Bobenheim-Roxheim
Mitgliederversammlung: Feuerwehr reflektiert ihre Arbeit
Erfreulicherweise habe es 2021 nur 89 Einsätze gegeben, zwei Jahre zuvor seien es 163 gewesen, sagte Wehrleiter Kai Neiheiser. Im laufenden Jahr rechne er aber wieder mit einer dreistelligen Zahl, denn in den letzten fünf Wochen sei die Bobenheim-Roxheimer Wehr 30-mal ausgerückt. Der Wehrleiter erinnerte an den Platzmangel im Mannschafts- und Gerätehaus, der hoffentlich bald behoben werde. Verwaltung und Mandatsträger haben die Notwendigkeit einer Erweiterung und Sanierung des Gebäudes anerkannt.
Bürgermeister Michael Müller (SPD) dankte allen Angehörigen der Bobenheim-Roxheimer Feuerwehr und betonte, wie wichtig es sei, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Deshalb sei 2020 eine neue Drehleiter angeschafft worden. Die Beschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs (LF 20) werde diesen Monat öffentlich ausgeschrieben.
Müller thematisierte die Flutkatastrophe an der Ahr, in Trier und in Nordrhein-Westfalen vor einem Jahr. Die Fragen nach der Verantwortung und einer künftig besseren Vorbereitung auf den Katastrophenfall beschäftige alle weiterhin. Umfragen in den Landkreisen und Kommunen sollten klären, wie gut man aufgestellt sei. Wehrleiter und Ordnungsamtsleiter seien in Seminaren gemeinsam mit den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern des Rhein-Pfalz-Kreises zu Aspekten des Katastrophenschutzes geschult worden.
Siebte Sirene wird angeschafft
Mit dem vor wenigen Jahren erarbeiteten Hochwasserschutzkonzept sei Bobenheim-Roxheim gut gerüstet, meinte der Bürgermeister und berichtete von einer aktuellen Entscheidung: An der Kita Regenbogen soll eine elektronische Sirene angebracht werden, den Auftrag dazu hat der Hauptausschuss der Gemeinde zum Preis von knapp 15.000 Euro netto der Firma SPIE SAG erteilt. Die Gemeinde verfügt dann über sieben Sirenen, mit denen die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt werden kann.
Die Neuanschaffung ist laut Verwaltung sinnvoll, weil die 2016 in der Breslauer Straße installierte Sirene zwar gut im Baugebiet Im Sand zu hören ist, nicht aber im Südwesten von Roxheim, da die Hochhäuser eine abschirmende Wirkung haben. Die Montage der neuen Sirene an der Wand der Kita Regenbogen kostet nur halb so viel wie die ursprünglich geplante Mastsirene neben dem Spielplatz Uhlandstraße.
61 Aktive, darunter zwei Frauen
Die letzten Jahrzehnte sei der Katastrophenschutz fast stiefmütterlich behandelt worden, sagte Wehrleiter Neiheiser. Die Folgen habe man schmerzlich bei der Flut erfahren. Sechs Kameraden hätten Hilfe geleistet und seien schockiert gewesen. Es sei wichtig, die Energie in die vorhandenen Kompetenzen zu stecken, um für Ereignisse dieser Art besser gerüstet zu sein. Laut Neiheiser hat die Bobenheim-Roxheimer Wehr 61 aktive Mitglieder, darunter zwei Frauen, und nach einem Rückgang 2020/21 jetzt wieder 17 Jugendfeuerwehrleute, darunter zwei Mädchen.
Wie wichtig dieses ehrenamtliche Engagement ist, machte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Rhein-Pfalz-Kreises, Rainer Schädlich, deutlich. Das schreckliche Geschehen an der Ahr habe nachdenklich gemacht, aber auch gezeigt, dass Menschen füreinander einstehen. Der Untersuchungsausschuss tage weiterhin, suche nach Schuldigen. Priorität müsse jedoch die bessere Vorbereitung und die Effizienz im Krisenfall haben. In Bezug auf die kriegsbedingten Auswirkungen sagte er: „Wir haben wehrhafte Menschen, wir müssen keine Angst haben.“
Ehrungen
Die Landesehrung für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr erhielten Kai Neiheiser, Timo Schmitt und Sebastian Ihl. Von der Gemeinde wurde Harald Weis für 40 Feuerwehrjahre geehrt und Georg Weiss für 30 Jahre.