Bobenheim-Roxheim Nach Flugzeugabsturz: Bürgerinitiative fordert Konsequenzen
Paul Calmes, der als Sprecher der BI auftritt, bezeichnet den Absturz, bei dem ein 49-Jähriger ums Leben kam, in einer Stellungnahme als „sehr tragisch“. Doch er fragt: Was hätte geschehen können, wenn eines dieser Sportflugzeuge, wie sie täglich hundertfach in den sogenannten Platzrunden über bewohntes Gebiet flögen, über Bobenheim-Roxheim abgestürzt wäre? Wenn das Flugzeug etwa auf den Globus-Parkplatz, eine Spielanlage oder eine stark befahrene Straße gefallen wäre?
Calmes und die BI sehen in den Überflügen „ein nicht zu unterschätzendes und täglich vorhandenes Risiko für die Bürger unserer Gemeinde“, das noch „weitaus verheerender sein könnte, als der traurige Verlust eines Menschenlebens“. Er zählt drei tödliche Abstürze mit privaten Flugzeugen in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Wochen: Am 1. Mai war auf dem Flugplatz Bad Dürkheim ein Ultraleichtflugzeug kurz nach dem Start wegen eines technischen Defekts abgestürzt, der Pilot starb wenig später. Am 25. Mai kam ein Pilot in der Nähe der Eifelgemeinde Wershofen bei einem Absturz ums Leben. Und jetzt Worms, wo zur weiteren Untersuchung der Unfallursache die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung verständigt worden ist.
„Lassen Sie uns handeln“
Gegenüber der RHEINPFALZ hatten Vertreter der auf dem Flugplatz ansässigen Betriebe, darunter eine Flugschule, kürzlich das Risiko eines Absturzes über bewohntem Gebiet relativiert, weil ein Pilot bei technischen Problemen wie einem Motorausfall seine Maschine aus eigenem Interesse auf Flächen in der freien Natur gleiten lasse. Die Ansicht von Paul Calmes dagegen ist, dass die Bobenheim-Roxheimer mit Risiken leben müssten, „die einige wenige durch ihr Hobby und Vergnügen schaffen“. Hier müsse schnellstens Abhilfe geschaffen werden, fordert er. Die BI fordere Politiker und Verantwortliche – Calmes nennt den Landesbetrieb Mobilität in Speyer, die Stadt Worms und das Wirtschaftsministerium – auf, sich der Sache anzunehmen. „Lassen Sie uns handeln, bevor ein weiteres tragisches Unglück geschieht.“