Otterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Memoriamgarten kommt, Bäume bleiben

Soll zum Memoriamgarten werden: das Gräberfeld links des Hauptwegs nahe der Mammutbäume auf dem Otterstadter Friedhof.
Soll zum Memoriamgarten werden: das Gräberfeld links des Hauptwegs nahe der Mammutbäume auf dem Otterstadter Friedhof.

Eine jahrelange Debatte in den politischen Gremien in Otterstadt neigt sich dem Ende zu: Auf dem Friedhof soll ein Memoriamgarten entstehen, und die Mammutbäume können weiter wachsen.

„Dieses Thema ist wirklich elementar. Es geht um einen Grundsatzbeschluss, der gefällt werden muss, und das Uralt-Thema Memoriamgarten“, leitete Otterstadts Beigeordneter Jürgen Zimmer (parteilos) am Mittwochabend den Tagesordnungspunkt im Friedhofausschuss ein. Die Diskussion über einen Memoriamgarten auf dem Otterstadter Friedhof ist mehr als acht Jahre alt. Die anderen Orte in der Verbandsgemeinde – Altrip, Neuhofen und Waldsee – haben ihre gärtnerbetreuten Grabfelder bereits eingeweiht. „Wir waren die ersten, die die Idee hatten, und die anderen ziehen vorbei“, merkte Lothar Daum (BIO) an.

Ein Grund für das jahrelange Hin und Her ist der Ort, an dem der Memoriamgarten angelegt werden soll. Vor einigen Jahren wurde die Fläche unter den Mammutbäumen ins Spiel gebracht. Wenn dort ein solches Grabfeld entstehen sollte, hätten die Bäume gefällt werden müssen. Einige Ratsmitglieder begrüßten das und argumentierten, dass die Bäume sowieso zu groß seien, früher oder später eh kaputt gehen würden und nadelten.

Bürger protestieren

Der Aufschrei in der Otterstadter Bevölkerung war groß: Es gab eine Unterschriftensammlung gegen die Fällung und eine Zettelaktion an den Bäumen. Naturschutzvereine und Verbände setzten sich für den Erhalt der Bäume ein. Jürgen Zimmer erinnerte am Mittwochabend an den „Sturm durchs Dorf“ und betonte mehrmals, dass er seine Stimme nicht mehr für die Fällung der Bäume hergeben würde. Sein Votum hatte bei einer „Grundsatzentscheidung“ im vergangenen Jahr den Ausschlag für die Fällung gegeben. Anschließend bemühte sich der Beigeordnete um einen Kompromiss. Nun lag den Ausschussmitgliedern der Vorschlag vor, den Memoriamgarten auf einem Gräberfeld links des Hauptwegs anzulegen. Laut Verwaltungsfachbereichsleiter Thomas Hauser befinden sich dort noch sieben Gräber, deren Nutzungsdauer zwischen 2025 und 2028 ausläuft. Die Gräber sollen in den Memoriamgarten integriert werden. Ein erster Entwurf der Gartenbaufirma Litz sieht dort insgesamt 40 Urnen- und Reihengräber vor.

Firmen meiden Zusammenarbeit

Thomas Horn (CDU) konnte mit dem Vorschlag nicht leben. Er erinnerte an die Grundsatzentscheidung, nach der Firmen um Angebote für einen Memoriamgarten anstelle der Mammutbäume gebeten werden sollten. „Für mich ist dort der einzig wahre Platz“, sagte Horn. Jürgen Zimmer entgegnete, dass es Firmen gebe, die für Otterstadt keine Pläne mehr machen wollten, weil diese nur zerredet werden, und die Gemeinde dafür dann „super viel Geld“ ausgeben müsse. Der Beigeordnete erinnerte an die Entrüstung im Dorf, als die Fällung der Bäume drohte, und machte deutlich, dass es in Zeiten des Klimawandels nicht angebracht sei, Bäume ohne dringende Not zu entfernen, wenn es eine Alternative wie den anderen Standort für den Memoriamgarten gebe. Diesen befürwortete die Mehrheit des Ausschusses, Horn war dagegen. Die endgültige Entscheidung soll der Ortsgemeinderat im Dezember treffen.

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