Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Memoriam-Garten in Altrip eingeweiht

Im parkähnlich angelegten Memoriam-Garten in Altrip gibt es verschiedene Bestattungsarten.
Im parkähnlich angelegten Memoriam-Garten in Altrip gibt es verschiedene Bestattungsarten.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ singt Leony Gräfe zur Einweihung das bekannte Lied von Dietrich Bonhoeffer in der Fassung von Siegfried Fietz. Genau das ist der Anspruch des neuen Memoriam-Gartens in Altrip.

Von den Bürgern kamen die ersten Anfragen zu einem Memoriam-Garten, erinnert sich Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos). „Sie haben zum Beispiel in Waldsee solche Friedhöfe gesehen.“ Das war vor mehr als zweieinhalb Jahren. Auf der Grundlage eines Antrages der CDU-Fraktion von 17. Februar 2020 wurde im Ausschuss und Gemeinderat über dieses Projekt beraten, am 20. Mai 2021 einstimmig dafür gestimmt. Jetzt ist der Garten fast fertig angelegt, es müssen nur noch ein paar kleinere Mängel und finale Restarbeiten erledigt werden. Der erste Bauabschnitt ist für Bestattungen aber schon freigegeben.

Die Idee dahinter: Es sollte eine Grabstätte in parkähnlicher Umgebung sein, in einer Atmosphäre der Harmonie. Es gibt keine anonymen Bestattungen. Jeder Verstorbene wird auf den Grabmalen mit Namen und Lebensdaten genannt. Aber für Menschen, die die Grabpflege nicht selbst übernehmen können, wird eine fachmännische Grabpflege mit jahreszeitlicher Bepflanzung für 20 Jahre zu einem Festpreis angeboten. Dabei hat man die Wahl zwischen mehreren Urnen- und Sargbestattungen wie dem Urnengemeinschaftsgrab, dem Urnenreihengrab, dem Urnenwahlgrab (Partnergrab), der Urnenbestattung unter einem Baum, dem Erdreihengrab und dem Erdwahlgrab (Partnergrab).

Ein Ort für die Trauer

Pfarrer Alexander Ebel und Priester Ralf Feix erinnern bei der Segnung daran, dass Gott nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden ist. Er ist ein Gott, der die Mühseligen erquickt, der hilft und vom Tod errettet. „In dir hat alles Leben und Sterben einen Sinn.“ Der Sinn des Memoriam-Gartens besteht darin, die Trauer mit einem Ort zu verbinden und von den Toten Abschied zu nehmen. Es sei ein Ort der Ruhe, des Friedens und der Hoffnung. Die Toten seien bei Gott geborgen, bis er ihnen neues Leben schenkt.

Mit dem Anlegen des Areals habe man schon sehr früh begonnen, erzählt Friedhofsgärtnermeister Claus Litz, der sich für die „respektvolle Einweihung“ bedankte. Aber dann kamen Corona und diverse Erkrankungen der Mitarbeiter dazwischen. Wert legte man auf geschwungene Wege: „Wir wollten von geraden Wegen und Parzellen Abstand nehmen. Der geschwungene Weg eröffnet einen anderen Blickwinkel und ist von beiden Seiten gefällig. Jedes einzelne Grab hat so eine andere Perspektive“, erklärt Litz. Zudem dürfe man auf die Gräber auch Dinge wie Kerzen oder Blumen ablegen und jedes Grab individuell gestalten.

Mehr zum Thema
x