Rhein-Pfalz-Kreis Nach Amokfahrt: Fasnachtsumzug in Mutterstadt abgesagt

In Mutterstadt haben die Narren keine Lust mehr, zu feiern.
In Mutterstadt haben die Narren keine Lust mehr, zu feiern.

Die Amokfahrt in Mannheim hat bei den Fasnachtern im Rhein-Pfalz-Kreis für Entsetzen gesorgt. Mutterstadt hat den Umzug am Dienstag abgesagt, Neuhofen und Waldsee nicht.

Nach der Amokfahrt von Mannheim am Montag werden am Dienstag in Mutterstadt keine Fasnachter durch die Straßen ziehen. „Aufgrund der tragischen Ereignisse in Mannheim wird der Umzug mit der anschließenden Straßenfasnacht in Mutterstadt abgesagt“, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde, Thorsten Leva (SPD), am Montagnachmittag.

Auch wenn organisatorisch alles in die Wege geleitet und vorbereitet gewesen sei, um allen Feiernden ein sicheres und fröhliches Fest zu ermöglichen, „sehen wir uns angesichts der dramatischen Geschehnisse nicht in der Lage, eine unbeschwerte Fasnacht zu feiern.“ Diese kurzfristige Entscheidung erfolgte in Absprache mit dem Karnevalverein MCV „Die Geeßtreiwer“ Mutterstadt und der Gemeinde, teilte Leva mit. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie ihren Angehörigen“, sagte der Mutterstadter Bürgermeister.

Umzug in Neuhofen wird durchgeführt

In Neuhofen wiederum findet der Fasnachtsumzug statt, wie Bürgermeister Ralf Marohn (FDP) auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt. „Natürlich trauern wir mit den Angehörigen und sind mit Gedanken bei den Opfern. Aber nach Absprache mit den beteiligten Gruppen werden wir den Umzug durchführen“, erklärte Marohn.

Die eindeutige Mehrheit der Organisatoren und Vereine hätte am Montagnachmittag signalisiert, den Umzug stattfinden lassen zu wollen. „Die Brauchtumspflege ist auch wichtig. Und man sollte sich trotz der Trauer über die Geschehnisse von Mannheim auch nicht von Verrückten das ganze Leben durcheinander bringen lassen“, erklärte Marohn.

Gutes Sicherheitskonzept

Außerdem sei ein gutes Sicherheitskonzept inklusive Maßnahmen zum Schutz vor einer Amokfahrt schon zuvor aufgestellt worden, so Marohn. Über eine Absage werde aber nachgedacht, wenn die Sicherheitslage nochmals anders bewertet werden würde oder es vonseiten des Innenministeriums eine entsprechende Anweisung gebe, informierte Marohn.

Auch in Waldsee findet der Fasnachtsumzug am Dienstag statt. „Wir halten solange am Umzug fest, bis übergeordnete Behörden Nein sagen“, sagte Klaus Krieg, Präsident des Karnevalvereins Uno. Der Verein als Veranstalter sowie die Verbandsgemeindeverwaltung und die Polizei als lokale Behörden vertrauten auf das Sicherheitskonzept, betonte Krieg am Montagnachmittag. Auch in Mechtersheim in der Ortsgemeinde Römerberg wird am Umzug am Fasnachtsdienstag festgehalten.

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