Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Memoriam-Garten wächst: Letzte-Ruhe-Park kommt voran

Die gepflasterten Wege lassen erahnen, wie der Altriper Memoriam-Garten einmal aussehen soll.
Die gepflasterten Wege lassen erahnen, wie der Altriper Memoriam-Garten einmal aussehen soll.

Die Wege für den Memoriam-Garten auf dem Altriper Friedhof sind zum Teil schon gepflastert. Während Baufirma und Gartenbauer ihren Job erledigen, machen auch die Politiker im Ort ihre Hausaufgaben.

Wie ein schöner Park soll es künftig anmuten, das Grabfeld 4, gleich rechts vom Haupteingang des Altriper Friedhofs. In ihren Grundzügen wird die Anlage immer deutlicher erkennbar, je weiter die Bauarbeiten voranschreiten. In diesem ansprechenden Ambiente, das Gartenbau-Experte Claus Litz schaffen möchte und das dem Rat vorschwebt, sollen die Hinterbliebenen einmal ihre verstorbenen Lieben zur letzten Ruhe betten dürfen. Zugleich sollen sie sich nicht mit der Grabpflege herumplagen müssen, sondern damit einen Landschaftsgärtner beauftragen können. Memoriam-Garten heißt dieses Modell, das seit einigen Jahren immer beliebter wird.

Auch in Altrip warteten schon viele Bürger auf ein derartiges Bestattungsangebot, berichtet Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) immer wieder. Dieses Bedürfnis hatte die örtliche CDU 2020 erkannt und beantragt, auf dem Friedhof ein geeignetes Gelände dafür bereitzustellen. Die anderen Ratsfraktionen von FWG, SPD und Grünen unterstützten diese Idee. Als Experten luden sie Claus Litz ein, der solche Vorhaben andernorts schon erfolgreich umgesetzt hatte, damit dieser ihnen das Konzept erläutern und Fragen zum Thema beantworten würde. Sein Vortrag kam gut an, das in den folgenden Wochen für den Altriper Friedhof erstellte Konzept ebenfalls.

Etwa ein Jahr später, im Herbst 2021, erfolgte der Spatenstich. Dem durften pandemiebedingt nur geladene Gäste beiwohnen. In diesem Frühjahr nun sollte der Memoriam-Garten fertig werden und in Betrieb gehen. Vorgesehen war, dass er einmal 30 bis 35 Urnengräber, 20 Baumgräber und etwa zehn Erdgräber umfassen wird. Sofern es die Corona-Lage zulässt, soll dieser besondere Teil des Friedhofs nach dem Abschluss der Bauarbeiten in größerer Runde eingeweiht werden – inklusive Gottesdienst.

Rat legt Preise fest

Damit die Altriper das parkähnliche Areal dann tatsächlich nutzen können, müssen nicht zuletzt die rechtlichen Grundlagen stimmen. So müssen die Nutzungsgebühren, die Dauer des Nutzungsrechts und die Kosten für dessen Verlängern geregelt sein. Darum hat sich der Ortsgemeinderat nach Manskys Angaben in seiner jüngsten Sitzung gekümmert, indem er die Friedhofs- und die zugehörige Gebührensatzung entsprechend änderte.

Demnach kostet im Memoriam-Garten – im Verwaltungsdeutsch „gärtnerisch betreutes Grabfeld“ genannt – ein Sarg im Erdreihengrab 305 Euro. Ein Erd-/Urnenpartnerwahlgrab mit einem Sarg und einer Urne schlägt mit 620 Euro zu Buche, ebenso ein Erdpartnergrab mit zwei Särgen übereinander. Für zwei Urnen nebeneinander im Urnenpartnerwahlgrab verlangt die Gemeinde 540 Euro, für Urnenreihen-, Urnengemeinschafts- und Urnengemeinschaftsgräber am Baum jeweils 270 Euro. Für das Beilegen einer Urne in ein vorhandenes Familien- oder Reihengrab werden 260 Euro fällig. „Das alles wurde anstandslos angenommen“, berichtet Ortschef Mansky von Einigkeit im Rat, was das Anpassen der beiden Satzung betrifft.

Mehr zum Thema
x