus, dass eine zweigruppige Kita nicht ausreichen würde. „Drei Gruppen gingen auf dem Bolzplatz nicht“, sagt Popp, weil der Platz auf dem Gelände nicht ausreiche: „Das trifft sich gut.“ Die CDU war von Beginn an kein Freund der Bolzplatz-Lösung. Die Umplanung habe die Gemeinde bislang kein Geld gekostet, stellt Tossmann klar: „Das war alles eine freiwillige Leistung des Architekten.“ Bis die Kita fertig ist, dauert es also noch eine Weile. Jahresende 2020 lautet das Ziel. Passend dazu hat die Kreisverwaltung nun auch die Überbelegung der Kita Hundertmorgenwald Anfang 2021 genehmigt.

Das Türmchen wird natürlich teurer

„Das klingt alles schon sehr clever durchdacht“, sagt Gary Kuhn, der für die CDU im Trägerausschuss sitzt, selbst eine Kita in Bad Dürkheim leitet und seit Jahrzehnten im Job ist. Dennoch empfiehlt er, einen Experten in die Planung miteinzubeziehen, um mögliche Fehler zu vermeiden. Die beginnen oft schon im Kleinen: „Wir aus der Praxis wissen, wenn eine Tür besser zur anderen Seite aufgeht“, sagt Kuhn. Für ihn wäre es der optimale Zustand, wenn während der konkreten Planung bereits feststehen würde, wer die Leitung der Kita übernimmt – damit das pädagogische Konzept bereits berücksichtigt werden kann. Bei diesem Punkt ist Tossmann ein wenig ratlos. „Wer bestimmt denn das pädagogische Konzept?“, fragt der Ortsbeigeordnete, „der Träger?“ Die knappe Antwort: Ja. „Dann müssen wir dafür mal einen Crashkurs machen“, sagt Popp.

Für die nächste Sitzung des Ortsgemeinderats kündigen beide eine erste, genauere Planung an, die dem Gremium vorgestellt wird. Dann könnte auch das Türmchen wieder zur Sprache kommen – und Diskussionen mit sich bringen. „Das Türmchen wird natürlich auch ein bisschen teurer“, sagt Tossmann schon jetzt. Und das kann sich Birkenheide eigentlich nicht leisten – auch wenn es cool ausschaut.

x