Bobenheim-Roxheim
Schlechtes Zeugnis für Kita und Feuerwehrhaus
„Gemeindekitas und Schulen erhalten so schnell wie möglich Lüftungsanlagen“ titelte die RHEINPFALZ am 13. Oktober. Doch aus dem Einbau stationärer Anlagen, die das Raumklima verbessern und die Virenlast senken, wird vorerst nichts – wegen der Marktlage und der Frist für Zuschüsse. Das Ziel, innerhalb eines Jahres ab Förderbescheid die beiden Grundschulen, das Haus der kleinen Füße und die Integrative Kindertagesstätte (IKTS) mit raumlufttechnischen Anlagen auszustatten, war ohnenhin schwer zu erreichen. Jetzt hilft auch die Fristverlängerung durch den Bund, der 80 Prozent der Kosten tragen würde, nichts. Denn die Ergebnisse der Ausschreibungen liegen weit über den berechneten Kosten, die Vergabe muss wiederholt werden. Beispiel IKTS: Im Mai lag nur ein Angebot über 391.000 Euro vor, das sind 143.000 Euro mehr als gedacht. Für die Rheinschule wurde laut Verwaltung gar kein Angebot abgegeben.
Mobile Luftreinigungsgeräte kommen als Alternative nicht infrage, denn das haben die Vertreter der Schulen und Kitas vor einem Jahr und jetzt wieder abgelehnt, wie Bürgermeister Michael Müller (SPD) berichtet. Sie zögen die CO2-Ampel und das Lüften den lauten, hinderlichen und Energie fressenden Geräten vor. Dem Votum folgte der Bauausschuss am Donnerstag. Die Anschaffung stationären Lüftungen soll aber nicht aus den Augen verloren werden. „Das Thema kommt noch einmal in den Gemeinderat“, so Müller.
Kita muss abgerissen werden
In der IKTS in der Breslauer Straße sollte die Raumlufttechnik im Zusammenhang mit der Sanierung des Gebäudes stehen. Hier musste der Bürgermeister die schlechte Nachricht, dass vor dem Lüftungseinbau nicht nur die Dämmung, sondern die gesamte Decke raus muss, noch toppen: Am Dienstag erreichte ihn nämlich die Information, dass der Zustand des 30 Jahre alten Gebäudes so schlecht sei, dass es abgerissen werden müsse.
Zu diesem Schluss kommt das Architektenbüro Hort und Hensel, das für die Gemeinde ein Gesamtkonzept für deren künftige Kindergartenlandschaft entwirft. Brandeilig ist der Abriss allerdings nicht. Das Büro empfiehlt, damit zu warten, bis neue Kita-Gruppen im Dorf eingerichtet sind.
Feuerwehrhaus entspricht nicht den Anforderungen
Die dritte Hiobsbotschaft betrifft den Brand- und Katastrophenschutz. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, Kai Neiheiser, berichtete im Ausschuss, dass das 1976 erbaute Mannschafts- und Gerätehaus im Pfalzring saniert und vergrößert werden müsse. Dafür nannte er mehrere Gründe. Der 2016 eingestellte Gerätewart brauche ein Büro und die 20-köpfige Jugendfeuerwehr die Möglichkeit, sich vor Ort umzuziehen. Das Haus sei für die aktuelle Sollstärke von 60 Wehrleuten gerade noch ausreichend, „aber neue Mitglieder müssen wir ablehnen, wenn nicht mehr Platz geschaffen wird“, so Neiheiser. Auch müsse dem Umstand Rechnung getragen werden, dass der Truppe Frauen angehören.
Schwer wiegt auch das Argument, dass in dem Gebäude die Schwarz-Weiß-Trennung ermöglicht werden muss, das heißt das Separieren von Arbeitskleidung, die mit Schadstoffen kontaminiert sein könnte. Hinzu kommen Unzulänglichkeiten in dem Fall, dass das Haus mit Notstrom versorgt werden muss. Bei zwei Enthaltungen stimmten die Ausschussmitglieder dafür, dass das Architekturbüro Diehl mit der Planung beginnt.